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Alle Artikel kategorisiert unter »Khatuna Mikaberidze«

„Von wegen Metaphysik“ – „Tristan und Isolde“ am Staatstheater Hannover

18.09.18 (Dieter David Scholz) -
Friedrich Nietzsche nannte den „Tristan“ mit gutem Grund Wagners“ Opus metaphysicum“. Egal, ob man diese Charakterisierung des „inkommensurablen“ Werks auf den Text oder die Musik bezieht: In beiden Fällen straft die Hannoversche Neuproduktion Nietzsche Lügen, denn regielich banaler, musikalisch weltlicher hat man den „Tristan“ selten erlebt. „Weltlich“ durchaus nicht negativ gemeint, denn was ist schon gegen Triebe und Liebe, Kraft und Sinnlichkeit zu sagen?

Traumschiff Aida und Playmobilvideos – Verdis „Aida“ an der Staatsoper Hannover

16.04.18 (Ute Schalz-Laurenze) -
Kein Zweifel: Kay Voges, der vor vier Jahren mit einem großartig reflektierten Weberschen „Freischütz“ beeindruckte, hat nachgedacht über Giuseppe Verdis 1871 entstandene Oper „Aida“, in viele Richtungen sehr gut nachgedacht. Wie steht es mit der Kriegstreiberei? Wie steht es mit der Verachtung und Vernichtung anderer Völker? Wie ordnen sich die persönlichen und intimen Schicksale im Massengeschehen zwischen Pharaonen und Elefanten? Dies und vieles mehr sind richtige Fragen. Ist das aber schon ein gutes Theater? Eher nicht, vor allem deshalb, weil Voges den Ehrgeiz hatte, alles zu zeigen, was ihm einfiel... zu viel, zu unübersichtlich und letztendlich unverständlich.

„Es wird Schreckliches geschehen“ – Richard Strauss' „Salome“ in Hannover

25.11.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
„Salome“ von Richard Strauss: großartig in tausend Farben 1905 komponierte Musik für eher abstoßendes Thema nach Oscar Wilde. Die 16jährige judäische Prinzessin Salome verliebt sich in den Propheten Jochanaan und fordert aus Rache, weil der sie nicht will, seinen Kopf auf einer Silberschüssel. Das gewährt ihr der von Rom eingesetzte Tetrach Herodes, der ihr hörig ist und in ihrer Schuld steht, weil sie für ihn getanzt hat.

Todbringendes Irrlicht – Antonín Dvořáks „Rusalka“ begeistert in Hannover

27.09.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Schon der erste Ort in der Eröffnungspremiere des Staatstheaters Hannover macht unmissverständlich klar, wie der Regisseur Dietrich Hilsdorf Antonín Dvořáks „Rusalka“ sieht, die tschechische Variante des „Undinen“-Themas. Es sind nicht die Tiefen des Wassers, in denen die Nixe Rusalka mit ihren Schwestern lebt, sondern es ist eine Leichenhalle. Da wird gearbeitet, da werden Gesichtsmasken abgenommen und Embryos in Gläsern verstaut.
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