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Alle Artikel kategorisiert unter »Ferchows Fenstersturz«

Musik ist unantastbar

06.12.18 (Sven Ferchow) -
Herzlichen Glückwunsch, liebe Amateurmusiker! Und vor allem Helikopter- Eltern! Da hat euch der BGH ja kurz vor Weihnachten einen frechen Freibrief an die noch ungestimmten Tröten geklammert. Musizieren ist also ein Grundrecht. Glaubt der BGH. Egal wer und egal wann. Jedem Brezensalzer steht es somit frei, ein Instrument zu lernen und zu üben. Unabhängig von Hautfarbe, Religion, Geschlecht und leider auch Talent. Um es grundrechtlich zu subsumieren. Was aber bedeutet das Urteil? Dass sämtliche Amateurfußballer 51 Wochen grölend durchs Dorf ziehen dürfen, um ihr Repertoire für den jährlichen Ballermann-Ausflug zu festigen („Geh doch zu Hause, du alte Scheiße, geh doch zu Hause komm nicht mehr“)?

Fischen beim Singen

29.11.18 (Sven Ferchow) -
Geiler „move“ von RTL. Nachdem die letzte DSDS-Jury“ komplett mit Nieten besetzt war, die inklusive Dieter Bohlen keiner kannte (Ella und Carolin Schießmichtot) beziehungsweise deren musikalisches Erbe sehr überschaubar war (Mousse T.), hat RTL die Faxen dicke. Ein Fachmann muss her. Nichts gegen Bohlen, aber den Regler am Mischpult hochziehen bekommt selbst der Wendler auf die Kette. RTL holt sich also Xavier Naidoo ins Boot. Moment. Kann man das in der aufgeheizten Stimmung noch sagen? „Ins Boot holen“? Oder ist man dann gleich ein Flüchtlingsgegner und wird direkt vom Stammtisch weg nach Lampedusa geschleift und von einer Flüchtlingsorganisation an einen gestrandeten Blauwal gekettet? Egal. RTL nimmt das große Besteck. Nicht Kollegah oder Farid Bang, die beiden ECHO-Pumpen. Nein. Direkt Xavier Naidoo.

Come together

26.09.18 (Sven Ferchow) -
Was los in D? Keine Hysterie mehr? Vor ein paar Monaten lief ein empörtes Volk mit Tollwut-Koteletten durch die Republik, weil die Kameraden Kollegah & Farid Bang mit ihren – hüstel hüstel – zuweilen humorlosen Texten den „Echo“ ruinierten. Was waren wir da alle hysterisch. Und jetzt? Kommt uns Paul McCartney im viagrapflichtigen Alter von 76 mit Schweinskram daher: Wenn den Beatles John & Paul langweilig war, kam es vor, dass sie gemeinsam masturbierten. Wo bleibt denn bitte jetzt DER Aufschrei? Also der der Entrüstung. Den anderen können Sie verschweigen. Will keiner hören. Da ist nix mit „#fünfgegeneinen“.

Einfach sein

31.08.18 (Sven Ferchow) -
Es gibt Dinge, die passen nicht zusammen. Deutschland & Integration. Deutschland & Ost-Deutschland. Und: Deutschland & Popmusik. Beweis: Bei einer Sommerumfrage von BAMS und YouGo (kübeln Sie ruhig ins Waschbecken) landete Silbermond auf Platz 1, Unheilig auf 2 und Grönemeyer auf 3. Es folgten Mark Forster, Xavier Nai­doo, Sarah Connor, Max Giesinger, Marius Müller-Westernhagen, Andreas Bourani und Tim Bendzko. Wenn Sie Optionen zur obigen Kübelei haben, bitte gerne. Oder einfach laufen lassen. Dass fünf der Genannten tot sind, also künstlerisch tot, und die anderen fünf – unterstellt man Popmusik die Kraft des Aufruhrs – weniger emotionslos sind als der ehemalige Goldhamster meines Bruders, der durch einen schmissigen Sprung vom Balkon-Sims den Freitod wählte, lässt tief in die triste, traurige, trübe deutsche Seele blicken. Erschwerend: Ohne Fußball-WM oder -EM (Bourani 2014 – „Ein Hoch auf uns“, Mark Forster 2016 – „Wir sind groß“, Giesinger 2016 – „80 Millionen“) wären einige Harmoniebolzen ja gar nicht existent.

