Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Premiere«

Bühnenzauber: Im Staatstheater Meiningen geht es mit barocker Lust in die neue Spielzeit und eine neue Intendanz

19.09.21 (Joachim Lange) -
Er hat natürlich auch einen von seinem Vorgänger inszenierten „Fliegenden Holländer“ und dann eine „La Boheme“ auf der Agenda, zu der er den Malerfürsten Markus Lüpertz als Regisseur und Ausstatter verführt hat. Außerdem will der gebürtige Ilmenauer Jens Neundorff von Enzberg nach seinem Wechsel von der Intendanz in Regensburg zu der des Staatstheaters der Thüringer Theaterresidenz Meiningen in Eisenach einen Schwerpunkt zu barocken Erkundungen von Werken etablieren, die in der Region entstanden aber in Vergessenheit geraten sind. Insofern passt seine Spielzeiteröffnung mit der Händeloper „Amadigi di Gaula“ sogar programmatisch. Sie passt aber auch dem Gesundheitsamt. Denn in jedem Intendantenbüro sitzt ja bis auf weiteres das Virus sprich das ihn bekämpfende Amt mit am Tisch.

U-Bahn-Anschluss am Wolfgangsee? – Benatzkys „Weißes Rössl“ in Dresden

14.09.21 (Michael Ernst) -
Die Staatsoperette Dresden transponiert Ralph Benatzkys Gassenhauer zur Großstadtrevue. Wer nur gut genug auf die Instinkte zielt, die er erlegen will, muss sie bedienen. Die Welt der Operette, mag sie noch so verlogen sein, hält sich absolut ehrlich an diese Devise. Ralph Benatzky und sein Singspiel „Im weißen Rössl“ hat dies ebenso gründlich befolgt wie zahllose Schöpfer von singenden, klingenden Traumwelten vor und auch nach ihm.

Freispruch für „Poppaea“ in Basel? – Nicht in Michael Herschs Oper

13.09.21 (Roland H. Dippel) -
War Donald Trump ein Anlass-Splitter für diese neue Oper über den Kaiser Nero? Und kann seine in Adaptionen immer sehr ambivalent charakterisierte Frau Poppaea Sabina für die Gegenwart eine sympathetische Umdeutung erfahren? Bernhard Günther, Kurator des Festival ZeitRäume Basel – Biennale für neue Musik und Architektur und des Festival Wien Modern, brachte die Uraufführungspremiere von „Poppaea“ im Kulturzentrum Don Bosco Basel.

Das Salz in der Suppe – Karen Stone inszeniert am Theater Magdeburg Verdis „Falstaff“

13.09.21 (Joachim Lange) -
Giuseppe Verdis „Falstaff“ gehört zu den Meisterwerken der Operngeschichte, die immer besser werden, je öfter man sie hört. Es ist die Vielzahl der Köstlichkeiten, die verführt. Und man freut sich nach dem Aufblitzen und wieder Verschwinden der einen schon auf die nächste. Klar sind da keine Arien über die Rampe zu schmettern. Auch schwelgerisches Anschmachten taucht nur als ironisch akustisches Augenzwinkern auf. Aber die Souveränität, die Entdeckerfreude und auch die Lust, sein Publikum (als fast Achtzigjähriger) noch einmal zu überraschen, wo er es doch schon seit Jahrzehnten quasi in der Tasche hatte, das imponiert bei jeder Wiederbegegnung mit dem Werk.
k.A.

Befragung des Körpergedächtnisses. „The Body Memory Opera“ im Berliner Theater im Delphi

11.09.21 (Stefan Drees) -
Als „zeitgenössische Oper über die Erinnerungen, die unsere Körper in sich tragen und von denen sie getragen werden“ wurde die Produktion „The Body Memory Opera“ angekündigt. Am vergangenen Donnerstag erlebte die kooperativ erarbeitete Mischung aus unterschiedlichen Theaterformen im Rahmen des Monats der zeitgenössischen Musik im Berliner Theater im Delphi ihre Premiere.

Lübeck: Benjamin Brittens „Owen Wingrave“, ein szenischer Abgesang an eine militante Welt

10.09.21 (Arndt Voß) -
Das Werk, das in Lübeck die Spielzeit eröffnete (3. und 5. September 2021), macht nachdenklich. Aufgeführt wurde „Owen Wingrave“, Benjamin Brittens Oper von etwas über zwei Stunden Dauer. Sie ist nicht nur musikalisch bemerkenswert, durch die reduzierten Mittel auf eine ganz eigene Art packend, sie ist vor allem inhaltlich ungewöhnlich aktuell.

Typisch Novoflot: Wenig Monteverdi und viel Sportsgeist für das Kunstfest Weimar

10.09.21 (Roland H. Dippel) -
Dreimal Kunstfest Weimar, dreimal Novoflot und „Oper #1 – #3“ – vor allem „Oper“ bitte in Anführungszeichen. 2019 erlebten „Die Oper #1 – Am Kreis (Für den Anfang)“ an Weimarer Plätzen, 2020 „Die Oper #2 – In den Seilen (Vom Ende)“ vor und im Deutschen Nationaltheater Weimar ihre Uraufführungen. Beide Teile gelangten Ende August 2021 auch beim Copenhagen Opera Festival zur Aufführung. (Halb-)Rund wurde die Trilogie mit der Uraufführung „Die Oper #3 – Die Outtakes“ im Wimaria-Stadion. Dieses ist sicher nicht der ungewöhnlichste, aber mit Abstand größte Schauplatz in den abenteuerlichen Ortserkundungen des Kunstfests Weimar und die für drei Vorstellungen größte Musiktheater-Erlebniswiese Deutschlands.

Technische Opernlegende: Stewart Copelands Sicht auf Nikola Tesla in Weimar

06.09.21 (Roland H. Dippel) -
Schon beim Kunstfest Weimar 2020 hätte die Oper „Electric Saint“ des Police-Drummers Stewart Copeland als Koproduktion mit dem Deutschen Nationaltheater Weimar herauskommen sollen. Diese Uraufführung ist eines der vielen Kapitel aus den Corona-Chroniken dieses Festspielsommers. Das beinhaltet neben den Reiseerschwernissen des zur Premiere am 5. September nicht anwesenden Komponisten auch ein Arrangement für kleinere Orchesterbesetzung. Wie man es dreht: In das Kunstfest Weimar 2021 als „Bundesgeistesschau“ will „Electric Saint“ ebenso wenig passen wie zu den intensiven Kunstfest-Diskursen über den Klimawandel und das Wohin in unserer Wachstumsgesellschaft. Der Applaus wirkte trotz hervorragender musikalischer Leistungen und einiger Bravi etwas schütter.

Schmale Reichweite tiefer Gedanken: Schorsch Kamerun beim Kunstfest Weimar

05.09.21 (Roland H. Dippel) -
„Wem gehört welch' Land?“ Die von Schorsch Kamerun in seinem Konzertabend beim Kunstfest Weimar erhobene Frage ist berechtigt. Der Autor und Theatermacher agiert zwar etwas weniger pathetisch, aber ähnlich verworren wie Richard Wagner. Die Uraufführung am Freitagabend im Deutschen Nationaltheater wurde zur Anthologie vieler Fragen und ausbleibender Antworten. Verlautbarungen mit Lücken an einem Ort, der diese Lücken halbwegs mit Sinn füllt.
Inhalt abgleichen

Das könnte Sie auch interessieren: