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Alle Artikel kategorisiert unter »Lance Ryan«

Dummes Volk: „Moses und Aron“ an Dresdens Semperoper

01.10.18 (Michael Ernst) -
Wenn der Amtsantritt einer neuen Intendanz und die Spielzeiteröffnung zusammenfallen, sind die Erwartungen natürlich besonders hoch. Nach der ersten Premiere sprachen die Fakten für sich: 15 Minuten Premierenapplaus sind für Dresdner Verhältnisse ein deutliches Zeichen. Einhellige Zustimmung, also ein gelungener, ein vielversprechender Auftakt.

Gepflegte Rohheit – Philipp Krenn inszeniert Brittens „Peter Grimes“ in Wiesbaden, Dietrich Hilsdorf Verdis „Attila“ in Bonn

07.02.17 (Frieder Reininghaus) -
Benjamin Brittens Oper „Peter Grimes“, 1945 mit renitenten Intentionen und widerständigem Potential in die konservative Londoner Musiktheaterlandschaft gepflanzt, huldigt einem Außenseiter. Britten erkundete mit sensiblen Instrumentalklanggespinsten und deftigen Gesangspartien das Seelenleben eines Fischers, wie er wohl vor zweihundert Jahren an einem gottverlassenen Abschnitt der rauen Nordseeküste Englands anzutreffen war.

„Salome“ mit Leiche im Schrank – Zähe Zeitenwende in Dresden

26.09.16 (Roland H. Dippel) -
Es ist die achte „Salome“ von Richard Strauss am Uraufführungsort, der Semperoper Dresden, seit 1905. Beobachtet an der Gelassenheit im Zuschauerraum lässt sich heute dort niemand groß erschüttern durch die Persönlichkeitsnöte einer Prinzessin von Judäa und den Weiten ihrer geschädigten Psyche. Michael Schulz, Generalintendant des Musiktheaters im Revier Gelsenkirchen, zergliedert die Orientierungslosigkeit der Kindfrau. Jennifer Holloway triumphiert bei ihrem umjubelten Rollendebüt als Backfisch ohne Chancen.

Neuer Siegfried - Umbesetzungen bei Bayreuther Festspielen

29.05.15 (dpa) -
Bayreuth - Die Bayreuther Festspiele bekommen einen neuen Siegfried. Lance Ryan, der die tragende Rolle in Richard Wagners Mammutwerk «Der Ring des Nibelungen» in den vergangenen beiden Jahren sang, wird in diesem Jahr nicht mehr auf der Bühne des Grünen Hügels stehen. Den Part übernimmt nach Angaben auf der Festspiel-Homepage der Tenor Stefan Vinke.

Krokodil-Nachwuchs oder: Im Dienste einer unbekannten, höheren Ordnung – „Siegfried“ bei den Bayreuther Festspielen

31.07.14 (Peter P. Pachl) -
Intermedialität, Assoziationsketten und Polysemantik ergänzen und obsiegen über Wagners originale Handlungsvorgaben in dem von Frank Castorf in Bayreuth inszenierten „Ring“-Zyklus. Wer sich daran stört, muss sich mächtig ärgern, aber wer sich auf die neue Sichtweise einlässt, kann insbesondere im dritten Teil der Tetralogie Ungewöhnliches und auch viel Spaß erleben.

Der Kapitalismus von vor 30 Jahren: Mit und nach der „Götterdämmerung“ provoziert Frank Castorf das Bayreuther Publikum

01.08.13 (Peter P. Pachl) -
Das für Bayreuth wirklich Neue fand vor dem Vorhang, beim Applaus statt: Regisseur Frank Castorf stellte sich dem Orkan von Buhrufen und den in der zweiten Pause von Aktionisten verteilten Trillerpfeifen eine gefühlte Viertelstunde lang, erbarmungslos, um die Protestierenden zu erschöpfen, mit Crescendo-Gesten, Kussmund und leider auch mit doppelten Zeigefingergesten an seiner Stirn, ausharrend wie am Grab, mit vor dem Unterleib gefalteten Händen. Selbst den mehrfachen Versuchen seiner Mitarbeiter und sogar des Dirigenten, ihn wieder hinter den Vorhang zu bekommen und zur Fortsetzung der Applausordnung zu bewegen, bot er eisern Trotz.

Die kommunistischen Großköpfe und Siegfrieds Kalashnikow: „Siegfried“ bei den Bayreuther Festspielen

30.07.13 (Peter P. Pachl) -
Ein heftiger Buhsturm brandete nach dem Schlussduett des „Siegfried“ auf. Frank Castorf wurde seinem Attribut als „Stücke-Zertrümmerer“ gerecht und brachte nach der szenischen Ebbe in der „Walküre“ nunmehr eine Bilderflut an Regieeinfällen. Mit den Solisten war besser gearbeitet worden als in der „Walküre“ und auch Kirill Petrenkos musikalische Leitung bot eine erneute Steigerung.

Muttersöhnchen im Märchenwald: Kriegenburg deutet „Siegfried“ in München als Bildergeschichte für Erwachsene

28.05.12 (Christian Kröber) -
Gespannt wartete man unter den Münchener Wagnerfreunden, wie Andreas Kriegenburg und seine Team ihre Ringerzählung im „Siegfried“ fortsetzen würden. Ist dieser Zweite Tag des Nibelungenrings doch seit jeher etwas Besonderes und Schwieriges in der Abfolge der Tetralogie. Das beginnt schon bei Wagner, der zwischen dem zweiten und dritten Akt eine zwölfjährige Pause eingelegt und so gewichtige Opern wie Meistersinger und Tristan komponiert hatte. Und ob er wirklich Recht behalten hatte mit seiner Einschätzung, der junge Siegfried werde sein populärstes Werk, mag man füglich bezweifeln.

Festspielmomente in musikalischer Feinzeichnung: Frankfurts „Ring“ rundet sich mit „Siegfried“ weiter

31.10.11 (Wolf-Dieter Peter) -
Womit Frankfurts „Siegfried“ wirklich auftrumpfen, ja überragen kann, ist die gesamte musikalische Seite. GMD Sebastian Weigle und das bis in die enorm geforderten Bläser klangschön musizierende Museumsorchester überzeugten nicht nur mit auftrumpfendem Wagner-Bombast. Vielmehr gab es viel hörenswerte Feinzeichnung, kleines klagendes Leid und immer wieder das von Wagner gewollte Piano.
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