Kultur öffnet: Weitere Veranstalter beenden den Lockdown


15.06.21 -
Klassik am Odeonsplatz darf als Pilotprojekt starten +++ Jazz Baltica startet am 24. Juni - insgesamt 3000 Tickets im Verkauf +++ Berliner Philharmoniker hoffen auf volle Konzertsäle +++ 44 000 weitere Tickets für SHMF - Lisiecki statt Grimaud zur Eröffnung
15.06.2021 - Von dpa, KIZ

Klassik am Odeonsplatz darf als Pilotprojekt starten

München - Die Münchner Open-Air-Konzerte «Klassik am Odeonsplatz» am 9. und 10. Juli sind mit 2000 Besuchern pro Konzert als Pilotprojekt genehmigt worden. «Die Sehnsucht nach Kultur ist groß und die Ermöglichung dieser besonderen Open-Air-Konzerte ist ein weiterer Schritt hin zu mehr Normalität», sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Montag. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) kündigte allerdings an, man werde das Infektionsgeschehen bis dahin genau beobachten.

Normalerweise dürfen an kulturellen Veranstaltung in Bayern derzeit höchstens 500 Menschen teilnehmen, wenn sie feste Sitzplätze haben. Vor der Pandemie konnten bei den Konzerten an der Feldherrnhalle jeweils bis zu 8000 Besucher kommen.

Jazz Baltica startet am 24. Juni - insgesamt 3000 Tickets im Verkauf

Lübeck - Nach einem Jahr Corona-bedingter Unterbrechung legt das Festival Jazz Baltica wieder los. Vom 24. bis 27. Juni begrüßt Posaunist Nils Landgren internationale Jazzmusikerinnen und -musiker im Ostseebad Timmendorfer Strand zur 30. Ausgabe der Jazz Baltica. Für die insgesamt 19 Konzerte im sogenannten Jazz Lab sind nach Angaben einer Festivalsprecherin vom Montag 2500 Tickets für jeweils 10 Euro im Verkauf. Für die Konzerte auf der Open Air-Bühne im Strandpark von Timmendorfer Strand gibt es den Angaben zufolge noch 500 Karten. Im vergangenen Jahr war das Festival wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.

Berliner Philharmoniker hoffen auf volle Konzertsäle

Berlin - Die Berliner Philharmoniker hoffen, bald wieder vor vollen Sälen spielen zu können. «Wenn wir uns was wünschen könnten, würden wir sicher, wenn das Publikum das mitmacht und es die Pandemie hergibt, lieber sagen Vollbesetzung mit Maske, als 50 Prozent ohne Maske», sagte Intendantin Andrea Zietzschmann am Montag. Für den Juni sei bislang eine Platzbesetzung von 50 Prozent möglich. «Damit sind wir auch schon glücklich jetzt im Juni, weil wir fast die Einzigen sind, die in dieser Besetzung spielen dürfen», sagte Zietzschmann bei der Vorstellung des Programms für die kommende Spielzeit.

In der nächsten Spielzeit wollen die Berliner Philharmoniker auch ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen. So soll es ein Konzert mit Werken von jüdischen Komponisten geben. «Wir reden in der Gesellschaft schon sehr offen und sehr oft über das Wachstum von Intoleranz und Rassismus und auch speziell Antisemitismus. Die Anschläge auf die Synagogen sprechen auch eine ganz deutliche Sprache», sagte Chefdirigent Kirill Petrenko. Das Orchester wolle dagegenhalten.

Ein weiterer Höhepunkt der neuen Saison soll das Europakonzert in Odessa werden. Ein politisches Statement in Bezug auf den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine solle es jedoch nicht sein, sagte Petrenko. Die Ukraine gehöre selbstverständlich zu Europa. Das Europakonzert ist seit 1991 Tradition bei den Berliner Philharmonikern. Jahr für Jahr besucht das Orchester einen Ort in Europa, in dem es sonst selten zu Gast ist.

Unter dem Motto «Lost Generation» spielt das Orchester in der kommenden Spielzeit auch selten aufgeführte Werke verfolgter Komponisten, etwa von Viktor Ullmann, Leone Sinigaglia, Pavel Haas und Erwin Schulhoff. Zu den Gastdirigenten der nächsten Saison zählen Daniel Barenboim, Zubin Mehta, Gustavo Dudamel und Andris Nelsons.

44 000 weitere Tickets für SHMF - Lisiecki statt Grimaud zur Eröffnung

Lübeck - Das Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) gibt für seine rund 160 Konzerte dieses Sommers 44 000 weitere Tickets in den Vorverkauf. Möglich sei das, weil Schleswig-Holsteins Landesregierung die Corona-Beschränkungen weiter gelockert habe, teilte das Festival am Montag mit. So seien ab sofort wieder Karten für die «Musikfeste auf dem Lande», für das neue SHMF-Format «Werftsommer» in Lübeck sowie für viele Konzerte der Pianistin Hélène Grimaud und weiterer Stars verfügbar.

Eine Änderung gibt es nach Angaben des Festivals allerdings beim Programm der Eröffnungskonzerte in der Lübecker Musik- und Kongresshalle am 3. und 4. Juli. Da Grimaud wegen der noch geltenden Reisebeschränkungen zu den Terminen nicht anreisen könne, werde an ihrer Stelle der Leonard-Bernstein-Award-Preisträger Jan Lisiecki spielen. Das Programm wird noch bekannt gegeben. Die weiteren Konzerte mit Grimaud seien von den Reisebeschränkungen nicht betroffen, teilte das Festival mit.

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