Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 06.04. bis 12.04.2020


05.04.20 -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 15. Themen: Ohne Noise keine Zukunftsmusik – Posthumane Sinfonien oder von den Avantgarden im Medienzeitalter | Miki Yuis Klangwelten | Studio Dan spielt Julius Eastman | Die Pianistin Sophie Agnels | Veränderungen über Veränderungen | ECLAT | Ultraschall Berlin | Beethoven in der Neuen Musik | 250 piano pieces for BEETHOVEN | Komponistin und Musikerin Eva Reiter | Shiny Toys – Festival für zeitbasierte Experimentalkultur | Helmut Schmidinger | Wahnsinn und psychische Entgrenzung in Neuer Musik.
05.04.2020 - Von mh, KIZ


nmz-Podcastpartnerin Irene Kurka ::: neue musik leben

74 – Gute Entscheidungen treffen
31. März 2020

Letzten Herbst habe ich mit meiner Freundin und Coach Angelique Dujic zum Thema Führungsstil und Werte gearbeitet. Ich habe sehr viel mitgenommen und festgestellt, daß ich nach dieser Arbeit bewusster und schneller meine beruflichen Entscheidungen treffe. In dieser Folge erzähle ich dir, wie es dazu kam, was wir gearbeitet haben und ich gelernt habe.

73 – Mein Alltag als Musikerin während des Corona-Virus – Woche 3
30. März 2020

Irene Kurka erzählt, wie sie mit Ängsten und dem Alleinsein umgeht und wie sie sich positiv ausrichtet. Sie sie erklärt dir, was das „Wheel of life“ oder eine Löffelliste ist und wie diese nun ihr Leben beeinflussen. Ferner lernt sie tschechisch und freut sich über Kochrezepte von euch, um noch mehr Vielseitigkeit in ihr Kochen […]

Alle weiteren Folgen des Podcasts finden Sie unter: https://www.irenekurka.de/podcast.html


06.04.


21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Neue Musik aktuell – Mit Andreas Göbel

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: „Träume zitternd wie Gestirne“ – Wahnsinn und psychische Entgrenzung in Neuer Musik

Von Egbert Hiller. Wahnsinn und Entgrenzung sind markante künstlerische Themenfelder, die in der Musik bahnbrechende und visionäre klangliche Mittel motivieren und legitimieren – gerade in der Neuen Musik, in der existenzielle Extremsituationen verstärkt in den Fokus rückten. Oftmals bilden Anregungen aus Literatur und Bildender Kunst dabei den schöpferischen Ausgangspunkt, so in der „Der Bilderfresser“ von Fabio Nieder, der sich auf die bizarren Bilderwelten des Triester Malers Viktor von Thümmel bezog. Weitere charakteristische Beispiele stehen neben Rückblicken auf wegweisende Werke vom Anfang des 20. Jahrhunderts.

23:03 – 24:00 | Ö1
Was Helmut Schmidinger auf dem Rad komponiert – Zeit-Ton Porträt. Helmut Schmidinger

Als Albert Einstein einmal in die Pedale trat, kam er auf die Relativitätstheorie und so löst auch der Komponist Helmut Schmidinger am Rennrad gern komplexe kompositorische Knoten. Dabei hat der 1969 geborene Welser ursprünglich mit seiner Berufswahl gezögert, denn Komponieren ist für Schmidinger mehr als ein Brot-Job – es ist eine Wertehaltung, welche das Verbindende über das Trennende stellt.

Die Leidenschaft zum Zusammenführen wird in seinen Werken hörbar: Musiktraditionen der Vergangenheit verbinden sich mit dem Jetzt, Genregrenzen verschwimmen. Meist beginnen die Kompositionen schon im Programmheft mit prosaischen Titeln wie „Das ist alles Windhauch“ (UA 2019). Zwischen den Zeilen muss daher auch Schmidingers Musik gelesen werden. Für und nicht gegen das Instrument zu schreiben, dazu praktikabel und dennoch mit Tiefgang, das ist Schmidingers selbstauferlegtes Ziel. Und ist ihm das zu wenig, schwingt er sich einfach wieder aufs Rennrad und fährt u.a. von Wels nach Venedig. Gestaltung: Andreas Maurer


07.04.


