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Sachsen-Anhalt: Theater proben in Pandemie «nicht umsonst»

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Magdeburg/Halle (dpa/sa) - Die Theater in Sachsen-Anhalt blicken mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Um dem Publikum bei einer Wiedereröffnung sofort ein abwechslungsreiches Programm zu bieten, laufen die Proben. Unter Einhaltung der Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie, wie Sprecher der Bühnen betonten.

Die Theater wollen die digitale Technik auch künftig für Angebote nutzen, um via Internet mehr und junges Publikum zu gewinnen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Die Zahl der Theaterbesucher ging in der Pandemie indes dramatisch zurück. Den Rückgang konnten Online-Angebote nicht ausgleichen. Zudem brachen Gastspiele weg.

MAGDEBURG: «Bei uns proben alle Sparten», sagte eine Sprecherin des Theaters in der Landeshauptstadt. Das betreffe überwiegend die Online-Formate des Spielplans für März und Ostern. Es werde auch «im Voraus» geprobt. So arbeite etwa das Ballett an einer Produktion für die nächste Spielzeit. Durch den ersten Lockdown 2020 und den aktuellen Lockdown seit November seien die Besucherzahlen aufgrund der Schließungen und reduzierten Platzangebote im Opern- und Schauspielhaus um rund 95 Prozent zurückgegangen. «Die Sehnsucht nach dem Gemeinschaftserlebnis ist hier in Magdeburg riesig», sagte sie.

Eine kleine Überbrückungshilfe könnte die Live-Show «Rampe & Radau» sein, die am Freitagabend per Livestream aus dem Theater übertragen werden sollte. Moderator Christoph Förster präsentiert dabei ein buntes, spartenübergreifendes Showprogramm mit Gästen. Am 26. März soll es die nächste «Rampe & Radau»-Show per Livestream geben.

HALLE: «Der Produktionsprobebetrieb wird in allen Sparten kontrolliert unter strikter Einhaltung aller Hygienekonzepte hochgefahren», erklärte Uta van den Broek, Geschäftsführerin der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle (TOOH). Die Zukunft sehe sie: «Hoffnungsvoll!». Mit einem «Vierklang» aus Impfen, Testen, Kontaktmanagement und geordnetem Eintritt in den Proben- und Spielbetrieb werde man das Publikum wieder auf analogem Wege, also direkt, erreichen. Die Krise habe auch geniale Einfälle, digitale Formate hervorgebracht, auch für die Zukunft. Im pandemischen Spielbetrieb sei die Besucheranzahl auf 30 bis 40 Prozent gesunken.

THEATER DER ALTMARK: «Ab dem Moment, wo wieder gespielt werden kann, haben wir ein breites Repertoire verfügbar. Voraussichtlich wurde nichts «umsonst» erarbeitet», sagte eine Sprecherin. In Stendal sei das Theater eine Traditionsbühne mit gutem Anschluss an die Gesellschaft im Ganzen. «Sobald Theaterbesuche wieder zur Normalität gehören werden, werden sich die Besucherzahlen erholen», sagte sie. Es werde aber wohl eine schwierige Übergangsphase geben. Die Besucherzahlen seien seit Beginn der Pandemie eingebrochen: Gab es zuvor (1. März 2019 bis 29. Februar 2020) insgesamt 840 Vorstellungen und rund 58 800 Besucher, waren es seit März 2020 bis Ende Februar dieses Jahres knapp 280 Vorstellungen und 8200 Besucher.

ANHALTISCHES THEATER DESSAU: Die Solisten des Opernensembles, das Ballett, das Schauspiel proben, die Anhaltische Philharmonie bereitet sich auf Konzertprogramme vor. Der Chor arbeite in kleineren Gruppen. Auch die Werkstätten hätten weitgehend ihre Arbeit wieder aufgenommen, entsprechend der Corona-Regeln. «Bei entsprechender Pandemielage können wir ab 27. März den Spielbetrieb wiederaufnehmen. Wir freuen uns, wenn wir endlich wieder für das Publikum öffnen können», sagte eine Theatersprecherin. Da der Betrieb im Januar und Februar 2020 - vor Ausbruch der Pandemie - noch gut lief, wurden im Kalenderjahr 2020 den Angaben zufolge rund 48 700 Menschen bei etwa 360 Veranstaltungen gezählt. Aber: 2019 waren es 885 Veranstaltungen und rund 181 700 Besucher.

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