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Alle Artikel kategorisiert unter »Leitkultur«

Theos Kurz-Schluss – Wie ich einmal auf der Suche nach Werten vom Wertewandel in den Börsenwert und zurück auf den Allerwertesten geschleudert wurde

24.02.20 (Theo Geißler) -
Vorsicht, diesmal wird’s ein bisserl ernster hier: Vor ein paar Tagen ertappte ich bei einem Spaziergang meinen elfjährigen Enkel dabei, wie er – glaubte ich – Steinchen in den Wald warf. Glaubte ich, denn bei näherem Hinsehen stellte ich fest, dass er aus seinen prall gefüllten Hosentaschen Ein- und Zwei-Cent-Münzen kramte und, so weit es ging, wegwarf. Gutgläubig wie ich nun mal bin, fragte ich ihn, ob er Geld säe, damit es ordentlich wachse (nicht ohne gleich eine Minipredigt anzuschließen, dass dies ein ziemlich hoffnungsloser Weg zum Reichtum sei). „So ein Schmarrn, Opa – glaubst, ich bin doof?“, antwortete er, nicht ohne mit dem Finger an die Stirn zu tippen. „Ich hab nur mein Sparschwein ausgemistet, damit mehr Platz für Silbergeld und Scheine bleibt.“ „In Dänemark“, fügte er weise hinzu, „ist dieser Kupferschrott schon gar nix mehr wert. Außerdem könntest du mein Handy mal für Apple-Pay freischalten, du hast doch eine Kreditkarte.“ Mir lag zwar eine Moralpredigt samt Schimpfkanonade auf der Zunge. Im Wissen, noch nie ein guter Pädagoge gewesen zu sein, entschloss ich mich zu einer Art Moratorium. Ich bot meinem Enkel an, mir den „Kupferschrott“ auszuhändigen mit der Zusage, ihn in Euro-Münzen (selbstverständlich samt Aufrundung) umzutauschen.

Spahn: «Leitkultur» muss sich in Bildungspolitik wiederfinden

14.02.18 (dpa) -
Berlin - CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn plädiert für die Vermittlung von Anstand und Tugenden als Teil einer Leitkultur an Deutschlands Schulen. Mindestens genau so wichtig wie Fakten über Geschichte und Gesellschaft sei die Frage, «ob wir jungen Menschen vermitteln, wie wir zusammenleben wollen», sagte Spahn der «Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft» (Märkische Oderzeitung und Südwest Presse, Dienstag).

Zwischen Butterbrot und Peitsche

12.08.17 (Martin Hufner) -
Wozu haben die Leute vom Deutschen Kulturrat sich eigentlich die Arbeit gemacht, 15 Thesen zur kulturellen Integration zu verfassen mit so wirren Formulierungen wie „Die Kunst ist frei“ (These 5) oder „Das alltägliche Zusammenleben basiert auf kulturellen Gepflogenheiten“ (These 2) – oder kürzer: „Wasser kocht bei 100 Grad Celsius“ (These 2b). Kein Wunder, dass dieses Gewirke kaum Widerhall in der Gesellschaft gefunden hat. Knapp 700 Menschen und Institutionen haben diese Thesen mitgezeichnet. Der Deutsche Musikrat gehörte dabei nicht zu den ersten. Ob er wohl was ahnte?

Rückzug ins neunzehnte Jahrhundert 

09.06.17 (Gerhard R. Koch) -
Vor dem Hintergrund einer durch innenministeriale Wortmeldungen einmal mehr angefachten Diskussion um eine so genannte „deutsche Leitkultur“ lohnt es sich, auch einen genaueren Blick auf Tendenzen der Geisteswissenschaften zu richten. Deren Prominenz, so die These unseres Autors Gerhard R. Koch hängt einem immer engeren National-Kultur-Ideal nach.