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Shiny Toys – Festival für zeitbasierte Experimentalkultur in Mülheim an der Ruhr

Von Hubert Steins. Das jährlich im Ringlokschuppen in Mülheim an der Ruhr stattfindende Festival widmet sich seit zehn Jahren experimentellen Formen der Audiovisualität.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Fritz Schieri: „Allgemeiner Eröffnungsgesang“ (Kammerchor der Hochschule für Musik München: Fritz Schieri); Günter Bialas: „Meditationen zu den sieben Schöpfungstagen“ (Elmar Schloter, Orgel); Max Beckschäfer: „Wie got kumet in die sele“ (Stimmwerck); Ruth Zechlin: „Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz“ (Ruth Zechlin, Orgel); Hans-Jürgen von Bose: „… im Wind gesprochen“ (Martin Hermann, Detlef Zywietz, Sprecher; Melanie Walz, Sopran; Christoph Bossert, Orgel; Neue Vocalsolisten Stuttgart; Junges Philharmonisches Orchester Stuttgart: Manfred Schreier); Ingo Sinnhoffer: Variationen über „Nun lasst uns Gott dem Herren“ (Christian Kroll, Orgel; Sinnhofer-Quartett)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Mut, Überzeugungskraft und Sinnlichkeit – Die Komponistin und Musikerin Eva Reiter

Von Margarete Zander. Mit einem ungewöhnlichen Konzept, ihrem Charme und ihrer feinen Art, anderen Musikerinnen und Musikern zu begegnen, ist der Komponistin Eva Reiter bei den letzten Donaueschinger Musiktagen Ungewöhnliches gelungen: sie konnte die Mitglieder des SWR Symphonieorchesters für ihren Plan gewinnen, ihre Instrumente in diesem Werk gegen PVC Rohre aus dem Baumarkt zu tauschen und mischte die Klänge ganz poetisch mit Chorstimmen. Wir stellen ihnen die aktuelle Residenzkünstlerin der Elbphilharmonie vor.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: 250 piano pieces for BEETHOVEN – Kristin Amme im Gespräch mit der Pianistin Susanne Kessel

Die Musikwelt steht Kopf: Beethovens Geburtstag jährt sich in diesem Jahr zum 250. Mal und gefeiert wird landauf, landab. Noch früher dran war die Bonner Pianistin Susanne Kessel. „250 piano pieces for BEETHOVEN“ nennt sie ihr ambitioniertes Projekt, für das sie seit über fünf Jahren Kompositionsaufträge an Komponistinnen und Komponisten aus aller Welt und unterschiedlicher Genres erteilt. Alle Werke sollen dieses Jahr im Rahmen eines Konzertmarathons erklingen. Außerdem veröffentlicht die Pianistin alle Stücke in gedruckter Form sowie auf CD. Kristin Amme spricht zum dritten Mal mit der Pianistin Susanne Kessel über das Mammutprojekt und fragt nach dem Stand der Dinge: Welche Komponistinnen und Komponisten sind neu im Boot und warum? Wie hat sich ihr Verhältnis zum meistgespielten Komponisten der Welt im Laufe der Jahre verändert? Wie sieht sie den Feierwahnsinn?

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 ars acustica: Vom Rohen und Gekochten – Hörstück von Jan Jelinek

Komposition und Realisation: Jan Jelinek. (Produktion: SWR 2020). „Vom Rohen und Gekochten“ hält materielle Transformationsprozesse klanglich fest. Das Ergebnis sind akustische Zustandsbeschreibungen, die zu einer Klangkomposition verwoben werden. Jan Jelinek beobachtet das Künstlerpaar Thomas und Renée Rapedius beim Entwerfen ihrer Papier- und Metallobjekte, den Fotografen Peter Granser bei der rituellen Zubereitung von Japanischem Tee, lässt Glas zerspringen, Metall verbiegen und Holz verbrennen. Die so entstandenen Tondokumente verdichtet er zu einer Collage über die Konsistenz von Material.

