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Alle Artikel kategorisiert unter »Tito Ceccherini«

Der Stachel fehlt – Abtauchen bei den Donaueschinger Musiktagen 2019

22.10.19 (Georg Rudiger) -
So viele Terzen und Sexten, so viele Dur- und Mollakkorde wie in diesem Jahr waren vielleicht noch nie zu hören auf diesem Avantgarde-Festival. Jedenfalls geht es im Jahr 2019 mehr um Musik als um Konzepte, mehr um das Hören als um das Nachdenken, mehr um die Vergangenheit als um die Zukunft. Unserem Kritiker Georg Rudiger fehlte da gleichwohl ein wenig der musikalisch-politische Stachel.

Bürgerkrieg, Brüche und Belcanto – Bellinis „I Puritani“ an der Oper Frankfurt

04.12.18 (Wolf-Dieter Peter) -
„Kantilene ist Utopie“ sagte Hans Neuenfels in den Jahren seiner ersten Opernneudeutungen. In Vincenzo Bellinis letzter Oper lieben sich Menschen aus feindlichen Lagern, der Bräutigam rettet eine andere Frau unmittelbar vor der eigenen Hochzeit und seine Braut verfällt dem Wahnsinn. Doch als er nach drei Monaten zurückkehrt, ist sie sofort geheilt, Heirat samt allgemeine Amnestie… und all das drei Stunden lang in traumschönen „melodie lunghe, lunghe“ mit allem vokalen Prunk des klassischen Belcanto – kein Wunder, dass das Werk selten gespielt wird.

Janáček verunklärt – „Aus einem Totenhaus“ an der Oper Frankfurt

02.04.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Uraufführungen schmücken ein Opernhaus, aber auch Interpretationsmaßstäbe setzende Inszenierungen. Die Oper Frankfurt kommt da immer wieder mit der „Neuenfels-Gielen-Aida“ und dem „Berghaus-Gielen-Ring“ ins Gespräch. Für ein bildlich „quer im Repertoire“ stehendes Werk wie Leoš Janáčeks „Aus einem Totenhaus“ gilt das auch: 1994 ließ Frankfurts damaliger GMD Sylvain Cambreling eine schon legendäre Brüsseler Produktion neu einstudieren: die bis ins Detail geformte psychische Deformationsstudie des medizinisch vorgebildeten Peter Mussbach für rund 30 Sängerdarsteller – eine unvergessliche „Wegemarke“.

Herrlich klingender Theater-Kristall: Mäzen stiftet den Tiroler Festspielen in Erl ein neues Festspielhaus

27.12.12 (Wolf-Dieter Peter) -
Nur fünf Kilometer hinter der österreichischen Grenze gibt es eine schallende – und herrlich klingende - Ohrfeige für bundesdeutsche Großverdiener vom Starnberger See- bis hinauf ans Hamburger Elb-Ufer: Hans Peter Haselsteiner, der Aufsichtsratsvorsitzende eines weltweit tätigen Bauunternehmens fand, dass er über seine Steuerzahlungen hinaus der Allgemeinheit von seinem Wohlstand abgeben muss; seine Stiftung legte mit 20 Mio. Euro den Grundstock, übernimmt künftig Unterhalts- und Folgekosten und zwang so letztlich Staat und Land zu Zuschüssen von je 8 Mio. Euro – für ein neues Festspielhaus neben dem weißen Erler Passionstheater und seiner weich schwingenden Rundfassade.

Der Kirschgarten in Paris: zur Uraufführung von Philippe Fénelons „La Cerisaie“ im Palais Garnier

31.01.12 (Frieder Reininghaus) -
Uraufführungen großformatiger Opern fanden in der französischen Hauptstadt seit zwanzig Jahren mit schöner Regelmäßigkeit in der Opéra Bastille statt („Melancholia“ von Georg Friedrich Haas erschien als Ausnahme). Die Premiere „La Cerisaie“ wurde neuerlich in die alte Prunkburg, das Palais Garnier zurückverlegt. Vielleicht findet der Generaldirektor der Pariser Musiktheater, Nicolas Joel, ja auch das Ambiente rund um die Opéra Bastille so verranzt, dass er es den Premierengästen nicht zumuten möchte.

„Schlaflose Tierchen, wer hat euch geschickt“ – Salvatore Sciarrinos neue Oper „Superflumina“ in Mannheim

21.05.11 (Patrick Hahn) -
Am Nationaltheater Mannheim hat am 20. Mai eine neue Oper von Salvatore Sciarrino Premiere gefeiert. Superflumina erzählt von der Einsamkeit einer obdachlosen Frau. "Wir müssen kulturelle Allesfresser sein und alle Kunstformen plündern, um unsere eigene Kunst voranzubringen." Sagte einmal Pierre Boulez. Sind auch die Verbindungslinien schmal zwischen dem französischen Mastermind und dem sizilianischen Feingeist, um den es an dieser Stelle gehen soll, schöpft Salvatore Sciarrino dennoch aus gleichem Antrieb.
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