Bei Jugend musiziert zeigen Musiker:innen sowohl als Solist:innen als auch im Ensemble ihr musikalisches Können in der Öffentlichkeit und präsentieren sich einer fachkundigen Jury. Mit der Teilnahme an den jeweiligen Wettbewerbsebenen ist die musikalische Förderung aber nicht zu Ende.
Marc Strokov (Violoncello) und die Neue Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Roc Fargas i Castells beim Marler Debüt im März 2026 im Theater Marl. Foto: David Lindner
Reisen, Klangräume und Auftritte
Sonderpreise
Alle drei Wettbewerbsebenen bieten den Musizierenden weitere Auftrittsmöglichkeiten, etwa bei Konzerten zur Vorbereitung auf den Wettbewerb oder bei Preisträger:innenkonzerten sowie Sonderpreise und Prämien von Stiftungen, Förderern oder Sponsoren. Beim Bundeswettbewerb können sich die Musizierenden Sonderpreise von über 30 Institutionen, Organisationen und Privatpersonen im Wert von über 170.000 Euro erspielen. Die Jury entscheidet während der Wertungsspiele über die Vergabe der Preise und nach dem Bundeswettbewerb präsentieren sich die Ausgewählten in dem Konzert der Sonderpreisträger:innen am 21. Juni 2026 um 11 Uhr im Beethoven- Haus Bonn. Zu den Stiftenden gehören: die Deutsche Stiftung Musikleben, die Jürgen Ponto-Stiftung zur Förderung junger Künstler, die Carl Bechstein Stiftung, der Bärenreiter- Verlag, Hermann J. Abs-Stiftung, die Manfred Vetter-Stiftung für Kunst und Kultur, die Sparkassen-Finanzgruppe, die Stiftung Schleswig-Holstein Musik Festival, die Walter und Charlotte Hamel Stiftung, Bernhard Kleindienst Arpeggione Stiftung, die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL), die Harald-Genzmer- Stiftung, die Bertold Hummel Stiftung, die Freunde Junger Musiker München e.V., der Verband deutscher Musikschulen, das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Familie Eckart Rohlfs, die Geschwister Sütterlin, die Paganino KG, das Fördernetzwerk Jugend musiziert, Dr. Dorothee Eberhardt- Lutz, der VDH – Deutscher Harfenverband e.V., die YAMAHA Music Europe GmbH, der Bundesverband Deutscher Gesangspädagogen (BDG), das Deutsche Tubaforum e.V., die Hans und Eugenia Jütting-Stiftung, die Herbert Wurlitzer GmbH, die Hummel-Gesellschaft-Weimar e.V., Draiflessen, das Gesellschaftshaus Magdeburg, das Kammerorchester an der TU Darmstadt, NDR Kultur, die China Youth Music Competition.
Bei Jugend musiziert erfolgreiche Jugendliche können auch in das Bundesjugendorchester, das Bundesjazzorchester, den Bundesjugendchor und in die Landesjugendorchester, die Deutsche Streicherphilharmonie, zum Deutschen Kammermusikkurs Jugend musiziert und zu Kammermusikkursen auf Landesebene eingeladen werden, zum Teil ohne an einem Probespiel teilnehmen zu müssen.
Konzertreisen und Meisterkurse und Auftrittsmöglichkeiten
Für die Bundespreisträger:innen Jugend musiziert hält der Deutsche Musikrat eine Vielzahl von Anschlussförderungen bereit. In Deutschland, innerhalb und außerhalb Europas vermittelt das Projektbüro Jugend musiziert Bundespreisträger:innen Konzertreisen, die Mitwirkung an Festivals oder Meisterkursen. Die Auslandsreisen werden dabei aus dem Programm „Internationale Jugendarbeit“, einer Einrichtung des Kinder- und Jugendplans des Bundes finanziert.