23:03 – 24:00 | Ö1
Beethoven in der Neuen Musik (2) – Von Adams bis Zipp. Komponieren mit Beethoven (2)

Das Beethoven-Haus Bonn hat sich die Aufgabe gestellt, Kompositionen aus der Zeit von Beethovens 100. Geburtstag 1870 bis heute zusammen zu tragen, für welche Beethoven eine maßgebliche Rolle spielt. Entstehen soll eine Materialsammlung, die Anregungen zur Programmkonzeption liefert und als Grundlage für eine ab 2020 geplante wissenschaftliche Auswertung dient. Eine online gestellte Liste wird im Beethoven-Haus weiter bearbeitet, soll jedoch bereits jetzt als „Work in Progress“ dazu anregen, ergänzende Informationen bzw. weitere Kompositionen zu melden. Schon mit den bisher gesammelten Kompositionen der letzten 50 Jahre, die sich mit Beethoven auseinandersetzen, könnten 2020 alle „Zeit-Ton“-Sendungen programmiert werden. Gestaltung: Peter Kislinger


08.04.


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Claus Kühnl: „Reflexionen über B-A-C-H“ (Academia Sancta Katharina: Werner Andreas Albert); Gerhard Deutschmann: Concertino (Hans-Dieter Bauer, Siegfried Schubert-Weber, Klavier); Stefan Hippe: Streichquartett Nr. 2 (Minguet-Quartett); Rolf Rudin: „Der Spinnerin Nachtlied“ (musica-viva-chor bamberg: Fritz Braun); Herbert Hechtel: „A new morning“, op. 48 (Peter Sauermann, Klavier); Gunter Dornheim: Concerto Nr. 1 (Mitglieder der Nürnberger Symphoniker: Max Loy)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: All You Need Is Love – Alle Welt singt Beatles-Songs

50 Jahre ist es her, dass die berühmteste Band der Welt sich aufgelöst hat. Die Songs der Beatles aber sind längst nicht aus der Welt. In allen denkbaren Stilen werden sie heute nachgespielt: von Samba bis Salsa, vom klassischen Kunstlied bis zur barocken Orchestermusik.

Selbst die experimentelle Avantgarde setzt sich mit den Fab Four aus Liverpool auseinander. Die schönsten Beatles-Bearbeitungen erschallen heute in Kaisers Klänge. Und zwischendurch covern die Herren McCartney, Lennon, Harrison und Starr sogar sich selbst.

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2020

Mit Eckhard Weber. Die Musik von Mirela Ivicevic ist geprägt von der „Lust am Pluralismus“, von unterschiedlichen Perspektiven und Tendenzen, von einer Fülle an einzelnen Momenten, die nicht harmonisch zum Ausgleich gebracht werden, sondern in ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit miteinander in Kommunikation treten. Im Rahmen von Ultraschall Berlin spielte das von ihr mitgegründete Black Page Orchestra ein Porträtkonzert der Komponistin. Konzertaufnahme vom 18. Januar 2020 im Radialystem V

21:35 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: Herbert Howells: Requiem – Von Eva Schramm

Regine Adam, Sopran / Gesine Grube, Alt; Keunhyung Lee, Tenor / Andreas Heinemeyer, Bass; NDR Chor / Ltg.: Klaas Stok. Aufzeichnung vom 27. November 2019 in Hauptkirche St. Jacobi in Hamburg

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: ECLAT

Preisträgerkonzert zum 64. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart. Ensemble Modern. Leitung: Enno Poppe. Zeynep Gedizlioglu: „Nacht“, für Ensemble (2019) | Andreas Eduardo Frank: „Noise is a common sound II“ (2018) | Ashley Fure: „Together Games“, for moving voices and ensemble (2019/20).

(Konzert vom 8. Februar 2020 im Stuttgarter Theaterhaus). Die physische Erfahrbarkeit ihrer Werke ist für beide Preisträger des 64. Stuttgarter Kompositionspreises wichtig, weshalb sie ganz eigene Räume für ihre Kompositionen kreieren. Andreas Eduardo Frank stellt das Publikum einem futuristischen Ensemblekörper gegenüber, „der sich wie in einem Retro-Arcade-Game mit einer Lautsprecher-Choreografie den Weg durch den Geräusch-Dschungel schlägt“. Ashley Fure nutzt 3 D-Megafone, um eine fesselnde, klangliche und architektonische Komplexität herzustellen.

23:03 – 24:00 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen – Zeit-Ton Magazin

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen. Gestaltung: Heinrich Deisl


09.04.


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Festival Kontakte

Akademie der Künste, Berlin. Aufzeichnung vom 11.12.2019. Thomas Kessler: Schallarchiv (1979) Uraufführung. Desirée Meiser, Stimme. Berliner Lautsprecherorchester. Leitung: Wolfgang Heiniger

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Fred M. Bauersachs: „Tretet ein durch dieses Tor“, Kantate, op. 34 (Gerda Bauersachs, Sopran; Ulrich Reß, Tenor; Georg Fischer, Oboe; Wolfgang Scherer, Violine; Karl Maureen, Orgel; Günther Möller, Pauken; Chor und Orchester des Leopold-Mozart-Konservatoriums Augsburg: Klaus Volk); Hans Kammeier: „Wanderschaft“ (Franz Kelch, Bariton; Hans Kammeier, Klavier); Georg Emmerz: „Das Wartburg-Rosenwunder“ (Karin Hautermann, Sopran; Claude-France Journès, Klavier); David Llywelyn: „Apokalypse“ (Karl Maureen, Orgel); Joseph Haas: „Alte unnennbare Tage“, op. 42 (Gerit Lense, Klavier); Robert Owens: „Silver rain“, Fulfillment (Kieth Engen, Bass; Robert Owens, Klavier)

20:04 bis 21:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Passio

Arvo Pärt: Cantus in memory Benjamin Britten; Passio Domini nostri Jesu Christi secundum Joanni | Henryk Gorecki: Already is dusk, 1. Streichquartett

20:04 bis 22:00 | WDR 3
WDR 3 Konzert: Musik der Zeit [4] – Veränderungen über Veränderungen

York Höller: Beethoven-Paraphrase für Kammerorchester, Uraufführung | Hans Zender: 33 Veränderungen über 33 Veränderungen, Eine komponierte Interpretation von Beethovens „Diabelli-Variationen“ für Kammerorchester

WDR Sinfonieorchester, Leitung: Peter Rundel. Aufnahme aus dem Kölner Funkhaus. Nichts bleibt, wie es ist. Veränderung ist die zentrale Idee von Beethovens Komponieren. Das Prinzip des Variierens durchzieht sein gesamtes Oeuvre, in dem meist einfache Motive fortwährend verwandelt und weiterentwickelt werden.

Denkbar einfach ist auch der Walzer von Anton Diabelli, den Beethoven seinen 33 Veränderungen zugrunde legte. Mit den „Diabelli-Variationen“ wollte er nicht nur seine Kollegen, sondern auch sein großes Vorbild, Bach und dessen Goldberg-Variationen, bewusst überbieten. Hans Zender verändert in seiner „komponierten Interpretation“ Beethovens „Diabelli-Variationen“ weiter. Er verlagert das abendfüllende Klavierwerk ins Orchester, bewegt sich zugleich „zwischen einer möglichst großen Nähe zum Original und einer völligen Neuformulierung“. Ein „Balanceakt“, wie ihn Nietzsche als „furchtloses Schweben“ bezeichnet hat – „über dem Abgrund der Geschichte“ oder „zwischen den uns vertrauten Stilen“.

