Im satten Sound von 125 Celli

Das Deutsche Cello-Orchester zum zweiten Mal im Remstal


(nmz) -
Seit 1976 hat der Cellist Ekkehard Hessenbruch auf dem idyllisch im Remstal gelegenen Engelberg ein Cello-Zentrum aufgebaut. Und seit 1980 ist dort regelmäßig das Engelberger Cello-Orchester zu hören. So war es fast zu erwarten, dass die Cello Akademie Rutesheim eines Tages mit dem Wunsch auf das Engelberger Cello-Team zukam, im Rahmen der Rutesheimer Cello-Wochen 2011 das Cello-Orchester Baden-Württemberg aus der Taufe zu heben.
Ein Artikel von Helmuth Meyer

Fünf Jahre wurde dieses Orchester von Ekkehard Hessenbruch und seinem Kollegen Jochen Kefer aufgebaut und geleitet und wird inzwischen vom Kölner Cellokollegen Gunther Tiedemann weiter betreut. Denn die Engelberger wären nicht, was sie sind, wenn sie nicht ständig zu neuen Ufern aufbrächen. Und so stand für 2016 unter der Schirmherrschaft des Kulturratspräsidenten und Generalsekretärs des Deutschen Musikrats, Prof. Christian Höppner, die Gründung des Deutschen Cello-Orchesters an. 120 Celli aus dem ganzen Bundesgebiet und dem Ausland kamen in den Herbstferien 2016 zu einer ersten Arbeitsphase auf den Engelberg und gaben Anfang November 2016 ihr eindrucksvolles Debüt.

Und in diesem Jahr waren es sogar 125 Celli, die in den Herbstferien auf dem Engelberg mit ihren Coaches Ekkehard Hessenbruch, Jochen Kefer und Ines Tone ihr Können an Werken wie der Ouvertüre aus Richard Wagners „Tannhäuser“, Themen aus Dvoràks „Neuer Welt“ oder Evergreens wie dem berühmten Walzer aus Schostakowitschs Jazz-Suite, Moon River oder einem James-Bond-Medley erprobten.

Alle, die es wünschten, hatten zusätzlich Gelegenheit, in kleineren Cellobesetzungen mit Kronberg-Academy-Urgestein Prof. Wolfgang Lehner Kammermusik zu proben. Lehner, der einst noch mit Cellolegende Rostropowitsch gearbeitet hat, begeisterte Celloensembles vom Duo bis zum Oktett mit seiner herzlichen Art, seiner großen Fachkompetenz und dem reichen Schatz an Erlebnissen und Erfahrungen, die sich in Celloprojekten, wie er sie weltweit betreut, in großer Fülle ergeben.

In einer Kammerbesetzung mit 24 Celli studierten die ganz Unermüdlichen unter Ekke Hessenbruchs mitspielender Leitung noch die Holberg-Suite von Edvard Grieg ein. Und so ergab sich für den ersten Programmteil des Abschlusskonzertes in der vollbesetzten Schwabenlandhalle in Fellbach ein buntes Kammermusikprogramm vom Celloduo bis zur Holberg-Suite, bevor im zweiten Teil des Konzertes die Armada der 125 Celli das Podium stürmte. Ein lebendiger Generationenvertrag: Cellistinnen und Cellisten zwischen 6 und 86 Jahren, vom Anfänger bis zum Bundespreisträger, vom Grundschüler bis zum Celloenthusiasten im Rentenalter, frei jeglicher Berührungsängste, lösten beim Publikum wahre Beifallsstürme aus und bedankten sich dafür mit zwei schwungvollen Zugaben.

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