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Alle Artikel kategorisiert unter »Premiere«

Gestrandet – „Sleepless“ von Peter Eötvös an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin uraufgeführt

30.11.21 (Joachim Lange) -
Peter Eötvös macht hier eine Geschichte zur Oper, von der man sich fragt, „wer hier welchen emotionalen Nährwert mitzunehmen vermag, so deprimierend niederdrückend sei diese, findet unsere Kritiker Joachim Lange und ergänzt: „Eötvös evoziert mit seiner Komposition eine Atmosphäre, die wie ein ausgebremster Britten wirkt und ihre emotionale Grundströmung beibehält.“

Kaffeekränzchen mit Jack The Ripper – „Elektra“ von Richard Strauss in Hamburg

30.11.21 (Dieter David Scholz) -
Das mythologische Atridendrama um Agamemnon, seine Ehefrau Klytämnestra, deren Liebhaber Aegisth, und die Kindern Iphigenie, Elektra, Chrysothemis und Orest ist eines der klassischen Schlachtfeste des antiken Dramas: Der Vater opfert Iphigenie aus politischen Motiven, Klytämnestra und Aegisth erschlagen Agamemnon. Orest wird als Kleinkind zu Bauern gegeben (er wird später Klytemnästra und Ägisth töten), Elektra will ihren Vater rächen, Chrysothemis eine „normale“ Existenz aufbauen.

Motorischer Vintage-Mozart: „Die Hochzeit des Figaro“ in Erfurt

28.11.21 (Roland H. Dippel) -
Derzeit scheinen die Menschen in Wolfgang Amadeus Mozarts und Lorenzo da Pontes opera buffa „Die Hochzeit des Figaro“ und ihre Triebhaftigkeiten wichtiger als die politische Dimension. Am Theater Erfurt kommen in der Inszenierung von Martina Veh neben dem erotischen Spaß auch dessen Grenzen ins Bild. Musikalisch gerät das unter Samuel Bächli als blitzblankes Bekenntnis zur herkömmlichen Aufführungspraxis.

Doppeluraufführung am Theater Nordhausen: „Kain und Abel“ und „Verklärte Nacht“

28.11.21 (Joachim Lange) -
Das Theater Nordhausen kombiniert die Uraufführung der Oper „Kain und Abel“ von Christoph Ehrenfellner mit der Uraufführung von Ivan Alboresis Ballett „Verklärte Nacht“. Das ist mal ein Zeichen: In den Wochen vor Weihnachten des zweiten Coronajahres, die sich in den Opernhäusern, die noch spielen, anfühlen wie ein düsterer Vorabend, stemmt Nordhausen eine Uraufführung! „Kain und Abel“ von Christoph Ehrenfellner. Eine Oper für Solisten, Damenchor und Orchester.

Peter P. Pachls Abschied: Römischer Karneval um „Die heilige Cäcilia“ in Hattingen

22.11.21 (Roland H. Dippel) -
Am 15. November verstarb der Regisseur, Dramaturg, Musikwissenschaftler und Theaterleiter Peter P. Pachl nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 68 Jahren. Pachl wurde aus dem Proben zu seiner Inszenierung der Uraufführung von Anton Urspruchs Oper „Die heilige Cäcilia“ gerissen, die er in der Henrichshütte Hattingen vorbereitete. Die durch die Pandemie außerordentlich erschwerte Premiere am 21. November wurde zu einer Hommage für den leidenschaftlichen Opernentdecker und Autor der nmz.

Zur Kenntlichkeit entstellt – Ein neues Stuttgarter Ringprojekt hat mit dem „Rheingold“ begonnen

22.11.21 (Joachim Lange) -
Auch diesmal soll es ein Ring von verschiedenen Regie-Kollektiven werden. In Stuttgart haben sie das unter Klaus Zeheleins künstlerischer Obhut quasi erfunden. Was Joachim Schlömer, Christoph Nel, das Gespann Jossi Wieler/Sergio Morabito und Peter Konwitschny nebeneinander gestellt haben, profilierte vor über zwanzig Jahren die Teile des Ganzen. Ob ein solches Vorgehen mehr Vor- oder Nachteile hat, kommt auf das Ergebnis an.

Eine Schachpartie auf Leben und Tod – Frédégonde von Ernest Guiraud und Camille Saint-Saëns in Dortmund

21.11.21 (Joachim Lange) -
In Dortmund gab es im März 2020 eine gespenstische Vorstellung. „Die Stumme von Portici“ war eine der letzten Premieren vor dem ersten Lockdown; eine Geisteraufführung gerade noch für eine Handvoll Kritiker. Im November 2021 gibt es wieder die Premiere eines besonderen Stückes. Diesmal ist die Ausgrabung noch ambitionierter. Von Ernest Guirauds und Camille Saint-Saëns’ „Frédégonde“ dürften nur Spezialisten etwas gewusst haben.

Vernebelte Trap-Oper – Uraufführung von „cloud*s*cape“ in der Bühne 2 des Münchner Volkstheaters

20.11.21 (Wolf-Dieter Peter) -
War es auch im antiken griechischen Theater schon so? Denn bei der Wiederbelebung als „Oper“ am Beginn unserer Neuzeit spukte die Idee des Gesamtkunstwerks durch Formen, Stile und Werke und seither weiter: Da kam der Höhepunkt mit Wagner und letztlich zielt ein Abend mit „Rammstein“ auf das Gleiche. Da auch die kleinere Bühne des neuen Volkstheaters fast alle Wünsche der Macher erfüllen kann, gingen sie in die Vollen Richtung Gesamtkunstwerk.

Concerto Köln und Kent Nagano nähern sich Richard Wagners „Ring des Nibelungen“

20.11.21 (Roland H. Dippel) -
Seit 2017 erarbeitet das künstlerisch-wissenschaftliche Projekt „Wagner-Lesarten“ mit Beteiligung von Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen einen historisch-informierten Zugang zu Wagners monumentaler Tetralogie "Der Ring des Nibelungen". Der erste Teil „Das Rheingold“ wurde konzertant am 18. November in der Kölner Philharmonie aufgeführt. Es folgt(e) ein Konzert am 20. November im Concertgebouw Amsterdam

Herz à la Rossini – Die Burletta „Gelegenheit macht Diebe“ im Münchner Prinzregententheater

18.11.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Ach, dieses Italien um 1800! Da ging es zwar politisch drunter und drüber – aber was da zwischen Neapel und Mailand, Rom und Venedig los war… Opernkulinarik vom Feinsten! So einen neunzigminütigen Appetithappen, die Farce „L’occasione fa il ladro“ von 1812, pickten sich jetzt die Theaterakademie August Everding, das Münchner Rundfunkorchester und ein paar Opernprofis heraus und servierten ihn: nicht Tournedos, sondern inhaltsbezogen quasi als „Herz à la Rossini“.
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