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Werkzeuge der Neuen Musik – Das Streichquartett – Teil 1 von 2

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Pirate Prentice’ Paranoia – Hörspiel für Stereo-Kopfhörer von Klaus Buhlert

Mit Felix Goeser, Franz Pätzold u. a. Musik und Regie: Klaus Buhlert. (Produktion: SWR 2020). Am 17. und 18. April dieses Jahres wird die weltweit erste Bearbeitung von Thomas Pynchons legendärem Roman „Gravity’s Rainbow“ (dt. „Die Enden der Parabel“) in SWR2 ausgestrahlt. Klaus Buhlert hat über zwei Jahre an der Hörspielfassung dieses Romans gearbeitet. Er stellt hier seine akustische Fantasien von Geoffrey „Pirate Prentice“ – einem britischen Geheimdienstoffizier im II. Weltkrieg – vor.

23:03 – 24:00 | Ö1
Improvisationen von Sophie Agnel – New Adits 2019. Die Pianistin Sophie Agnels.

Das New Adits Festival in Klagenfurt, von einem zweitägigen Experiment auf ein etabliertes Festival von vier Tagen angewachsen, bietet die unterschiedlichen Facetten der gegenwärtigen Musik und bildet den Zeitgeist dieser Art des Umgangs mit Klang und Ton in unnachahmlicher Art und Weise ab. Am 14. November 2019 war die Pianistin Sophie Agnel zu Gast bei New Adits in der Villa for Forest in Klagenfurt. Die Künstlerin, die gerne eingefahrene programmatische Konventionen sprengt, versucht immer wieder sich auf unerforschtes Terrain zu wagen, wobei ihr auch die Möglichkeiten des Klaviers zugutekommen. Denn mit Präparationen erweitert sie klangliche und künstlerische Zugänge auf für die Zuhörer/innen unerwartete Art und Weise. Und auch die Künstlerin selbst setzt sich keine Grenzen, improvisiert nach Stimmung – der eigenen, der des Raumes, und der des Publikums. Gestaltung: Angelika Benke (Kärnten)


10.04.


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Sprache, die schreitet so tönend – Hölderlin – eine Klangpoesie im Turm

Von Rilo Chmielorz, Pedro López und Ulrich Land. Realisation: die Komponisten. Produktion: Autorenproduktion für Deutschlandradio Kultur 2005. Länge: 51’13

In einem Turmzimmer schrieb Friedrich Hölderlin sein Spätwerk: Gedichte und Briefe zwischen Klarheit und geistiger Umnachtung. Der Autor Ulrich Land, die Künstlerin Rilo Chmielorz und der Komponist Pedro López bauen den äußeren und inneren Turm mit Klängen nach.

Hölderlin verbrachte seine letzten 36 Lebensjahre in einem Turmzimmer zwischen Phasen der Geistesgegenwart und der Geistesgestörtheit, bevor er im Alter von 73 Jahren starb. Ulrich Land ist Autor und Sprecher eines Librettos aus Textfragmenten sowie Briefen, die Hölderlin aus dem Turm an seine Mutter schrieb. Rilo Chmielorz und Pedro López haben ein Klanggebilde darüber gebaut: einen äußeren Turm, der sich allmählich aufzulösen scheint und in einen inneren Turm verwandelt. Behutsam wird Hölderlins Sprache transformiert und langsam in Musik verwandelt.

Rilo Chmielorz, geboren 1954 in Lünen/Westfalen, ist Komponistin, bildende Künstlerin und Autorin zahlreicher Radiofeatures. Arbeitet in den Bereichen Malerei, Klanginstallation, Neue Musik, Improvisation und Performance. Intensive Auseinandersetzung mit gekratzten Tönen und Elektroakustik. Lebt in Berlin und Madrid.

Pedro López ist Komponist und Multimediakünstler. Er programmiert Klangumgebungen für Installationen und Radioprojekte.

