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Alle Artikel kategorisiert unter »Uwe Schenker-Primus«

Ein entfesselter Showtumult – „Ariadne auf Naxos“ von Richard Strauss am DNT Weimar

13.03.20 (Joachim Lange) -
Im Hause des reichsten Mannes von Weimar befinde man sich, verkündet Max Landgrebe als Haushofmeister im Nationaltheater. Er wandelt damit nur leicht die Worte ab, die Hugo von Hofmannsthal 1916 für das „Schmerzenskind“ beisteuerte, das Richard Strauss und er zunächst als eine Kombination aus Schauspiel und Oper verfertigt hatten. Aber das Publikum hatte schon damals seinen eigenen Kopf, bestand auf dem Entweder-Oder und erzwang von den beiden durchaus marktorientierten Genies eine Entscheidung.

Kleiner Mann, was nun? Mozarts „Don Giovanni“ am DNT Weimar

14.09.18 (Joachim Lange) -
Mozarts „Don Giovanni“ hat die Nachwelt mit dem Etikett „Oper der Opern“ geadelt. Und jedes Mal, wenn der notorische Verführer zur Hölle gefahren oder wie auch immer aus dem Spiel genommen wird, kommt man zu dem Schluss: stimmt. Der Ernst der Lage ist schon beim ersten Ton der machtvoll einsetzenden Ouvertüre klar. GMD Kirill Karabits bleibt bei dieser Ernsthaftigkeit. Dabei leuchte er mit der Staatskapelle die Ambivalenz der Figuren bis in die dunkelste Ecke aus. Fördert neben Komischem vor allem Abgründiges zu Tage. Selbst dann, wenn eine Hochzeitsgesellschaft ausgelassen drauflos tanzen könnte.

Grundsätzliches – Richard Wagners „Tannhäuser“ in Weimar

18.04.18 (Joachim Lange) -
„Tannhäuser“ – das klingt schon wie Thüringen. Wegen des Schauplatzes des Sängerkrieges „auf Wartburg“ wie Wagner das so schön unvollständig klingend im zweiten Teil des Titels benannt hat. Es klingt aber auch wie Weimar! Wegen Franz Liszts Einsatz für die Musik seines berühmten Schwiegersohnes im Allgemeinen. Und für den Durchbruch seines „Tannhäuser“ mit der Weimarer Erstaufführung 1849 im Besonderen. Die Staatskapelle Weimar ist heute nicht nur das Renommierorchester ganz Thüringens, sondern hat Wagner seither gleichsam in den Orchestergenen.

Des Pudels Kern: „Die Hochzeit des Figaro“ am DNT Weimar

28.01.18 (Roland H. Dippel) -
Michael Tolke wurde während der Vorbereitungs- und Probenzeit zu dieser Inszenierung am Deutschen Nationaltheater Weimar von der Realität überrollt: In „Die Hochzeit des Figaro“ geht es bekanntermaßen um das Recht der ersten Nacht, das Graf Almaviva auf seinem Landsitz wenige Jahre vor Ausbruch der Französischen Revolution aufgibt. Dann macht er aber bei der wirtschaftlich von ihm abhängigen Zofe Susanna massiven Druck, um ans Ziel seiner erotischen Begierden zu gelangen. Bei Mozart kommt dieser Fall nicht vor die Justiz, die Graf Almaviva schuftig instrumentalisiert. Die Figuren in der Oper nach Beaumarchais wehren sich und drehen den Spieß um. Mozart ist also nach wie vor brisant und in Weimar überdies ein trendiger Spaß mit Tiefgang.

„Hotel Karthago, Zimmer 37“: „Dido und Aeneas“, eine Erinnerungsfalle in Weimar

18.11.17 (Roland H. Dippel) -
Henry Purcells „Dido und Aeneas“ ist in der zweiten Spielstätte des Deutschen Nationaltheaters Weimar die Steilvorlage für einen spannend durchdachten, impulsiven, mitreißenden Theaterabend: Musikalische und szenische Feinarbeit über schmerzende Erinnerungen und die Sehnsucht nach erkalteter Liebe. Bravi für Alle!

