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Alle Artikel kategorisiert unter »Gerhard R. Koch«

Vor 50 Jahren (1972/06)

01.06.22 (Gerhard R. Koch) -
[…] Nun präsentierte die Nürnberger Oper die szenische Uraufführung des Werkes, die überraschend einhelligen Beifall fand. Das legt fast die Vermutung nahe, daß der Hamburger Skandal hauptsächlich aus dem Hissen der roten Fahne resultierte, was allerdings darauf schließen ließe, dass die Toleranzgrenze einer bürgerlichen Musikgesellschaft mit dem Punkt erreicht ist, an dem eine eindeutige linke politische Position, und sei es auch nur symbolisch, deutlich manifestiert wird.

Wackelkontakte im Abendland

03.11.21 (Gerhard R. Koch) -
Anlässlich des Beethoven-Jahrs 1970 hat Mauricio Kagel mit gleich zwei Forderungen provoziert: Das Beste, was man für Beethoven tun könne, sei, ihn für ein Jahr nicht zu spielen. Und wenn doch, dann so, dass er klänge, wie Beethoven gehört habe: nämlich „schlecht“. Zu Satire gehört die Übertreibung. Dementsprechend naiv wäre es, Kagels Bonmots blank als Rezept für jedweden Umgang mit Jubiläen zu nehmen. Und die seit 1921 bestehenden Donaueschinger Musiktage bleiben ein zentraler Strang zeitgenössischer Kulturgeschichte. Dies zu feiern, ist durchaus begründet. Den Festakt freilich dominierte Sonntags-Reden-Politsprech, auch wenn die Performerin Mara Genschel unüberhörbar flüsternd einige subversive Widerhaken setzte.

Wie man Sperren aufhebt

29.10.21 (Gerhard R. Koch) -
„Lost in Translation“, Sofia Coppolas Film von 2003 zeigt einen Amerikaner in der midlife crisis und eine Jüngere in einer ebenfalls sterilen Beziehung in einem Tokyoter Hotel. Wirklich zueinander finden können sie nicht. Aber auch Japan bleibt ihnen so fremd wie sie den Japanern: Kommunikation findet nicht statt, was nicht nur Frage der Übersetzung ist. Das englische Gegenstück zu dieser lautet „Transitions“, Übergänge. Ebendies hat Reinhard Kager zum Motto der diesjährigen „Klangspuren“ im tirolerischen Schwaz gemacht.

Päpste, Quengler, Analytiker, Gegen-Ästhetiker

26.10.21 (Gerhard R. Koch) -
„Vorne auf den Sesseln die Kritiker, entstellt von ihrer Eitelkeit.“ So giftig beschrieb Gottfried Benn 1928 die Eröffnung der Berliner literarischen „Saison“ – und lieferte zugleich das Zerrbild eines Berufs: meist ältere Herren, restlos durchdrungen von ihrer eminenten Bedeutung, und mehr auf ihre eigenen Urteile und Formulierungen als auf Kunst wie Künstler fixiert. Um den Kritiker als Feindfigur zu denunzieren, bediente sich das deutsche Bildungsbürgertum gerne aus dem Goethe-Steinbruch mit windschiefen Zitaten: „Schlagt ihn tot, den Hund! Es ist ein Rezensent.“ bezieht sich gerade nicht auf einen Kunstrichter, sondern auf einen über das Essen des Gastgebers Mäkelnden.

Spiegel der Zeit mit Aktionsradius

25.10.21 (Gerhard R. Koch) -
„Dieses intellektuelle Leben schwebt, wie eine ätherische Zugabe, ein sich aus der Gärung entwickelnder wohlriechender Duft über dem weltlichen Treiben, dem eigentlich realen vom Willen geführten Leben der Völker – und neben der Weltgeschichte geht schuldlos, und nicht blutbefleckt die Geschichte der Philosophie, der Wissenschaft und der Künste.“

Nachhallende Schreie

09.07.21 (Gerhard R. Koch) -
Das zwanzigste Jahrhundert war nicht zuletzt auch das der großen Diktatoren und der in ihrem Namen begangenen ungeheuerlichen Verbrechen, allen voran Hitler und Stalin. Mit dem Tod der Tyrannen wurde auch deren Regime Geschichte, ebenso das des „Duce“ Mussolini. Was neorechte Aktivitäten leider keineswegs ausschloss.

Ein großer Initiator – Zum Tode von Heinrich Strobel

29.09.20 (Gerhard R. Koch) -
Heinrich Strobel, der in diesem August in Baden-Baden gestorben ist, war, obwohl weder als Komponist noch als Interpret tätig, eine der Vaterfiguren der Neuen Musik, als Schriftsteller und Organisator ein Motor von Bedeutung.

Rückblende: Vor 50 Jahren – Das emanzipierte Streichquartett

25.02.20 (Gerhard R. Koch) -
„[…] Schwerpunkt im Baden-Badener Abend des La-Salle-Quartetts war die Uraufführung des zweiten Streichquartetts von György Ligeti. Sein erstes Quartett „Metamorphoses nocturnes“ (1953) stammt noch aus seine Budapester Zeit, steht wohl noch unterm Einfluß Bartóks. Die besondere Bedeutung des zweiten Quartetts liegt in seinen synthetischen Zügen. Neu sind weniger die Mittel als ihre Konstellationen, die dialektische Verschlungenheit avanciertester Passagen mit im Grunde traditionellen Modellen.

Vor- und rückwärts im Nicht-Gleichschritt

29.10.19 (Gerhard R. Koch) -
Kommt man zurück aus Donaueschingen, so erwarten einen oft die obligaten Fragen: Was gab es Neues, was war das herausragende Werk, wofür steht es, wie wird es weitergehen, wohin führt langfristig die Entwicklung? Und skeptisch wird man beäugt auf die Antwort hin: So einfach ließe sich das nicht sagen, Prognosen, gar Prophezeiungen blieben allemal riskant. Zudem: Noch in den Achtziger Jahren gab es Berichte über Donaueschingen, auch die Film-Festivals in Cannes oder Venedig, bei denen ein Werk als epochal herausgestellt wurde, die anderen mehr oder minder Beiwerk waren. Derlei hatte den Vorzug der Entschiedenheit – auf Kosten perspektivischer Verengung.

Dirigent Michael Gielen im Alter von 91 Jahren gestorben

09.03.19 (dpa) -
Der deutsch-österreichische Dirigent und Komponist Michael Gielen ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Wie seine Familie dem öffentlich-rechtlichen SWR am Freitag mitteilte, starb Gielen in seinem Haus in Mondsee in Österreich. Gielen leitete von 1986 bis 1999 das Sinfonieorchester des SWR. Er gehörte mit seinem umfangreichen Repertoire von Bach bis zur Moderne, von sinfonischer Literatur bis zur Oper, zu den wichtigen Dirigenten der Gegenwart. (Wir haben für Sie einige Texte zu Gielen aus der neuen musikzeitung von Gerhard Rohde, Gerhard R. Koch und Wolf-Dieter Peter für Sie zusammengestellt).
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