Die Bade Hosen

10.08.18 (Sven Ferchow) -
Sind Sie auch so eine „Was soll nur aus der Jugend werden“-Mimose? Prima. Dann justieren Sie mal Ihre Gesellschaftsantennen neu. Die richtige Frage muss nämlich heißen: „Was ist nur aus den Punks geworden?“ Sehen Sie sich Die Toten Hosen an.

Just buried

31.05.18 (Sven Ferchow) -
Damit das klar ist! Das war rein beruflich! UND ICH HABE NICHT GEHEULT! Denn: Irgendjemand muss sich ja das royale Verschwendertum, das das ZDF am Pfingstsamstag sendet, ansehen. Ein „Reporter“ jubelt sogar über seinen klug gewählten Platz im Volk, denn vermutlich sieht er die Kutsche zweimal vorbeifahren. Dann möge er doch bitte auch mit selbiger zurück nach Mainz fahren, das hobbylose Kind. Unglaublich.

Heil ECHO

02.05.18 (Sven Ferchow) -
So. Nun ist es offiziell. Das hysterische deutsche Volk japst mehr unter dem ECHO als unter syrischen Giftgasgranaten. Längst vergessene Preisträger (#weristwesternhagen) geben recht laut ihre ECHOS zurück. Braun lackieren wäre auch mal ein Zeichen gewesen. Vielen Dank, liebe Pappnasen vom ECHO-Ethik-Beirat. Armselig genug, dass ein musikalischer Inklusionspreis (ja, ja, … es zählen „nur“ die Verkaufszahlen) eine moralische Instanz benö­tigt. Die nachweislich seit Jahren zusammen mit dem Veranstalter gnadenlos versagt und generös durchwinkt (Freiwild, Farid Bang, Kollegah, Bushido, Sido). Die alles unter den Deckmantel der künstlerischen Freiheit kehrt und mit den vom Ledersessel verwöhnten Hinterteilen einreißt, was Pädagogen und Ehrenamtliche täglich an Integration aufbauen.

Bumsfallera

31.03.18 (Sven Ferchow) -
Schockierend. Echt. Andy Borg singt im Puff. Genau! Unser „Musikantenstadl-Andy“. Naja. Nicht irgendein Etablissement freilich. Schon eher ein edler Schuppen, das Kölner Großbordell Pascha. Ganz nach dem Motto „Du kommst (hihi) als Gast und gehst als Freund“. Habe ich zumindest gehört. Trotzdem. Unvorstellbar. Danke, liebe ARD. Kündigung, Fußtritt, Gosse. So geht man in der ARD mit Quotenbringern um. Da kann sich Florian Silbereisen schon auf eine „ménage à trois“ mit Andy Borg und Nino de Angelo einstellen.

#unsalle

01.03.18 (Sven Ferchow) -
Meine letzte musikalische Verwirrung war eigentlich keine. Ordentlich angelötet vom örtlichen Maibaumfest nach Hause wankend (#summerof93, #bierzeltbombe) und am Maßkrug festklammernd (#affenliebe), schrammte ich daheim angekommen den elend langen Flur entlang (#blutamrauputz, #restblutimalkohol), trat statt der eigenen Zimmertür die des elterlichen Schlafzimmers auf (#willmannichtgesehenhaben) und schmetterte ein beherztes „Sierra Madre“ (#mussmansichmaltrauen), bevor mich ein versehentlicher, weil im Dunkeln gesetzter familiärer Fausthieb (#nasenbluten) ruhigstellte (#gewaltistkeinlösungsolangemannurdrüberspricht).

Willkommen Ende

31.01.18 (Sven Ferchow) -
Ja, klar. Happy New Year. Druf gschisse! Denn bevor 2017 am Ende war, hatte das ZDF 2018 versenkt. Mit Andrea Kiewel, Johannes B. Kerner und der Silves­tershow „Willkommen 2018“. Schon die Besetzung impliziert die Aufforderung, die Wirkung überdosierter wie frei erhältlicher Hustensäfte in der Silvester-Notapotheke zu erfragen. Und spätestens als das forsche ZDF die Show um 20:15 Uhr mit „We will rock you“ eröffnet und die Moderatoren dazu – sicher nach einem Kopftreffer mit dem Gute-Laune-Vorschlaghammer des ZDF – eher unbeholfen versuchen, die Tagesaufgabe (beide Händen treffen sich vor dem Körper und erzeugen ein Klatschgeräusch) zu erfüllen, erscheinen mir vier weitere Jahre Trump statt vier Stunden Kiewel/Kerner lebensbejahender zu sein.
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