Postfaktisches Welttheater: Bernsteins „Candide“ in Weimar

05.09.17 (Roland H. Dippel) -
Es war Leonard Bernstein bei seiner Vertonung von Voltaires auf Ideologiezersetzung und Moralkritik setzenden Kurzroman „Candide“ sicher nicht klar, dass diese Partitur noch nach seinem Tod Texter und Bearbeiter beschäftigen wird. Etwas hakte immer in dieser bösen Weltreise mit dem nüchternen Ende. Zeitweilig hielt man konzertante Aufführungen mit Loriots kongenialen Zwischentexten für die beste aller möglichen Realisierungen im deutschen Sprachraum. Das wird jetzt anders.

Mix Dir was … Am DNT Weimar gibt Intendant Hasko Weber sein Opernregiedebüt mit Beethovens „Fidelio“

28.03.17 (Joachim Lange) -
Hasko Weber war von 1990 an regelmäßig am Staatsschauspiel in Dresden und bleibt hier als der bis 2001 die Ästhetik des Hauses prägende Schauspieldirektor in guter Erinnerung. Nach Jahren am Schauspiel Stuttgart ist er seit 2013/14 Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters Weimar. Dort hat er als gestandener Schauspielregisseur natürlich schon Goethes „Faust“ gestemmt. Das gehört bei seiner Biographie in dem Job einfach dazu. Aber Weimar ist auch das führende Opernhaus in Thüringen. Da lag für den Chef ein Operndebüt sozusagen auf der Hand: Beethovens „Fidelio“.

Wenn sich die Ängste gleichen … – Andrea Moses inszeniert Webers „Freischütz“ in Weimar

09.02.16 (Joachim Lange) -
Webers Freischütz so zu inszenieren, dass er alle zufrieden stellt, ist noch schwieriger, als bei anderen Opern. Weil es immer auch um die Abgründe der deutschen Seele geht. Damals, heute und demnächst. Da kann man sich nur annähern und irgendwer ist immer unbefriedigt. In Dresden kann man davon durchaus ein Lied singen. In Thüringen gab es in den letzten Jahren einen stummfilmisch angehauchten Versuch von Philipp Stölzl in Meiningen, der Eindruck machte. In Erfurt verhob sich Dominique Horwitz gar als Opernregiedebütant an einer gründlichen Korrektur dieses dunklen Lieblingsstücks der Deutschen. Guy Montavon schließlich machte sinnigerweise die Domstufen zu einer ziemlich effektvollen Wolfsschlucht-Show.

Selfie mit Mozart – Das Nationaltheater Weimar hat wieder eine „Zauberflöte“ im Spielplan

28.04.15 (Joachim Lange) -
Die „Zauberflöte“ hat den Ruf, eine Oper für Kinder zu sein. Für viele Opernfreunde ist dieser Dauerbrenner von Wolfgang Amadeus Mozart und Emanuel Schikaneder auch wirklich eine Einstiegsdroge. Aber eine Kinderoper? Nun ja, der mitunter drollige Lebenswitz des Vogelmenschen Papageno und seine so nachvollziehbaren menschlichen Bedürfnisse, nach Essen, Trinken und einer Papagena gehen zu Herzen. Und wenn der am Ende alles bekommt, was er sich wünscht, dann freuen sich Groß und Klein mit ihm. Und erkennen sich selbst.

Eine Farce und weiter nichts … – Am DNT Weimar versucht sich Vera Nemirova am „Rosenkavalier“ von Richard Strauss

02.11.14 (Joachim Lange) -
Die Thüringer Richard-Strauss-Fans haben es gut im 150. Geburtstagsjahr ihres Idols. Vor allem die, die sich gerne mal in das walzende Rokoko-Wien aufmachen, das Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss 1911 in Dresden mit unglaublichem und anhaltendem Erfolg in die Opernwelt entlassen haben. Wobei (es lebe das Theaterland Thüringen!) die Häuser in Meiningen und in Altenburg mit ihren jüngsten Produktionen dieses erstaunlich unzeitgemäß-zeitgemäßen Dauerbrenners die Latte für das jetzt, als drittes Opernhaus im Bunde, folgende Weimar ziemlich hoch gelegt haben.
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