European Union of Music Competitions for Youth e.V. (EMCY)
Die European Union of Music Competitions for Youth e.V. (EMCY) ist ein stetig wachsender Dachverband von 48 nationalen und internationalen Jugendmusikwettbewerben in Europa mit Mitgliedern in derzeit 24 europäischen Ländern. Auch der Bundeswettbewerb Jugend musiziert ist Mitglied der EMCY. In Abstimmung mit dem Projektbüro Jugend musiziert bietet EMCY erfolgreichen Preisträger:innen die Möglichkeit, Konzerte in anderen europäischen Ländern zu spielen oder an internationalen Meisterkursen teilzunehmen.
Detmolder Sommerakademie
Die Sommerakademie der Hochschule für Musik Detmold bietet jungen Musiktalenten zwischen 14 und 20 Jahren neun Tage konzentrierte Arbeit in Meisterklassen. Neben Einzelunterricht durch Detmolder Hochschulprofessor:innen steht die intensive Auseinandersetzung mit Ensemblespiel und Kammermusik im Fokus. Damit setzt die Detmolder Sommerakademie auf exzellente Hochbegabtenförderung im Kontext einer Musikhochschule und bietet zugleich Einblicke in die Voraussetzungen an ein Musikstudium.
Kronberg Academy
Der Kammermusik-Workshop „Mit Musik – Miteinander“ findet zweimal jährlich in Kronberg statt. Das Projekt bietet Bundespreisträger:innen die Möglichkeit gemeinsam mit anderen jungen Talenten von hochkarätigen Dozierenden zu lernen und sich ein Wochenende lang intensiv der Kammermusik zu widmen.
Marler Debüt
Das „Marler Debüt“ ist die wohl älteste und renommierteste Konzertreihe für erste Bundespreisträger:innen Jugend musiziert. Jeweils bei einem Kammerkonzert im Herbst und als Solist:innen bei einem Sinfoniekonzert mit der Neuen Philharmonie Westfalen im Frühjahr gibt die Stadt Marl der jungen Klassik-Elite Gelegenheit, ihr außergewöhnliches Können im Theater Marl darzustellen.
Mozartfest Würzburg
Vom Sparkassen-Kulturfonds und dem Schleswig-Holstein Musik Festival im Jahr 2009 initiiert, finden regelmäßig im Rahmen verschiedener Klassik Festivals Konzerte statt, die international renommierte Musiker:innen gemeinsam mit Bundespreisträger:innen Jugend musiziert gestalten. Die Profis erarbeiten hier gemeinsam mit den jungen Talenten ein Konzertprogramm, das sie zusammen auf die Bühne bringen. Seit 2021 ist das Format „Meisterschüler-Meister“ Bestandteil des Programms des Mozartfest Würzburg.
Kursportal des Deutschen Musikinformationszentrums
Mit jährlich über 1.500 Veranstaltungen präsentiert das Deutsche Musikinformationszentrum (miz) ein komfortables Recherche-Angebot für alle, die sich weiterentwickeln möchten. Von der Chor- oder Orchesterfreizeit bis hin zu Lehrgängen für Ensembleleiterinnen und -leiter, Meisterkursen oder Praxisworkshops finden Musikerinnen und Musiker, Pädagoginnen und Pädagogen, Amateure oder Profis im miz ein breites Spektrum an Angeboten – und das deutschlandweit.
Michael Maierhofs „shopping 2.1 für 16 Spieler“ beim Abschlusskonzert von epoche_f international 2025 in in der Landesmusikakademie Niedersachsen in Wolfenbüttel. Foto: Marek Kruszewski
Im Klangraum der Zeitgenössischen Musik: epoche_f international 2026
Im Anschluss an den Bundeswettbewerb Jugend musiziert gibt es neben anderen Anschlussförderungen auch die Möglichkeit, ein Stipendium für den Meisterkurs „epoche_f international“ mit Mitgliedern des Ensemble Modern zu gewinnen.
Dieser Meisterkurs ist eine besondere Erfahrung für junge Musiker:innen der seit mittlerweile fast 20 Jahren eine Instanz in Sachen Neuer Musik ist. Neben dem spezifischen Repertoire liegt der Reiz auch in der Internationalität des Kurses, was sich sowohl auf der Ebene der Teilnehmenden als auch der Konzertorte widerspiegelt.