Ulrich Land, geboren 1956 in Köln, ist Autor. Seine Werke umfassen Erzählungen, Romane, Reportagen, Essays, Theaterstücke und Lyrik. Veröffentlichung zahlreicher Hörspiele und Radiofeatures, sowie von Krimis. 2002 erhielt er den Kölner Medienpreis in der Kategorie Hörfunk. Er ist Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller und im Syndikat, der Vereinigung deutschsprachiger Krimischriftsteller.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Peter Michael Hamel: „Dies Irae“ (Chor des Bayerischen Rundfunks; Münchner Blechbläsersolisten); Enjott Schneider: „Resurrexit et Ascendit“, Oratorium zu Ostern und Himmelfahrt (Inga-Britt Andersson, Sopran; Manuel König, Tenor; Fabian Hemmelmann, Bariton; Figuralchor Köln; Neues Rheinisches Kammerorchester: Richard Mailänder); Robert M. Helmschrott: „Der Orgelpsalter“ (Jean-Pierre Leguay, Orgel); Harald Genzmer: „O Heiland reiß die Himmel auf“ (Hedwig Bilgram, Orgel)

23:03 – 24:00 | Ö1
„Femenine“ von Julius Eastman – Studio Dan spielt Julius Eastman

Ein Highlight im Wiener Porgy & Bess am 11. Oktober vergangenen Jahres galt Studio Dans musikalischer Ehrung des New Yorkers Julius Eastman (1940-1990). Eastman war ein afroamerikanischer Komponist, Pianist, Sänger und Tänzer; seine Musik folgte, wie er es nannte, einem „organischen“ Prinzip, demzufolge jeder neue Abschnitt eines Werkes alle Informationen der vorangegangenen Abschnitte enthalten sollte, auch wenn manchmal „die Informationen schrittweise und nach logischen Prozessen folgend ausgelassen werden können“. 1974 gab es die Uraufführung von Eastmans „Femenine“, ein Wunderwerk der Minimal Music.

Die Partitur ist kaum mehr als eine Skizze von spärlichen viereinhalb Seiten für 72 Minuten Musik. Es gibt Hinweise auf Zeitabschnitte, ein paar notierte Variationen des Themas und geschriebene Anweisungen, zum Beispiel das Wort „displace“ (dt.: versetzen, verschieben) oder „zurückgehen und halten“. Die US-amerikanische Komponistin Mary Jane Leach betont, dass „Femenine“ mehr einen organischen Puls hat, „kein festes Metrum, aber auch nicht nur zufällige Schläge“. Man hätte das Gefühl von einem Downbeat, der in den späteren Stücken nicht mehr so stark auftauchen würde.“ Gestaltung: Marlene Schnedl


11.04.


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Mikikosmos – Miki Yuis Klangwelten

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Ohne Noise keine Zukunftsmusik – Posthumane Sinfonien oder von den Avantgarden im Medienzeitalter

Von Anna Schürmer. Niklas Luhmann prägte das Gleichnis: „Ohne Noise – kein System“. Lauscht man den Avantgarden des Medienzeitalters, präsentiert sich das weiße und farbige Rauschen auch als ästhetischer Faktor der zeitgenössischen Musik. In ihrer Sendung nimmt Anna Schürmer die Hörer auf eine musikalische Zeitreise mit: von den elektronischen Pionieren Edgard Varèse und Karlheinz Stockhausen, über die Rausch-inspirierten Arbeiten von Peter Ablinger und Lothar Voigtländer bis hin zur elektronischen Klubmusik und dem Noise-Artisten James Hoff. Am Ende der rauschhaft klingenden Zeitreise steht die Erkenntnis: „Ohne Noise keine Zukunftsmusik“.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Florian Neuner: „Asche“ – Teil II: Zur Sache

Eine Generation tritt ab: Ob Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen, Konrad Boehmer oder Dieter Schnebel – die meisten der für die Nachkriegsavantgarde in Darmstadt und anderswo prägenden Komponisten sind inzwischen verstorben.. hr 2020 / jeweils 60 Min. / Ursendung

