Ehrung mit Verspätung

Konzert für Helmut Bieler


(nmz) -
Es hätte eine Woche mit interessanten Konzerten werden sollen – dem Komponisten Helmut Bieler gewidmet. Wie so Vieles fielen die geplanten Konzerte der beginnenden Pandemie zum Opfer. Das erste Konzert konnte stattfinden – in der nmz wurde darüber berichtet. Der Rest war Schweigen. Dank der unermüdlichen Bemühungen von Dr. Wolfram Graf und dem Entgegenkommen von Udo Schmidt-Steingraeber konnte nun eine der vorgesehenen Veranstaltungen im Kammermusiksaal der Klaviermanufaktur stattfinden, selbstverständlich unter Beachtung aller Hygienemaßnahmen. Nach der „notgedrungenen“ Einleitung nun den Blick auf die Veranstaltung.
Ein Artikel von Hans Schmidt-Mannheim

„Schemen – Was bleibt“ war das Gedenkkonzert für Helmut Bieler überschrieben. Eine situationsbedingt begrenzte Anzahl an Zuhörern folgte aufmerksam dem Klavierspiel von Lorenz Trottmann und den Erklärungen von Michael Herrschel. Von Bach bis zum jüngsten Komponisten, Bernhard Matthias Hoffmann, reichte die Palette der zehn Programmpunkte. Bereits 1977 komponierte Helmut Bieler „Schemen und Gestalten“, erst 2005 die „Drei Stücke für drei Frauen“. Von Altmeister und Wegbegleiter Werner Heider waren „Zentrum H.B. in memoriam Helmut Bieler“, stark in der großen Ruhe, und „STELE für Stockhausen“ in der vorzüglichen und sicheren Wiedergabe des achtundzwanzigjährigen Trottmann zu erleben. Sein „Prélude“ von 2014 zeigte trotz des starken Pedalgebrauchs eine spürbare Nähe zu Bielers Klangsprache.

Auch Wolfram Graf hatte seine klug gestaltete Komposition „Geheimnisvoller Ort, Op. 196“ von 2012 dem Freund Helmut Bieler gewidmet. Weggefährte Horst Lohse schuf mit „Nocturne memorialis D.S.“ ein kontrastreiches Klanggemälde, Dimitri Schostakowitsch zugeeignet. Bernhard Matthias Hoffmann war mit einer Antiphon „Media Vita“ aus „Kleines Stundenbuch“ vertreten, während vier kurze Stücke von Volker Blumenthaler – aus „OT (2012/14)“ den kurzweiligen Abend beschlossen.

Dank des überzeugenden und absolut sicheren Klavierspiels von Lorenz Trottmann und der fundierten Einführungsworte zu jeder Komposition durch Michael Herrschel entstand eine spannungsreiche Atmosphäre, welche die Zuhörer mit ausdauerndem Beifall honorierten!

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