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Alle Artikel kategorisiert unter »Georg Rudiger«

Mit der Leichtigkeit der Regie – Händels „Ariodante“ an der Oper Stuttgart

06.03.17 (Georg Rudiger) -
Einer nach dem anderen kommen sie zu Händels Ouvertüre an die Bühnenrampe. Sie tragen Jogginghose und Boxermantel. Wie bei einer Casting-Show hat sich jede und jeder eine individuelle Choreographie überlegt und inszeniert den kleinen Auftritt mit coolen Gesten. Ein Videowürfel präsentiert die Namen der Kandidaten. Am Ende stehen die Sieben in einer Reihe und lassen sich feiern. Erst zur Gavotte legen sie ihre Klamotten ab und ziehen sich um für ihre eigentliche Rolle. Georg Friedrich Händels „Ariodante“ beginnt an der Stuttgarter Staatsoper ungewöhnlich poppig.

Alleine ins Dunkle, Ungewisse – Manfred Trojahns Oper „Orest“ wird bei ihrer Schweizer Erstaufführung in Zürich gefeiert

28.02.17 (Georg Rudiger) -
Die Oper beginnt mit einem Schrei. Vom ersten Takt an ist Manfred Trojahns Oper „Orest“ unter Spannung gesetzt, die bis zum letzten Takt des 80-minütigen, ohne Pause gespielten Dramas anhält. Am Ende gibt es am Opernhaus Zürich stürmischen Applaus für diese Schweizer Erstaufführung der 2011 in Amsterdam uraufgeführten Oper.

Gefällig! Uraufführung von Ludger Vollmers Oper „Crusades“ am Theater Freiburg

16.01.17 (Georg Rudiger) -
Ein islamistischer Selbstmordattentäter, der sich kurz vor dem Anschlag auf die Jerusalemer Grabeskirche bekehrt und deshalb von seinem Auftraggeber erschossen wird – „Crusades“, die neue Oper von Ludger Vollmer, trägt am Ende richtig dick auf. Und lässt nochmals alle der über 100 Beteiligten auf die Bühne kommen, um im Epilog Frieden und Gerechtigkeit zu fordern.

Wie ein Uhrwerk – Leos Janáceks Oper „Die Sache Makropulos“ am Freiburger Theater

27.11.16 (Georg Rudiger) -
Der Zeiger auf dem großen Zifferblatt steht still. Die Zeit ist angehalten für die Operndiva Emilia Marty, die, weil sie als Kind von ihrem Vater ein Lebenselixier zu trinken bekam, inzwischen 337 Jahre zählt. In Leos Janáceks Oper „Die Sache Makropulos“ am Freiburger Theater verkörpert die tschechische Mezzosopranistin Katerina Hebelková die Primadonna. Und macht aus der geheimnisvollen Figur eine sinnliche, selbstbewusste, von den Männern begehrte Frau, die ihr zerbrechliches Inneres mit dem Glanz des Erfolgs schützt.

Schwindel, Irrtum und Manipulation – Luke Bedfords Kammeroper „Through his teeth“ in Freiburg

13.10.16 (Georg Rudiger) -
Brilliante deutsche Erstaufführung von Luke Bedfords Kammeroper „Through his teeth“ in Kombination mit Monteverdis „Il Combattimento di Tancredi e Clorinda“ durch die Opera Factory Freiburg.

Stehende Ovationen, rote Herzen, offene Fragen

05.09.16 (Georg Rudiger) -
Sie konnten sich lange vorbereiten auf diesen Abschied, den sie selbst nicht gewollt hatten. Die Musikerinnen und Musiker des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart (RSO) und des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg gaben nun endgültig ihre letzten Konzerte.

François-Xavier Roth: „Rundfunkorchester sind unglaubliche Maschinen für die Musik, für die Zukunft“

17.07.16 (Georg Rudiger) -
Am Wochenende gibt das SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg seine letzten beiden Konzerte überhaupt. Zuvor hat Georg Rudiger nochmals vor einer Probe im Freiburger Konzerthaus mit dem Chefdirigenten François-Xavier Roth gesprochen, der seit 2015 auch Generalmusikdirektor in Köln ist.

Auf die Erde gestellt – Karlheinz Stockhausen „Donnerstag“ aus „Licht“ am Theater Basel

26.06.16 (Georg Rudiger) -
In der linken Hand ein Glas Whiskey, in der rechten eine Zigarette. Die Band im Foyer des Basler Theaters hat noch Pause und wird erst nach und nach vom Dirigenten im roten Anzug zusammengetrommelt. Man trägt Schlaghosen und Langhaarperücke. Und gibt sich auch noch betont relaxt, als die sechsstündige Oper „Donnerstag“ von Karlheinz Stockhausen mit scharfen, gestanzten Akkorden im Blech beginnt.

Die Leichtigkeit des Skandals – Philippe Boesmans „Reigen“ an der Oper Stuttgart

26.04.16 (Georg Rudiger) -
Ein Skandalstück ist Arthur Schnitzlers 1920 in Berlin uraufgeführte Komödie „Reigen“, die zehn sexuelle Begegnungen von Mann und Frau beschreibt, schon lange nicht mehr. Sex außerhalb der Ehe ist in Deutschland längst kein Aufreger mehr, sondern gesellschaftliche Normalität. Dennoch hat Schnitzlers ernüchternde Sicht auf die Liebe in Zeiten des Online-Datings nichts an Aktualität verloren. Dies ist am Stuttgarter Opernhaus zu erleben, wo nun 23 Jahre nach ihrer Brüsseler Uraufführung Philippe Boesmans gleichnamige Oper (Libretto: Luc Bondy) anlässlich des 80. Geburtstags des belgischen Komponisten Premiere hatte.

Faszinierende Traumwelten – Bernhard Langs „Der Golem“ am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt

17.04.16 (Georg Rudiger) -
Der eine Nackte kriecht aus dem Souffleurkasten. Die anderen beiden Männer, die ebenfalls nur eine kegelförmige Kapuze über dem Kopf tragen, erscheinen aus dem Hintergrund. Den ganzen Abend sind die drei Performer in der Inszenierung von Peter Missotten präsent und wandeln durch den Raum. Sie stehen wie auch die Videosequenzen von Missotten, die auf das Bühnenbild projiziert werden, für eine zweite Ebene, die rational nicht zu ergründen ist.
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