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Alle Artikel kategorisiert unter »Premiere«

Respektlos-kreatives Experiment zwischen Musik- und Sprech­theater: „Giovanni – eine Passion“ an der Neuköllner Oper

13.10.19 (Dieter David Scholz) -
Neben dem Terzett der Berliner Opernhäuser gibt es seit 1977 eine freie Operntruppe mit wech­selnden, seit 1988 mit fester Spielstätte im Ballsaal der Passage Neukölln – die Neu­köllner Oper. Ihr Name ist Programm, Neukölln ist der Stadtteil Berlins, in dem 160 Natio­nalitäten in drei Generationen neben- und miteinander leben. Längst ist die Neuköll­ner Oper - eine von der Senatsverwaltung für kulturelle Angelegenheiten geförderte, Instanz für Musiktheater jenseits des Üblichen geworden. Am 10. Oktober hatte die jüngste Produktion Premiere: „Giovanni. Eine Passion“.

Ächtes Musical! - „Monty Python’s Spamalot“ am Theater Altenburg-Gera

13.10.19 (Roland H. Dippel) -
Gleich zwei Neuproduktionen von „Monty Pythons's Spamalot“ nach dem Film „Die Ritter der Kokusnuss“ gibt es derzeit: im Theater Gera und im Theater Hof (ab 25.10.). Auf die skeptische Frage, ob derartiges tatsächlich eine komplette Position an subventionierten Subventionstheatern rechtfertigt, überwiegt letztlich die Bejahung. Vor allem, wenn der Brachial-Humor des Opus zu einer solchen slapstickhaften Genredefinition und Demontage der Kunstform Musical genutzt wird wie in dieser Fundus- und Klischee-Plünderei am Theater Gera. 100 Minuten Quietschen, Gröhlen, Feixen ohne Rücksicht auf Verluste.

Mit Opulenz ins Happyend: Enrico Lübbe inszeniert „Tristan und Isolde“ in Leipzig

07.10.19 (Roland H. Dippel) -
Leipzigs Schauspielchef Enrico Lübbe debütierte nach Erfolgen mit Strauss’ „Elektra“ in Bonn und Bergs „Wozzeck“ in Erfurt auch an der Oper Leipzig als Musiktheaterregisseur. Die Premiere von Wagners 1865 in München uraufgeführtem Musikdrama „Tristan und Isolde“ endete mit lautem Jubel. Der Liebestod wird in Lübbes Inszenierung zum Happyend. Schon bei König Markes letztem „Warum?“ steht Tristan von den Toten auf.

An der Oper Lyon macht Tobias Kratzer aus Gioachino Rossinis „Guillaume Tell“ ein Lehrstück

06.10.19 (Joachim Lange) -
Mit seinem „Guillaume Tell“ hat sich Gioachino Rossini den abrupten Wechsel vom Erfolgskomponisten zum Lebenskünstler mit 37 Jahren sozusagen redlich verdient. Denn mit dem macht er Ernst, da geht’s 1829 zur Sache. Rossini feiert mit revolutionärem Furor den exemplarischen Freiheitswillen der Schweizer im Format einer Grand Opera. Dabei analysiert er das bedrohlich Böse so glasklar, dass seinem Publikum keine Chance bleibt, als dem in eine Oper übersetzten Pathos Friedrich Schillers zu folgen. Joachim Lange sieht und hört eine große Oper.

Tschechische Erstaufführung einer russischen Oper nach einem amerikanischen Roman: Rodion Schtschedrins „Lolita“ in Prag

05.10.19 (Michael Ernst) -
Vladimis Nabokovs „Lolita gilt als Kult-Roman, wurde mehrfach verfilmt und hat es auch auf die Opernbühne geschafft, wird dort aber viel zu selten gezeigt. Zur tschechischen Erstaufführung der „Lolita“ von Rodion Schtschedrin von Michael Ernst.

Die lustigen Weiber und die Crossdresser – Otto Nicolais Shakespeare-Oper an der Staatsoper Berlin

04.10.19 (Peter P. Pachl) -
Die Tatsache, dass am Tag der Deutschen Einheit eine Spieloper von Otto Nicolai das Festprogramm bildete, mag den einen oder anderen Opernbesucher verwundert haben. Aber immerhin hat in diesem Opernhaus vor 170 Jahren die Uraufführung der „Lustigen Weiber von Windsor“ stattgefunden, und Otto Nicolai war einer der Vorgänger im Amte von Daniel Barenboim. Peter P. Pachl über Premiere mit „wenn“ und „doch“.

Intelligenz + Hedonismus = Schach – „Die Kluge“ am Gärtnerplatztheater München

03.10.19 (Roland H. Dippel) -
Gleich zwei Komponisten wurden für die von den Freunden des Nationaltheaters geförderte „Reduzierte Fassung für 15 Instrumentalisten“ von Carl Orffs „Die Kluge“ im Studio des Gärtnerplatztheaters verpflichtet: Wilfried Hiller (geb. 1941), der heute auch als künstlerischer Leiter des Carl-Orff-Festes Andechs einer der wichtigsten Sachwalter von Orffs Vermächtnis ist, und Paul Leonard Schäffer (geb. 1987). Schlusspointe: Am Ende setzt die kluge Bauerntochter sich selbst die Krone auf und lässt den König in der Truhe – zu eher beruhigenden Klängen. Ein Bericht von Roland H. Dippel.

Ein Plädoyer für den Optimismus – Deutsche Erstaufführung von „Ein Amerikaner in Paris“ in Kiel

02.10.19 (Arndt Voß) -
Das Theater Kiel hat schon eine Reihe von beachtenswerten Musical-Produktionen erarbeitet. Jetzt präsentierte es George Gershwins „Ein Amerikaner in Paris“ in einer Bühnenversion, die etliche Gesangsnummern und Instrumentales aus seinen Werken nutzt, darunter, quasi als Ouvertüre nur, das 1928 komponierte, titelgebende „Tone poem for orchestra". Ende 2014 bereits war das Werk im Pariser „Théâtre du Châtelet“ uraufgeführt worden und nach Broadway und Londoner West End jetzt in Kiel im gleichen Arrangement als „Deutsche Erstaufführung“ zu erleben (Premiere: 28. September 2019). Arndt Voß klärt auf.

„Götterdämmerung“ – Paul Esterhazy vollendet am Staatstheater Oldenburg grandios seinen Ringzyklus

02.10.19 (Ute Schalz-Laurenze) -
Die Waschküche, aus der am Anfang von Richard Wagners „Rheingold“ den Rheintöchtern von Wotan der Ring gestohlen wird (2017), ist nun in der Aufführung durch das Oldenburgische Staatstheater wiederzusehen: In der „Götterdämmerung“, das seine zu Recht umjubelte Premiere hatte. Ute Schalz-Laurenze berichtet.

Viel Atmosphäre, wenig Verdichtung: Glucks „Orphée“ in John Neumeiers Regie in Baden-Baden

30.09.19 (Georg Rudiger) -
Zur Saisoneröffnung im Festspielhaus Baden-Baden setzte der neue Intendant Benedikt Stampa Christoph Willibald Glucks „Orphée et Eurydice“ in der Pariser Fassung aufs Programm, in einer bereits anderenorts gespielten Inszenierung des Choreographen John Neumeier. Georg Rudiger ist nicht begeistert:
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