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Sven Ferchow. Selfie

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Erlangen ist nicht das Ende

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Ferchows Fenstersturz 7/8 2026
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Ich verstehe die Aufregung nicht. Da war der Gleichstellungsstelle in Erlangen mal kurz langweilig. Neben ihrer ureigenen Aufgabe, nämlich sich laut BayGiG, Art. 15 für die Verwirklichung der tatsächlichen Gleichberechtigung von Frauen und Männern einzusetzen, haben sich dann einige Empörungsbeamte im Innendienst (im Volksmund: Vollzeitgekränkte) während der Brotzeit überlegt, dass das Volk mehr Belehrung braucht. Und weil in Erlangen die Bergkirchweih anstand, hat man – behördenungleich – sofort gehandelt.

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Zwölf Bierzelt-Gassenhauer schafften es auf die schwarze Erlanger Liste. Nicht, weil sie musikalisch belanglos wären. Nein. Weil deren Inhalte wohl gegen den Art. 15 des BayGiG verstoßen. Höflich, aber doch militant, teilte man den Festwirten mit, man möge auf diese musikalischen Gleichberechtigungs-Keulen verzichten. Ich persönlich kann der Gleichstellungsstelle nur gratulieren. Endlich jemand, der die kulturelle Hygiene übernimmt. Niemand möchte seinen Kindern erklären, welchem Beruf die Puffmutter ­„Layla“ von DJ Robin & Schürze da genau nachgeht und selbstverständlich musste der Spider Murphy Gang endlich das Handwerk gelegt werden, schließlich fördert ihr „Skandal im Sperrbezirk“ seit den achtziger Jahren außereheliche Prostitution. Weg mit diesem Bierzeltsexismus! Und lassen Sie uns die Gunst der Stunde nutzen. Warum bei den Erlanger Titeln aufhören? Stichwort Kita! Da müssen unsere Kleinsten bei jedem Geburtstag der oder dem Feiernden „Happy Birthday“ singen. Ohne abzuklären, ob der oder die Besungene überhaupt gefragt wurde, ob sie oder er überhaupt geboren werden wollte. Mit jedem „Happy Birthday“ wird Geburtsrecht gebeugt. Und „Alle meine Entchen“? Ein Lied, das Wasservögel auf ihre Schwimmfähigkeit reduziert und keinerlei Rücksicht auf die emotionale Komplexität von Enten nimmt. Freilich wurde auch nie gefragt, wie das Wasser gendergerecht anzusprechen ist. Zudem ist es für alle vegan oder vegetarisch Essende eine Zumutung, über Lebewesen zu singen, die später im Backofen landen. Raus aus den Kitas damit! Oder das ach so harmlose „Ein Männlein steht im Walde“. Schon der Titel trieft vor binärer Geschlechtervorstellung. Raus aus den Kitas damit! Auch die späten Babyboomer sollten zur Rechenschaft gezogen werden. Ist es nicht das oft besungene „Marmor, Stein und Eisen bricht“, das seit Jahrzehnten quasi vorbildlich für toxische Beziehungsidealisierung fungiert? Oder „Griechischer Wein“. Ein Einfallstor für unkritische Männlichkeitsbilder. Lesen Sie nur die Statistiken dazu. Weg damit. Alles weg. Wir brauchen ein Musik-Moratorium. Alles muss auf den Prüfstand. Wir sollen sowieso mehr arbeiten. Musik steht da nur im Weg. Oder wissen Sie genau, dass „Sweet Home Alabama“ geografisch korrekt ausgedrückt ist? Na also. Für die Erlanger Gleichstellungsstelle bleibt nur ein Ausweg. Die Ehrenbürgerwürde. It’s a long way to the top if you wanna rock’n’roll. Wussten schon­ ­AC/DC.

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