Gemeinsam – Füreinander – Miteinander

Buntes Programm beim 44. Bayerischen Musikschultag 2021 in Erding


(nmz) -
Gemeinsam – Füreinander – Miteinander: Unter diesem Motto fand der 44. Bayerische Musikschultag vom 21. bis 23. Oktober 2021 in Erding statt. Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der dort ansässigen Kreismusikschule kamen unter anderem Abgeordnete des Bayerischen Landtags, Kommunalpolitiker*innen, Ver­treter*innen aus den Staatsminis­te­rien, dem Bayerischen Musikrat, den Bezirksregierungen, der Musikhochschulen und den kommunalen Spitzenverbänden sowie natürlich zahlreiche Musikschulvertreter*innen und viele andere Musikschulverbundene zusammen, um gemeinsam ein Zeichen zu setzen: Nur gemeinsam, füreinander und miteinander kann es gelingen, die so wichtige kulturelle und gemeinschaftsbildende Arbeit der Musikschulen zu erhalten und auszubauen.
Ein Artikel von VBSM

Den kulturpolitischen Höhepunkt der Veranstaltung bildet traditionell der Festakt mit der feierlichen Verleihung der Carl-Orff-Medaille. Miteinander verbunden durch das Bewusstsein um den Wert musikalischer Bildung gerade in Zeiten der Krise versammelten sich Vertre­ter*innen aus Politik, Kultur und Medien in der Stadthalle Erding. Landrat Martin Bayerstorfer, Präsident des Verbandes Bayerischer Sing- und Musikschulen e. V. (VBSM), verwies auf die vielfältigen Herausforderungen, mit denen sich die Musikschulen während der Corona-Pandemie konfrontiert sahen: Über Monate hinweg waren die Schulen geschlossen. Der Kontakt zwischen Schüler*innen und Lehrkräften war, wenn überhaupt, nur noch über den Bildschirm möglich. Und selbst nach der schrittweisen Öffnung der Musikschulen unterlagen das gemeinsame Musizieren und der persönliche Kontakt zahlreichen Einschränkungen. „Und doch hat diese schwierige Zeit offenbart, wie viel gemeinsam, füreinander und miteinander möglich ist. Ob im Unterricht, in der Kommunikation zwischen Schulleitungen, Lehr- und Verwaltungskräften, es wurden gemeinsam und füreinander kreative Lösungen entwickelt, um trotz der schwierigen Situation möglichst vielen Menschen einen Zugang zur Musik zu ermöglichen. Miteinander haben sich die Musikschulen, der Freistaat und die Kommunen zum öffentlichen Bildungsauftrag der Musikschulen bekannt“, so Bayerstorfer. Auch der Erdinger Oberbürgermeister Max Gotz verwies auf die erfolgreiche Zusammenarbeit von Musikschulen, Freistaat und Kommunen: „Wir sind alle miteinander – im Staat, in der Gesellschaft und wir in den Kommunen tun es ganz besonders – dazu aufgerufen, dass diese generationsübergreifende Idee der Sing- und Musikschulen auch in Zukunft ihre Förderung erhält, weil wir sonst schlicht und ergreifend geistig verarmen werden.“ Er rief die Kommunen dazu auf, voller Selbstbewusstsein und Stolz zu ihren Musikschulen zu stehen. Die Musik­schulen seien angesichts der zunehmen­den Medialisierung wichtiger denn je – als Ort der Gemeinschaft und der Kreativität. Die Carl-Orff-Medaille als die höchste Auszeichnung des Verbandes Bayerischer Sing- und Musikschulen e. V. ging in diesem Jahr an Prof. em. Barbara Metzger, die als Professorin für Elementare Musikpädagogik unzählige Lehrkräfte für die Tätigkeit an bayerischen Sing- und Musikschulen ausgebildet hat (vgl. Bericht unten).

Auch in musikalischer Hinsicht war einiges geboten: Den Auftakt der Veranstaltung machte das Eröffnungskonzert der Kreismusikschule Erding e. V. Unter dem Titel „Mozart und die Zauberkugel“ versuchten die Schüler*innen über die Zauberkugel mit dem Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart in Kontakt zu treten. In Videosequenzen wurde die Geschichte „Mozart und die Zauberkugel“ an verschiedenen Orten im Landkreis gezeigt. Ganz im Sinne der Kreismusikschule ging es dabei quer durch den Landkreis – von Erding über Wartenberg, Taufkirchen (Vils) und Dorfen bis nach Buch am Buchrain. Schließlich wurde Mozarts Urgroßmutter sogar in der Gemeinde Buch am Buchrain im Landkreis Erding geboren. Das traditionelle Festkonzert am Freitag bot talentierten Solist*innen und Ensembles aus bayerischen Sing- und Musikschulen die Bühne, einen singenden und klingenden Querschnitt ihres Könnens darzubieten. Dabei konnten sich die Besucher*innen selbst von der hohen Qualität der Ausbildung an den bayerischen Sing- und Musikschulen überzeugen. Auch in diesem Jahr bestand eine Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk. Dieser zeichnete die Beiträge auf und präsentierte sie in zwei Sendungen am 31. Oktober auf Bayern 2 und am 1. November auf BR Klassik – nachzuhören in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks. Am Samstag verabschiedete Erding den Musikschultag in gewohnter Weise mit „Musik in der Stadt“. Hierzu verwandelte sich die Innenstadt in eine Bühne für Musikschüler*innen aus der Region und lud Passant*innen zum Zuhören und Verweilen ein.

Darüber hinaus wurde der Musikschultag zum Anlass genommen, um sich auf Basis einer im Vorfeld durchgeführten Mitgliederbefragung in verschiedenen Zukunftsforen mit dem Selbstverständnis des Verbandes und der öffentlichen Sing- und Musikschulen auseinanderzusetzen. In Form eines World-Cafés beschäftigten sich Schulleitungen, Lehr- und Verwaltungskräfte damit, wie die Zusammenarbeit zwischen dem Verband und den Mitgliedsschulen weiter verbessert werden kann. Außerdem fand im Rahmen des Musikschultages wie gewohnt die ordentliche Mitgliederversammlung des Verbandes statt. Anschließend an den allgemeinen Teil mit Berichten aus Vorstand, Geschäftsstelle und Regierungsbezirken erhielten die Teilnehmer*innen in zwei parallelen Einzelveranstaltungen vertiefende Informationen zu den Themen Arbeitsschutz und Prävention von Missbrauch.

Der 45. Bayerische Musikschultag findet vom 20. bis 22. Oktober 2022 in Lauf a. d. Pegnitz statt.

 

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