Das Schiff ist frei (?) geschleppt: Deutscher Musikrat mit neuer Satzung und neuem Präsidium - vom 23.02.2003, 19:36
Mitgliedsverbände votieren für den Fortbestand des Deutschen Musikrates:
Mit reformierter Satzung und neuem Präsidium ist ein tragfähiges Fundament gegossen
Auf der heutigen außerordentlichen Generalversammlung des Deutschen Musikrates in Bonn-Bad Godesberg haben die 170 Delegierten der 91 Fachorganisationen ein klares Votum für den Fortbestand des Deutschen Musikrates abgeben:
Die Delegierten einigten sich am Nachmittag des 23.02.2003 auf eine neue Satzung, die in Kraft treten soll und auf ein fünfköpfiges geschäftsführendes Präsidium. Der neue Präsident des Deutschen Musikrates ist Martin Maria Krüger, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher Musikakademien und Konservatorien.
Das künftige Präsidium, das höchste Organ des Deutschen Musikrates besteht aus fünf Mitgliedern des geschäftsführenden Präsidiums sowie bis zu 14 weiteren Mitgliedern, wovon die Landesmusi-kräte, die Mitglieder aus dem Bereich der Musikwirtschaft, der Laienmusik, der Musikpädagogik, weiteren Musikberufsverbänden und Mitgliedsorganisationen angemessen vertreten sein sollen.
Das geschäftsführende Präsidium bestellt auch den Hauptgeschäftsführer im Deutschen Musikrat.
Einzelmitglieder haben nach der neuen Fassung keine Stimmberechtigung in der Mitgliederver-sammlung, nehmen aber mit beratender Stimme an den Mitgliederversammlungen teil.
Mit einer Öffnungsklausel zur Gründung einer GmbH und einen Verhandlungsauftrag für die Pro-jekte des Deutschen Musikrates trug die Mitgliederversammlung dem dringenden Wunsch der Zu-wendungsgeber Rechnung.
Die Wahl des Präsidiums fand bereits auf der Grundlage der neuen Satzung statt. Das unerwartet rasche Ergebnis war nicht zuletzt der routinierten Sitzungsleitung von RA Kröber (GEMA) zu ver-danken.
Als Vizepräsidenten wurden in
das geschäftsführende Präsidium gewählt:
Prof. Udo Dahmen, Vorsitzender des Bundesfachausschusses „Populäre Musik“
Christan Höppner, Präsident des Landesmusikrates Berlin
Dr. Uli Kostenbader, Leiter des Sponsoring bei DaimlerChrysler
Jens Michow, Präsident des Bundesverbandes der Veranstaltungswirtschaft.
Als weitere Präsidiumsmitglieder wurde gewählt:
Prof. Dr. Detlef Altenburg
Prof. Dr. Hans Bäßler, Vorsitzender im Verband deutscher Schulmusiker
Dr. Gerd Eicker, Präsident des Verbandes deutscher Musikschulen
Dieter Gorny, Vorsitzender des Vorstands VIVA Media AG und Vorstandsmitglied der kulturpolitischen Gesellschaft
Reinhart von Gutzeit, Ehrenvorsitzender des Verbandes deutscher Musikschulen
Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer, Präsident des Landesmusikrates Niedersachsen
Prof. Dr. Eckart Lange, Präsident des Landesmusikrates Thüringen
Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard, Generalsekretär Goethe Institut Inter Nationes
Dr. Ulrike Liedtke, Vizepräsidentin des Landesmusikrates Brandenburg
Prof. Dr. Christoph-Hellmut Mahling, Präsident des Landesmusikrates Rheinland-Pfalz
Wilhelm Mixa, Schatzmeister des Deutschen Tonkünstlerverbandes
Yvonne Moissl, 1. Beisitzerin der Deutschen Jazzföderation
Oliver Schulten, Geschäftsführer der Deutschen Phonoakademie
Ulf Werner, Geschäftsführer des Ensemble Resonanz
Die letzte Hürde könnte am 25. April 2003 genommen werden: Dann nämlich wird beim Amtsge-richt Bonn die Gläubigerversammlung stattfinden. Erst wenn der vom Insolvenzverwalter vorge-legte Insolvenzplan Zustimmung der Gläubiger findet, ist der Deutsche Musikrat gerettet.
Im November 2002 war der Deutsche Musikrat in die Schlagzeilen geraten, weil er den Antrag auf Insolvenz gestellt hatte. Seither bemüht sich der inzwischen zum Insolvenzverwalter bestellte Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer Westrick, den Musikrat inhaltlich, organisatorisch, finanziell, personell und juristisch neu zu strukturieren.
Kurz vor Weihnachten hatte er den Generalsekretär durch eine dreiköpfige Geschäftsführung ersetzt. Aus Protest dagegen war das alte Präsidium geschlossen zurückgetreten.