Es war dies eine Generation, die sowohl die Musik als auch mit ihr die Welt verändern wollte: Heinz-Klaus Metzger, einer ihrer führenden Theoretiker, schrieb: „Was als Musik einst begriffen ward, bricht auseinander.“ Der in Berlin und Wien lebende Schriftsteller Florian Neuner (*1972) spürt in seinem als große Collage angelegten Hörspiel den Biografien dieser Protagonisten eines „heroischen“ Aufbruchs nach. Aus vielen Fragmenten entsteht ein Mosaik, in dem Widersprüche und Brüche nicht kaschiert werden. Auch will es ganz entschlossen nicht den Eindruck erwecken, Lebensläufe ließen sich zu erzählbaren Geschichten runden.

Angelpunkt von „Asche“ ist das Leben eines weniger bekannten Musikers dieser Generation – eines Mannes, der als Komponist von elektronischer Musik innovativ war, dem aber die Widersprüche zwischen Kunst und Lebenspraxis und seine Alkoholsucht zum Verhängnis wurden. Allen seinen Stücken liegt die Tonreihe A-S-C-H-E zugrunde. Die hat auch der österreichische Komponist Christoph Herndler (*1964) in seiner Musik für diese Text- und Klanglandschaft aufgegriffen, die man als Requiem für eine Künstlergeneration verstehen kann.


12.04.


22:08 – 22:55 | Ö1
Radio aus den Parklücken der Aufmerksamkeit –Gedankensprünge aus dem Musterbuch des Jetlags

Dort, wo Heiliges und Alltag, Ekstase und To-do-Liste zusammentreffen, präsentieren die Jet Lag All Stars Musik, Gespräche, Reportagen und Essays vom äußersten Rand der Woche. Die Jet Lag All Star Radio Show ist die Bügelfalte des Kunstsonntags. Gestaltung: Robert Czepel, Rainer Elstner, Alexander Ach Schuh, Thomas Tesar, Elke Tschaikner, Christian Scheib und Klaus Wienerroither

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: His Master’s Choice (40): Christina Kubisch

Mit Ausschnitten aus folgenden Werken: Bernard Parmegiani: Stries für 3 Synthesizer; Synthesizer Trio Berlin (Berweck / Lange / Lorenz) | Annea Lockwood: Streaming, Swirling, Converging, elektroakustische Komposition | Marina Rosenfeld: My Body für Perkussion, Klavier und Objekte; Ensemble Yarn/Wire und Marina Rosenfeld | Ernst-Albrecht Stiebler: Kanon für Orgel, elektrische Orgel und Blasinstrumente | Jacob Kierkegaard: Testimonium, Komposition und Installation für Field Recordings und Elektronik | Jean-Philippe Antoine: Superhummings, Audiocollage/ambient music.

Sie sei eine „experimentelle Klangarbeiterin“, sagt Christina Kubisch, deren jüngstes Projekt bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik 2020 uraufgeführt wird, über ihre künstlerische Praxis zwischen Installation, Soundwalk und Performance.

„Dieses Etwas-wissen-wollen, ohne genau zu wissen, wo es hingeht“ prägt ihre Forschungen bis hin zu den „Electrical Walks“, in denen sie die Besucher durch alltägliche elektromagnetische Felder wandern lässt. Für His Master’s Choice hat die Komponistin, Flötistin und Bildende Künstlerin ästhetisch und zeitlich weit auseinanderliegende Hörerlebnisse ausgewählt.

Fragen, die sie besonders interessieren, sind: Wie ist heute das Verhältnis von Interpret und Komponist? Welche Grenzen gibt es, welche verschwinden? Welche Rolle spielt der Komponist als gleichzeitiger Performer? Sind elektronische Instrumente und Field Recordings in der Neuen Musik angekommen? Wie werden sie notiert? Welche Rolle spielt der Raum bei Aufführungen?

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