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Rebekka Brühl, Anastasiia Vysoka, Julia Gora, Miriam Stelzer. Foto: © Lukas Heibges

Rebekka Brühl, Anastasiia Vysoka, Julia Gora, Miriam Stelzer. Foto: © Lukas Heibges

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Mit Witz und Esprit – „The Enchanted Pig“ von John Dove am Theater Freiburg

Vorspann / Teaser

Männer sind Schweine. Das weiß spätestens seit dem Song der „Ärzte“ aus dem Jahr 1998 jedes Kind. Aber ein Schwein als Bräutigam? „Seine Fürze sind übel, sein Schwänzchen ist süß und ringelig.“ Prinzessin Flora hat im Gegensatz zu ihren Schwestern keinen gescheiten König abbekommen, sondern nur ein Schwein, das in der Posaune (Pedro Santos) kräftig grunzt.

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Den Schock über die anstehende Schweinehochzeit hört man im Sol-Ponticello-Spiel des Cellos (Henrike Körner). Aber Miriam Stelzer bleibt in der Hauptpartie keine andere Wahl – und sie suhlt sich auch bald im imaginären Matsch. Dass das Schwein von einer bösen alten Frau verzaubert ist, merkt die Prinzessin erst im Laufe des Abends. Die Mezzosopranistin nimmt das Publikum im Kleinen Haus des Freiburger Theaters mit auf eine sehr unterhaltsame Reise, die sie selbst an emotionale Grenzen führt. Stelzer kann Leichtigkeit und Tiefe. Und schenkt dem schön überdrehten Abend immer wieder innige Momente.

John Doves zwanzig Jahre alte, eingängige Kammeroper „The Enchanted Pig“ (Libretto: Alasdair Middleton) nach einem rumänischen Volksmärchen, die nun durch Studierende der Freiburger Musikhochschule ihre deutsche Erstaufführung erlebte, hat schnelle Schnitte, rhythmischen Groove und viele instrumentale Effekte, die die Märchengeschichte plastisch machen. In vielen Passagen erinnert die durchgehend tonale Musik an ein Musical. Das ist Theatermusik in bestem Sinne – mit atmosphärischen Klangflächen, spannungsreichen Verdichtungen und einer engen Verbindung zwischen instrumentalen und vokalen Linien. Das von Neil Beardmore am Keyboard und Klavier geleitete Instrumentalensemble ist mehr Band als Kammerorchester und sorgt mit zwei Schlagzeugern (Severin Mahni, Jan Pohlmann), Harfe (Francesca Pronto), Kontrabass (Nikolaj Trivukas) und den bereits erwähnten Melodieinstrumenten Posaune und Cello für einen flexiblen, farbigen und perfekt getimten Sound. Da klingt das Keyboard oft nach Akkordeon. Die vielen Tempo- und Stilwechsel gelingen mit Leichtigkeit. Wie überhaupt der ganze, von Alexander Schulin inszenierte Abend vor Witz und Esprit nur so sprüht (Bühne: Fabian Lüdicke, Kostüme: Yvonne Förster, Choreographie: Emma-Louise Jordan).

Dass die gut geprobte, auf Englisch gesungene Produktion diese Präsenz entfaltet, liegt an den Gesangstudierenden, die jeweils verschiedene Rollen verkörpern und sich auch immer wieder in unterschiedlich besetzten Chören zusammentun – schnelle Kostümwechsel inklusive. Neben Stelzer ragt die ukrainische Sopranistin Anastasiia Vysoka als eitle Prinzessin Mab und koloraturengeschmückte Rivalin Adelaide aus dem guten Ensemble heraus. Bariton Sören Thiemann ist ein mit viel Klangvolumen ausgestattetes Schwein, dem auch lyrische Phrasen gelingen. Dass bei der Verwandlung in den Prinzen der Knopf des Pelzkostüms klemmt, bleibt die einzige Panne des Abends. Auch die polnische Sopranistin Julia Gora als Prinzessin Dot und 50er-Jahre-Tag sowie Lluis Arratia als prolliger Mr. Nordwind und König Hildebrand setzen Akzente. Rebekka Brühl verkörpert mit ihrem tiefen Mezzo als Buch des Schicksals, alte Frau und Mrs. Nordwind gleich drei Rollen. Mit Zichun Zheng und Kaiheng Qie komplettieren zwei Tenöre das Ensemble. Nach vielen Irrungen und Wirrungen bekommt Flora am Ende doch ihr Lieblingsschwein zum Mann. Und man singt ein Lied auf die Liebe.

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