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Filmmusiktage, Galakonzert 2016 (c) Joachim Blobel
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Filmmusiktage Sachsen-Anhalt haben in Halle begonnen

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Halle - Bereits seit zehn Jahren widmet sich das Festival mit innovativem Gespür den Klang- und Tonkünstlern der Filmbranche: Seit gestern feiern die Filmmusiktage Sachsen-Anhalt 2017 in Halle eine Woche lang ihr 10-jähriges Jubiläum.

Wer die Größen der Filmmusikbranche kennenlernen will, der muss nach „Hallywood“ kommen, zum zweitägigen Kongress, zur Verleihung des Deutschen Filmmusikpreises, der Filmreihe „Die Ohren sehen mit“ und Konzerten, u.a. mit Trautoniumkünstler Peter Pichler am 30. Oktober oder Filmkomponist und Pianist Jean-Michel Bernard am 2. November. Der Ehrenpreis des Deutschen Filmmusikpreises, der am 3. November im Steintor-Varieté Halle verliehen wird, geht in diesem Jahr an Harold Faltermeyer („Top Gun“, „Beverly Hills Cop“). Ehrenpreisträger in der Kategorie International wird Trevor Jones, der zweifach für den Golden Globe nominiert wurde. Der südafrikanische Filmkomponist komponierte unter anderem die weltberühmte Filmmusik zum unvergessenen Klassiker „Der letzte Mohikaner“ und war in den 90iger Jahren einer der gefragtesten Filmkomponisten.

Seit Mitte September stehen auch die Nominierungen in den weiteren vier Kategorien fest. Für das Galakonzert am 4. November mit der Staatskapelle Halle unter der Leitung von Bernd Ruf konnten Schauspielerlegende und Chansonsängerin Judy Winter sowie Jazzklarinettist Rolf Kühn gewonnen werden. Das Konzert mit bekannten Filmmusikmelodien in der Oper Halle ist bereits ausverkauft, wird aber von MDR Kultur live übertragen.
 
Der Kongress vom 3. bis 4. November versteht sich als Branchentreff zum Thema Filmmusik. In diesem Jahr werden erstmals verschiedene Veranstaltungen einem Publikum ohne Akkreditierung geöffnet. Verschiedene Werkstattgespräche erlauben Einblicke in Inspiration und Alltag der Filmmusikkomponisten sowie deren Umsetzung im Zusammenspiel mit Produzent, Regisseur und Institutionen. Geladen sind u.a. Filmemacher Jochen Alexander Freydank, der für seinen Kurzfilm „Spielzeugland“ 2007 einen Oscar erhielt, und Filmkomponist Ingo L. Frenzel (u.a. „Der Medicus“), der die Musik dazu schrieb. Im Werkstattgespräch zum Kinofilm „Einsamkeit und Sex und Mitleid“ berichten der Produzent Werner C. Barg und Mischtonmeister Olaf Mehl gemeinsam mit Komponist und Musiker Konstantin Gropper alias „Get Well Soon“ über ihre Zusammenarbeit am Projekt. Außerdem dabei sind der britische Komponist, Musiker und Produzent John Groves, Sebastian Mönch (Steinberg-Workshop), Geigerin und Komponistin Martina Eisenreich, Schauspieler und Regisseur Axel Ranisch sowie Filmmusikexperte Uwe Golz (Deutschlandfunk Kultur). Das öffentliche Abschlussgespräch des Kongresses richtet den Fokus auf die Dramaturgie als Rahmen für Ton und Musik. Gemeinsam mit NT-Intendant und Schauspieler Matthias Brenner („Charité“) sowie Tobias Künzel („Die Prinzen“) werden in einer Gesprächsrunde mit Robert Rabenalt, Claudia Bullerjahn und Jörg U. Lensing auch Verwandtschaftsverhältnisse zwischen Bühne und Leinwand zur Sprache kommen, moderiert wird das öffentliche Gespräch von Georg Maas.
 
Zum festen Bestandteil der Filmmusiktage gehört mittlerweile die 2013 ins Leben gerufene interdisziplinäre Masterclass – DAS ORCHESTER. Fünf Tage werden die jungen Filmmusikschaffenden unter der Leitung von Benjamin Köthe und Bernd Ruf ein eigenes Score zu einer Filmsequenz des monumentalen Filmklassikers „Das indische Grabmal“ (1921, Regie: Joe May) für Orchester arrangieren und einspielen lassen.
Eine Einführung in die Welt der Orchesterinstrumente und ihre Verwendung im Filmmusik-Kontext gibt es auch in diesem Jahr mit Robin Hoffmann. Erstmalig in diesem Jahr findet ein pädagogisches Angebot für Lehrer der Sekundarstufe I und II statt. Den Workshop zum Thema Filmmusikdidaktik leiten Prof. Georg Maas und Carolin Wiese.
Die Verleihung des Deutschen Filmmusikpreises am 3. November um 19.30 Uhr im Steintor-Varieté würdigt zum vierten Mal die besondere Leistung der Filmmusik. Ausgezeichnet werden im Rahmen einer glanzvollen Gala mit Komponist und Pianist Jean-Michel Bernard, Cellist Tim Ströble (quattrocelli) und Moderatorin Ellen Schweda (MDR Kultur) die besten nationalen Filmkomponistinnen in den Kategorien „Beste Musik im Film“, „Bester Song im Film“, „Beste Musik im Kurzfilm“ und „Nachwuchspreis“. Die Nominierungen stehen in allen Kategorien fest, am Abend der Preisverleihung werden die Gewinner bekanntgegeben. Der Ehrenpreis geht nach Klaus Doldinger („Tatort“) in diesem Jahr an Grammy-Preisträger Harold Faltermeyer („Top Gun“, „Beverly Hills Cop“). Ehrenpreisträger in der Kategorie International wird Trevor Jones („Der letzte Mohikaner“, „Cliffhanger“).
 

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