Macht glücklich: musizieren, tanzen, kreativ sein

Ein Jubiläum der besonderen Art – 30 Jahre Musikferien


(nmz) -
„Es war einmal...“, so fangen Märchen an. Reale Geschichte schreiben, ist mindestens genauso spannend! Was 1990 zunächst mit zwei deutsch-französischen Begegnungsprogrammen begann, wurde von der Jeunesses Musicales Nordrhein-Westfalen und ihren Partnern seitdem kontinuierlich weiter ausgebaut und hat sich zu einem Schwerpunkt des JM Landesverbands entwickelt, der damit unter dem Namen der JMD ein bundesweites Angebot macht. Bis heute nahmen an den insgesamt rund 350 Projekten etwa 9.000 junge Menschen von 10 bis 25 Jahren aus Deutschland und Frankreich teil. In diesem Jahr nun kann auf 30 Jahre Musikferien-Geschichte zurückgeblickt werden.
Ein Artikel von Silke Kehren

1989 erlebten die Verantwortlichen der Jeunesses Musicales NRW ein deutsch-französisches Chorprogramm der späteren Partnerorganisation A Coeur Joie Lyon, das inzwischen zum Festival „Les Choralies“ geworden ist. Aus der Idee, dass deutsch-französische Begegnungen über den Chorbereich hinaus auch für Instrumentalisten möglich sein sollten, entstanden in Kooperation mit A Coeur Joie Lyon die ersten „Musikferien“. Über die Grenzen hinweg wurden im Laufe der Jahre weitere Kooperationen mit Partnern aus dem kulturellen und künstlerischen Bereich geschlossen, die teilweise bis heute bestehen (FNACEM La Ligue de l’enseignement in Paris, Cas­tel auf der Ile d’Oléron, Temps Jeunes in Lyon, Dynamic Music France nahe Paris, dem Internationalen Arbeitskreis für Musik, der Landesarbeitsgemeinschaft Musik NRW und einigen anderen). Seit 30 Jahren besteht die Zusammenarbeit zwischen der Jeunesses Musicales NRW und Vacances Musicales Sans Frontières in Paris (VMSF). VMSF bietet ebenfalls Musik- und Kulturferien-Programme sowie Instrumentalkurse für Kinder und Jugendliche an. Eine freundschaftliche Verbundenheit kennzeichnet diese Arbeit und gewährleistet in jedem Jahr wieder ein umfangreiches und spannendes Programm.

Den Grundstein zur deutsch-französischen Freundschaft hatten 1963 Charles de Gaulle und Konrad Adenauer mit der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags gelegt, der die Gründung des Deutsch-Französischen Jugendwerks zur Folge hatte. Die Bedeutung der deutsch-französischen Freundschaft wurde mit Unterzeichnung des Aachener Vertrags am 22. Januar 2019 durch Angela Merkel und Emmanuel Macron erneut unterstrichen. Mehr denn je gilt es heute, Grenzen aufzulösen. Diesen Auftrag nimmt die JM NRW gerne an! Mit Musik als internationaler Sprache der Verständigung baut sie Brücken zwischen den Nationen und macht in ihrem Ferienprogramm mit durchschnittlich zehn bis zwölf Projekten jährlich Vielfältigkeit durch Begegnung erlebbar. Eingeladen sind alle Jugendlichen, die in ihrer Freizeit gerne musizieren, tanzen und kreativ tätig sind. Bildete zunächst überwiegend klassisches Orchesterspiel den Schwerpunkt, stehen inzwischen je nach Projekt Orchester, Chor und Kammermusik auf dem musikalischen Zeitplan; bei einigen Projekten auch Band und Ensemble- oder Solo-Gesang. Von Rock & Pop über Musical, Klassik und Jazz ist alles dabei – teilweise vereint in einem Projekt, denn alle Instrumente sind willkommen (von der Blockflöte über die Geige bis hin zum Akkordeon oder E-Bass). Bei den deutsch-französischen Programmen hilft die Sprach­animation dabei, dass sich alle – auch wenn sie wenig oder keine Kenntnisse in der anderen Sprache haben – untereinander verständigen können. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, dass Sprachanimation kein Schulunterricht ist. Denn die Teilnehmer*innen möchten ja Ferien mit Musik, Jugendlichen aus anderen Ländern und vielleicht sogar einem zusätzlichen Themenschwerpunkt wie Zirkus, Theater, Tanz oder Wassersport machen. Darüber hinaus werden Ausflüge in die Umgebung, Sport und andere Aktivitäten, die Spaß machen, angeboten. Am Ende jedes Ferienprogramms findet eine Abschlussveranstaltung statt, zu der auch Publikum, Freunde und Familien herzlich willkommen sind.

Die Programme werden mit finanzieller Unterstützung des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) veranstaltet, ohne dessen Förderung die Durchführung nicht möglich wäre. Die Projektarbeit ist in dieser Intensität und Qualität auch deshalb möglich, weil die Verantwortlichen der JM Nordrhein-Westfalen und die Projekt-Mitarbeiter*innen ihr Können und noch mehr Herzblut in die Projekte stecken. Ein großer Dank gilt ebenso allen Teilnehmern*innen sowie deren Familien und Eltern, die uns ihr Vertrauen schenken und am Ende der Ferienprojekte glückliche Kinder mit tollen neuen Erlebnissen im Gepäck abholen können.

  • Informationen und Anmeldung zum aktuellen Programm unter www.jm-nrw.de

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