Babylon

04.02.17 (Theo Geißler) -
Der Medien-Hype in Sachen Eröffnung Hamburgs recht hochpreisiger Elbphilharmonie (Seite 3) scheint den erhabenen Künsten höchst Positives zu signalisieren. Zur Optimierung ihrer Präsentation scheuen Kommunen und Bundesländer, geschweige denn wir Steuerzahler, keine Kosten und Mühen. Wenn man dann die Schlangen von Honoratioren, Politikern, Wirtschaftsfürsten, Stars und Sternchen – viele vermutlich mit Freikarten versehen – in den schicken Musentempel wallen sieht, fühlt man sich vor der heimischen Glotze als Kulturmensch fast stolz. Gibt es ein intensiveres Signal gesellschaftlicher Anerkennung schöpferischer Potenz, allumfassender Herzensbildung als eine cheops-pyramidonale Heimat aus Glas und Beton, deren akustische Qualität dann auch von einschlägigen Koryphäen des Taktstockes maximal gepriesen wird? Soweit – so fragwürdig.

Kurz-Schluss – Wie ich einmal das Meinige zur Integration von Flüchtlingen in Bayern beitrug

24.10.15 (Theo Geißler) -
Eigentlich nicht verwunderlich, dass mich beim gegenwärtigen Zustand unseres Landes ein natürlich klandestiner Kleinauftrag seitens einer niederen Charge des bajuwarischen Heimatministeriums erreichte. Bekanntlich stützt sich die Macht unseres schwarzen Imperiums zu München auf die Hoheit über die Stammtische. Gewissermaßen als Stimmungs-Barometer wurde ich gegen Naturalien (drei Weißbier, ein Bärwurz pro Bericht) beauftragt, ein aktuelles Meinungsbild dieser Zentren demokratischer Willensbildung abzuliefern. [Vorab aus Politik & Kultur 6/2015]

Unterwerfung – Theo Geißler über TTIP, Barbarei und Zivilisation

02.03.15 (Theo Geißler) -
Über viele Jahrzehnte herrschte die Meinung, der Limes, jene mehr oder weniger stark befestigte Grenzanlage zwischen dem römischen Imperium und den Barbaren, habe vor allem dazu gedient, einfallende unzivilisierte, barbarische Horden abzuwehren und römische Lebensart und Zivilisation zu schützen. Inzwischen wird dieser Grenzwall zwischen der Zivilisation, also dem römischen Imperium, und den Barbaren, also jenen germanischen und asiatischen Stammesvölkern, die sich nach Westen ausbreiteten, stärker auch als Zollgrenze und Kanalisierung des Warenaustauschs gesehen. [Aus der aktuellen nmz 3/2015]

Taugt die Populäre Musik zur Leitkultur?

27.08.09 (Heinrich Klingmann) -
Im Mai 2007 meldete die Pressestelle der Volkswagenstiftung, dass man 380.000 Euro für ein Forschungsprojekt der Freien Universität Berlin bewilligt habe. Das Projekt ist auf drei Jahre ausgelegt und steht unter der Überschrift „Jazz im ‚Ostblock‘ – Widerständigkeit durch Kulturtransfer“. In der Projektbeschreibung liest man die Feststellung: „Jazz gilt als die Musik der Freiheit und Demokratie und als Symbol des American Way of Life“.

Steinmeier propagiert National- statt Leitkultur

24.04.09 (Agentur ddp) -
Berlin - SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier wünscht sich eine von allen in Deutschland lebenden Menschen geprägte Nationalkultur. «Auf Distanz gehe ich zum Begriff der Leitkultur. Darin steckt ein falsches, weil statisches Kulturverständnis», sagte der Außenminister der «Welt Online». Kultur dürfe nicht ausschließen. «Sie muss sich öffnen, auch dem gegenüber, was andere mitbringen», sagte Steinmeier. «Es ist eine Bereicherung, wenn Einwandererkultur deutscher Tradition begegnet.»
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