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Alle Artikel kategorisiert unter »Iréne Theorin«

Achtung: Betreten auf eigene Gefahr! – In Bayreuth schließt sich der neue Nibelungen Ring mit der „Götterdämmerung“

06.08.22 (Joachim Lange) -
Es war ziemlich klar, dass die Zuschauer im Festspielhaus an die eh schon lange „Götterdämmerung“ am Ende des neuen Rings noch einen vierten Aufzug dranhängen würden. Das hat hier Tradition. Höflicher Applaus wäre ein Fehlschlag. Ein Unisono-Bravo wahrscheinlich auch. Eigentlich ist Pro und Contra das Angemessene, wenn ein Ring als Herausforderung funktioniert soll. Da der Vierteiler immer nur komplett vergeben wird, kommt man in den Pausen zwischen den 16 Stunden Wagner auch ins Gespräch. Über weite Teile von Valentin Schwarz’ Interpretation als Familiensaga im Kurzserienformat ließ sich also trefflich streiten, vor allem rätseln.

Vom Stuhl gehauen – In Bayreuth wird der Ring mit einer teils turbulenten Walküre fortgesetzt

02.08.22 (Joachim Lange) -
Im Festspielhaus gab es diesmal eine szenische Zugabe, die sich niemand wünscht. Sie be- beziehungsweise traf den Göttervater. Bei Regisseur Valentin Schwarz ist der ja das Oberhaupt einer Familie, in der jeder sein Päckchen, sprich irgendein Trauma, zu tragen hat. Als sich Tomasz Konieczny in der Rolle des besagten Wotan gerade in einem Eames-Designersessel ausgestreckt und die Beine hochgelegt hatte, krachte das Ding plötzlich zusammen. Konieczny tat den Rest des Aktes so, als wär nichts – geschmerzt haben muss es schon da. (Vielleicht wollte der Hausgeist auf dem Grünen Hügel damit an den Vorgängerring erinnern und übertrieb es etwas: da war Brünnhilde nämlich auch mal mit einem Campingstuhl zusammengekracht, was Catherine Foster allerdings ohne Blessuren überstand.)

David Alden präsentiert an der Flämischen Oper in Gent einen düsteren „Lohengrin“

22.09.18 (Joachim Lange) -
Bei diesem Lohengrin-Vorspiel an der Flämischen Oper in Gent geht es mitunter arg laut zu. Der Argentinier Alejo Pérez und das Orchester der Oper brauchen bei der Premiere schon eine Weile, um den manchmal vorwitzigen Ehrgeiz von Blech und dunklen Streichern zu zügeln. Vor allem im zweiten Aufzug beweist er dann aber, dass die Musiker sich auch zurücknehmen können, ohne den Verwandlungsszenen und Aufmärschen ihre opulente Wucht zu nehmen.

Wehen-Hysterie und Kinder-Gazellen – „Die Frau ohne Schatten“ an der Staatsoper

11.04.17 (Peter P. Pachl) -
Spätestens bei der Applausordnung wurde den Premierenzuschauern der Eröffnungspremiere der Festtage der Staatsoper klar, dass zumindest in der Deutung des Operntitels seitens des Inszenierungsteams ein heftiges Missverständnis vorlag, denn deren hierarchischer Aufbau gipfelte in der Kaiserin. Mit der „Frau ohne Schatten“ aber meinten Hofmannsthal und Strauss unmissverständlich die namenlos stets nur als Frau apostrophierte Gattin des Färbers.

Unendliche Leidenschaften – leider nur als Relief: Der Abschluss des „Ring“-Zyklus an der Staatsoper Berlin verebbt konzeptionslos

04.03.13 (Peter P. Pachl) -
Als Daniel Barenboim sich am Ende der Premiere der „Götterdämmerung“ mit der Staatskapelle auf der Bühne verneigte, mischten sich in den Zuspruch auch deutlich Buhrufe. Die Staatskapelle hatte keinen rundum glücklichen Tag, mit dem verkicksten Horneinsatz zu Beginn des dritten Aufzuges und falschen Tönen in den Holzbläsern. Dennoch galt das Missfallen offenbar mehr dem Gesamtkonzept. Denn Barenboims musikalische Lesart und einige Sängerleistungen zählten zu den erfreulichen Ereignissen der szenisch missglückten Produktion.

Komik im Wartesaal des Todes: „Tristan und Isolde“, ein Stimmenfest bei den Bayreuther Festspielen

27.07.12 (Peter P. Pachl) -
Wenn es nicht gerade um das Buch der Rekorde geht, wie bei Gustav Kuhns kompletter „Ring“-Aufführung an einem Tag, so sind Wagner-Doppelvorstellungen für Solisten ungewöhnlich. Jukka Rasilainen, der am späten Vormittag einen brillanten Hans Sachs bei „Wagner für Kinder“ gesungen hatte, stand am Nachmittag als ein hinreißend profilierter Kurwenal erneut auf der Bühne, wie dann – im zweiten und dritten Aufzug – auch seine „Meistersinger“-Kollegen Ralf Lukas (Melot) und Martin Snell (Steuermann). „Tristan und Isolde“, ein bejubeltes Stimmenfest unter der musikalischen Leitung von Peter Schneider, wurde in erster Linie getragen und erfüllt von Robert Dean Smith und Irene Théorin in den Titelpartien.
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