So werden insgesamt 24 Jugendliche eingeladen, die Preisträger:innen von Jugend musiziert oder vergleichbaren europäischen Wettbewerben sind, um sich intensiv mit zeitgenössischer Musik auseinanderzusetzen. Vom 25. September bis 5. Oktober werden die talentierten Nachwuchsmusiker:innen im Alter von 14 bis 20 Jahren unter der fachkundigen Anleitung von sechs Dozierenden des renommierten Ensemble Modern sowie dem bekannten Dirigenten Michael Wendeberg in die vielfältigen Klangwelten der Moderne eintauchen.
Nach dem ersten Abschlusskonzert in der Landesmusikakademie Niedersachsen warten zwei weitere Auftritte auf die Teilnehmenden. Erstmals werden die Ergebnisse des Kurses in Frankfurt, dem Sitz des Ensemble Modern, präsentiert. Im Rahmen des F° LAB Festivals können die jungen Musiker:innen auf zahlreiches Publikum hoffen. Den krönenden Abschluss bildet ein Konzert im großen Saal der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz, eingebettet in Kooperationen vor Ort wie Workshops mit der Akademie für Begabtenförderung und der Kompositionsklasse der Anton Bruckner Privatuniversität mit Mitgliedern des Ensemble Modern.
Seit seiner Gründung im Jahr 2008 durch die Stiftung Jugend musiziert Niedersachsen hat sich „epoche_f“ zu einem der bedeutendsten Förderprogramme für diese Zielgruppe im Bereich der zeitgenössischen Musik in Europa entwickelt.
Der Meisterkurs wird von der Internationalen Ensemble Modern Akademie (IEMA) in Trägerschaft der Landesmusikakademie Niedersachsen in Wolfenbüttel durchgeführt – in Kooperation mit der European Union of Music Competitions for Youth (EMCY) und der Stiftung Jugend musiziert Niedersachsen. Die finanzielle Unterstützung der Stiftung Niedersachsen macht diese wichtige Fördermaßnahme des Bundeswettbewerbs Jugend musiziert erst möglich.
„epoche_f hat meine Erwartungen übertroffen, ich habe sehr viel über Neue Musik gelernt“, erinnert sich die Perkussionistin Marielena Riek. „Die wirklich intensive, kammermusikalische Arbeit an zeitgenössischer Musik fehlt ja leider in unserer ursprünglichen Ausbildung“, merkt Teilnehmer Max Grimm an. Diese Lücke versucht der Kurs zu schließen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Bereich der Musikvermittlung – eine zunehmend wichtige Kompetenz für junge Musiker:innen. In speziellen Workshops werden die Teilnehmenden an dieses Themenfeld herangeführt und lernen, ihre Begeisterung für zeitgenössische Musik an das Publikum weiterzugeben. Diese Arbeit mündet in kurze Moderationen während der abschließenden Konzerte, bei denen die jungen Künstler:innen ihr neu erworbenes Wissen direkt anwenden können.
„Ein großes Dankeschön an meine Musikerkolleg:innen“, schwärmt Anna Ioffe. „Die Zusammenarbeit mit so talentierten Kolleg:innen machte die Erfahrung noch spezieller. Euer Engagement und eure Zusammenarbeit haben wirklich jeden Moment bereichert.“
Auf einen Blick: epoche_f 2026
Zeitraum: 25. September bis 5. Oktober 2026
25. September bis 2. Oktober 2026: Proben in der Landesmusikakademie Niedersachsen (Wolfenbüttel)
2. Oktober 2026: Konzert in der Landesmusikakademie Niedersachsen
4. Oktober 2026: Konzert im Frankfurt LAB im Rahmen des F° LAB Festivals
5. Oktober 2026: Konzert in der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz
Dozierende des Ensemble Modern:
Dietmar Wiesner (Holzbläser)
Thomas Mittler (Blechbläser)
Giorgos Panagiotidis (Hohe Streicher)
Eva Böcker (Tiefe Streicher)
Hermann Kretzschmar (Klavier)
Sven Pollkötter (Percussion)
Dirigent: Michael Wendeberg
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