Musikwissenschaftler Martin Pfleiderer betreut neues DFG-Forschungsprojekt


15.10.12 -
Erneut versucht der Weimarer Musikforscher Prof. Dr. Martin Pfleiderer, Leichtflüchtiges einzufangen und in einem substantiellen Forschungsprojekt zu kondensieren. Zu seiner jüngst begonnenen Erforschung der Geheimnisse des Pop-Gesangs gesellt sich nun ein weiteres, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit zwei halben Mitarbeiterstellen gefördertes Vorhaben: Ziel des dreijährigen Forschungsprojektes „Melodisch-rhythmische Gestaltung von Jazzimprovisationen. Rechnerbasierte Musikanalyse einstimmiger Jazzsoli“ ist die Untersuchung von improvisierten Jazzsoli mit Hilfe rechnergestützter Analyseverfahren.
15.10.2012 - Von PM, KIZ

Erneut versucht der Weimarer Musikforscher Prof. Dr. Martin Pfleiderer, Leichtflüchtiges einzufangen und in einem substantiellen Forschungsprojekt zu kondensieren. Zu seiner jüngst begonnenen Erforschung der Geheimnisse des Pop-Gesangs gesellt sich nun ein weiteres, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit zwei halben Mitarbeiterstellen gefördertes Vorhaben: Ziel des dreijährigen Forschungsprojektes „Melodisch-rhythmische Gestaltung von Jazzimprovisationen. Rechnerbasierte Musikanalyse einstimmiger Jazzsoli“ ist die Untersuchung von improvisierten Jazzsoli mit Hilfe rechnergestützter Analyseverfahren.

Das neue Projekt hat seinen Sitz am gemeinsamen Institut für Musikwissenschaft der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Das Projektbüro wird im Weimarer Privatpalais Altenburg eingerichtet, dem früheren Wohnort des Komponisten und Klaviervirtuosen Franz Liszt. Prof. Pfleiderer und sein Team kooperieren bei diesem Forschungsvorhaben eng mit dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT in Ilmenau.

Im Rahmen des Projektes werden ca. 250 einstimmige Jazzimprovisationen zunächst mit Hilfe eines Software-Tools des Fraunhofer IDMT halbautomatisch transkribiert und hinsichtlich verschiedener statistischer Merkmale, wie z. B. der Häufigkeit von Tonhöhen, Intervallen und Tondauern, beschrieben. Sodann wird das Datenmaterial mit rechnergestützten Analyseverfahren, welche im Projekt neu entwickelt werden, hinsichtlich wiederkehrender melodischer und rhythmischer Patterns und Motive ausgewertet. Auftreten und Variation dieser Einheiten innerhalb bestimmter Stücke, Personalstile oder Jazzstile erlauben Rückschlüsse auf die improvisatorischen Gestaltungsprozesse und auf stiltypische Charakteristika. Die umfangreiche Datenbank transkribierter Soli unterschiedlicher Jazz-Epochen sowie die Analyse-Tools sollen über eine Projekt-Website internationalen Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt werden.