Sächsische Festivalveranstalter hoffen auf Treue der Sponsoren


21.12.20 -
Dresden - Viele Musikfestivals sind in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Die Veranstalter wollen im neuen Jahr neu durchstarten - und hoffen, dass die Sponsoren nicht zuvor abspringen.
21.12.2020 - Von dpa, KIZ

Nach Absagen und Verschiebungen infolge der Corona-Pandemie hoffen die Veranstalter von Musikfestivals in Sachsen für 2021 weiter auf die Unterstützung durch ihre Sponsoren. «Aktuell sind alle Beteiligten in Warteposition, wichtige Unterstützer des Festivals halten uns die Treue», sagte der Sprecher des Internationalen Dixieland-Festivals in Dresden, Hendrik Meyer, bei einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa bei Festivals. «Allerdings werden diese erst wieder aktiv, wenn sicher ist, das wir das Festival durchführen und den entsprechenden Verträgen nachkommen können.» Deshalb sei die aktuell unsichere Situation auch ein «ungünstiger Zeitpunkt», um neue Sponsoren anzusprechen. «Unsere Erfahrung als Veranstalter ist, dass wir für das Jahr 2021 keine Mittelkürzungen bei privaten Förderern haben werden», bestätigte Torsten Tannenberg vom Sächsischen Musikrat.

Die 50. Ausgabe des Dixieland-Festivals war von diesem Jahr auf 2021 verschoben worden. «Das war nur durch eine wohlwollende Unterstützung von Spielstätten, Sponsoren und den eingeladenen Künstlern möglich», sagte Meyer. Zudem hätten fast alle Karteninhaber eingewilligt, mit den von ihnen erworbenen Tickets die jeweilige Veranstaltung im nächsten Jahr zu besuchen. «So konnte bei den Festivalumsätzen bis jetzt größerer Schaden abgewendet werden.» Sofern das Festival 2021 über die Bühne geht.

Meyer zufolge ist das wohl größte und älteste Jazzfestival der Welt auf seine Sponsoren angewiesen, denn öffentliche Fördermittel fließen trotz stets hunderttausender Besucher eher «sporadisch». So habe etwa die Stadt eine zugesagte Förderung in Höhe von 10 000 Euro vor wenigen Tagen wieder zurückgezogen. «Wir werden für alle Kosten, die bis zum nächsten Festival anfallen, selbst aufkommen müssen», sagte Meyer. Über die endgültige Sponsoren-Liste und die Partner für das Festival 2021 könne jetzt noch inmitten der Corona-Pandemie nichts gesagt werden. «Wir müssen sehen, wie sich deren wirtschaftliche Lage nach der Pandemie entwickelt.»

«Noch stehen alle unsere Sponsoren zu ihren Zusagen und das rechne ich ihnen hoch an», sagte der Intendant des Bachfestes Leipzig, Michael Maul. Unlängst wurde der Vorverkauf für das Bachfest 2021, das vom 11. bis 21. Juni geplant ist, wegen der sich verschärfenden Corona-Pandemie auf das Frühjahr verschoben.

«Wir sind vor allem für 2021 noch zuversichtlich, dass wir Fördermittel erhalten werden und unserer Sponsoren weiter zu uns stehen», sagte Maul. Das Bachfest habe internationale Strahlkraft. Die Besucher kämen alljährlich aus 40 Ländern von Japan bis zu den USA in die Bach-Stadt. Er glaube, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie möglicherweise erst in späteren Jahren spürbar werden, wenn deren wirtschaftliche Folgen deutlicher sichtbar würden.

Schon beim Bachfest 2020 waren die Veranstalter gezwungen zu improvisieren und hatten statt des abgesagten Festes einen «Bach-Marathon» kreiert. An den vier Tagen des geplanten Eröffnungs- und Abschlusswochenendes hatten in Thomas- und Nikolaikirche der Thomanerchor sowie etwa 150 zumeist freiberufliche Künstler Konzerte von zusammen etwa 1500 Minuten Dauer gegeben, die von Bach-Liebhabern in aller Welt per Live-Stream und Internet mitverfolgt werden konnten. «Das war etwas Anderes, als sich das unsere Sponsoren ursprünglich vorgestellt hatten», sagte Maul.

Eine jüngere Idee, um Sponsoren zu gewinnen, sind die «Bachfest-Patrons», die sich vor allem an private Freunde des Bachfestes richtet. Sie können in verschiedenen Kategorien spenden und im Gegenzug unter anderem beim Ticketkauf auf Plätze in besonders exklusiven Sitzbereichen hoffen, Generalproben besuchen oder gar am offiziellen Empfang zur Bachfest-Eröffnung teilnehmen.

«Unser Sponsoring-Interesse ist ungebrochen», sagte die Sprecherin der Radeberger Exportbierbrauerei», Jana Kreuziger. Das Unternehmen unterstützt unter anderem Stadtfeste, die Filmnächte in Dresden, Chemnitz und Leipzig, das Kabarett- und Comeyfestival Humorzone oder Dave-Festival für Clubkultur. Angesichts der weiter ungewissen Rahmenbedingungen könnten jedoch weder Veranstalter noch Brauerei als Partner konkret planen, sagte Kreutziger. «Unter diesen Vorzeichen können wir nicht sagen, welche Veranstaltungen wir im kommenden Jahr in unserem Kalender haben werden.»

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