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Alle Artikel kategorisiert unter »Klaus Florian Vogt«

Ästhetizismus – Münchens neuer „Tannhäuser“ erstirbt in eitel schönen Bildern

22.05.17 (Wolf-Dieter Peter) -
GMD Kirill Petrenko dirigiert erstmals „Tannhäuser“; Klaus Florian Vogt debütiert in der Titelrolle; dazu die Münchner Lieblinge Anja Harteros als Elisabeth und Christian Gerhaher als Wolfram, eingebettet in weitere Sänger-Sahne – und dann noch dieser gehypte Romeo Castellucci für die gesamte Bühne… ist München nicht einfach einsame Spitze?

Den Gral gibt es nicht: „Parsifal“ eröffnet die Bayreuther Festspiele

26.07.16 (Peter P. Pachl) -
Eine Bayreuth-Eröffnung ohne den üblichen Glemmer, ohne Staats- und Landes-Oberhäupter und auch sonst fast ohne Prominenz, dafür mit einem durch viel Polizei und hohe Zäune abgesicherten Festspielhaus: Dies hat mittelbar mit der Neuinszenierung des „Parsifal“ zu tun, mit Drohungen, die ausgelöst wurden, als bekannt wurde, dass Regisseur Uwe Eric Laufenberg die Handlung in der Gegenwart im nahen Osten angesiedelt hat, mit diversen Bezügen zum Islam.

Bayreuther Wachleute kontrollieren Star-Tenor in Soldatenkostüm

24.06.16 (dpa) -
Bayreuth - Zwei Wachleute haben Star-Tenor Klaus Florian Vogt (46) auf dem Grünen Hügel in Bayreuth kontrolliert, als er eine Soldatenuniform trug - ein Kostüm. «Er wurde zur Überprüfung zur Seite genommen», sagte ein Sprecher der Richard-Wagner-Festspiele am Freitag. Grund hierfür sei gewesen, dass der Künstler in der Kantine des Festspielhauses seinen Akkreditierungsausweis nicht getragen habe.

Komisches Geplänkel zum Tag der Deutschen Einheit

23.10.15 (Peter P. Pachl) -
Derniere: „Die Meistersinger von Nürnberg“ an der Staatsoper Berlin in der Regie von Andrea Moses.

Abschied von Neuenfels’ Rattenmärchen – „Lohengrin“ bei den Bayreuther Festspielen

27.07.15 (Peter P. Pachl) -
Das gehört zur „Werkstatt Bayreuth“: nicht nur das jeweilige Regieteam arbeitet an den Ergebnissen des Vorjahres weiter, quasi auch eine Weiterarbeit des Publikums findet statt, deutlich festzustellen an der sich verändernden Rezeption. So blieb Hans Neuenfels’ ursprünglich sehr kontrovers aufgenommene Sicht auf Wagners „Lohengrin“ als ein deutsches Rattenmärchen beim Premierenabend bei der Premiere im sechsten Festspielsommer ohne Widerspruch und wurde mit Standing Ovations gefeiert.

Ein geträumter Mord als Therapie – Karoline Grubers Inszenierung der Toten Stadt von Erich Wolfgang Korngold an der Staatsoper Hamburg

23.03.15 (Joachim Lange) -
So viel Schwelgen wie mit dieser Neuproduktion von Erich Wolfgang Korngolds Brügge- und Trauer-Opus „Die tote Stadt“ war schon lange nicht in der Hamburger Oper. Dabei wurde das Werk 1920 hier, zeitgleich mit Köln, uraufgeführt. Und machte das damals 23jährige Junggenie auf einen Schlag zum Weltstar. Bis die Nazis kamen und mit dem bekannten, nachwirkenden „Erfolg“ ihre Bresche in die Musikentwicklung schlugen.

Nostalgische Leberkäs- und Weißwursthölle – Andreas Homoki inszeniert Wagners „Lohengrin“ an der Wiener Staatsoper

14.04.14 (Frieder Reininghaus) -
Will ein Intendant eines der maßgeblichen europäischen Opernhäuser einen in seiner Liga spielenden Kollegen zu einer Gastinszenierung einladen, ist die Auswahl nicht mehr allzu groß. Die meisten Kapitäne der großen Musiktheaterdampfer sind mehr oder minder begnadete Verwaltungsprofis – in Wien wie in Paris, Brüssel, London, Madrid oder an der Deutschen Oper Berlin, aber auch in den Container-Transportern von Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Essen, Hannover, Karlsruhe oder Antwerpen (Simone Young in Hamburg ist zugleich GMD und Intendantin, mithin eine wirkliche Ausnahme).

Berlioz’ szenisches Konzert auf der Ring-Scheibe – „Fausts Verdammnis“ an der Deutschen Oper Berlin

24.02.14 (Peter P. Pachl) -
Im Jahre 1972 brachte eine Tourneeproduktion der Thalia-Theater AG Zürich Goethes „Faust I“ mit Darstellern des Wiener Burgtheaters in eine Reihe deutscher Städte. Die Inszenierung von Ernst Häusserman im Bühnenbild von Lois Egg siedelte – sechs Jahre nach dem Tod Wieland Wagners – „Faust“ wie dessen Sicht auf die „Ring“-Tetralogie auf einer Scheibe an. Jetzt erlebte dieser szenische Goethe-Umgang ein Remake mit Hector Berlioz „La Damnation de Faust“, in französischer Sprache, aber unter dem deutschen Titel, an der Deutschen Oper Berlin, auf quer gestellter Scheibe und partiell (fehl-)besetzt mit Bayreuther Wagner-Sängern.

Künstlerschicksal und Rattenmärchen: „Lohengrin“ beendet den Premieren-Zyklus der Bayreuther Festspiele

03.08.13 (Peter P. Pachl) -
Die Premierenabfolge bei den diesjährigen Bayreuther Festspielen war insofern mit Bedacht aufgebaut, als „Lohengrin“ am Ende stand und in der Einheit von Musik und Szene nochmals einen Höhepunkt bildete. Auch im vierten Jahr wirkt die eigenwillige, sehr poetisch geformte und psychologisch ausgearbeitete Inszenierung von Hans Neuenfels frisch und unverbraucht: Nach sehr viel Redundanz an vorangegangenen Premierenabenden war es durchaus genussvoll, die Dichte dieser Inszenierung neu zu erleben.

Stille und Emphase: „Lohengrin“-Premiere bei den Bayreuther Festspielen

28.07.12 (Peter P. Pachl) -
Das Wagnis, eine Oper mit einem Vorspiel in den höchsten Lagen der Streicher im Pianissimo zu beginnen, anstelle mit kräftigen Schlägen des vollen Orchesters für Ruhe im Auditorium zu sorgen, ist Wagner mit seiner Romantischen Oper „Lohengrin“ erstmals eingegangen. Bis heute, selbst im dunklen Zuschauerraum in Bayreuth, beginnen die Klänge zumeist nicht in völliger Stille. Aber Andris Nelsons, am Pult des Magischen Abgrundes, nimmt die Zuhörer sogleich gefangen. Dann öffnet sich auch noch während des Vorspiels der Vorhang, und ein junger, schlaksiger Mann, mit langen blonden Haaren und offener Krawatte, bemüht sich vergeblich, eine Tür zu öffnen; doch wo ein Wille ist, da ist ein Weg, und so verschiebt er die gesamte Wand bis in die Tiefe der Bühne, wo sich dann magisch die Schiebtür öffnet und hinter ihm wieder verschließt.
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