Orientierungsangebote – aber wie?

Kongress „Einfach musizieren!?“ am 18./19. März in Würzburg


(nmz) -
Die kreative Suche der Menschen nach vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten hat einst zur Erfindung der Musikinstrumente geführt. Sie ist nach wie vor der Schlüssel, wenn es um die Fragen geht: „Möchte ich die Ausdruckskraft meiner eigenen Stimme weiter stärken“, oder „Welches andere Instrument passt eigentlich zu mir?“.
Ein Artikel von Susanne Lehnfeld

Die musikalischen Erfahrungen der Kinder im Grundschulalter können eine gute Voraussetzung dafür sein, um aus dem Quell der Begeisterung eine nachhaltige Liebe zum Instrument zu machen. In der Orientierungsphase am Übergang vom Elementaren Musizieren zum instrumentalen und vokalen Ausbildungsweg brauchen Kinder Spielraum, Zeit, Interaktion und Anregungen. Unterstützt durch künstlerisch und musikpädagogisch qualifizierte Lehrkräfte können die Kinder selbst am besten herausfinden, mit welchen Instrumenten sie sich identifizieren. Der Kongress „Einfach musizieren!? – Kinder auf dem Weg zu Instrument und Stimme“ am 18. und 19. März in Würzburg erkundet Möglichkeiten, wie den Orientierungsangeboten an Musikschulen und Grundschulen die nötige Substanz gegeben werden kann. Was macht gute Orientierungsangebote aus? Wie kann bewegungsorientiertes Musizieren initiiert werden? Welche Chancen stecken im Tandem-Unterricht mit zwei Lehrkräften? Wie kann der Musiklehrer sein Selbstverständnis als Künstler für seine pädagogische Arbeit mit Kindern nutzen? Ebenso wie die Herausforderungen für die musikpädagogischen Fachkräfte kommen auch strukturelle Erfordernisse, organisatorische Rahmenbedingungen und wissenschaftlich geprägte Unterrichtskonzepte zur Sprache. Fachleute aus den Musikhochschulen Würzburg, Hamburg, Dresden und Saar sowie aus Musikschulen und Schulen führen durch die Kongressthemen. Verschiedene Konferenzformen stehen zum Diskurs zur Verfügung, darunter Workshops, Poster-Präsentationen und die Methode des „world café“.

Urteilsbildung erleichtern

Orientierungsmöglichkeiten auf dem Weg zur Musik gibt es viele und jede hat ihre Besonderheit, die zur örtlichen Gegebenheit und den verantwortlichen Personen passt. Patentrezepte für die Gestaltung von Orientierungsangeboten kann es daher nicht geben. Aber es gibt bundesweit etliche Erfahrungswerte und bereits erprobte oder auf Umsetzung wartende Instrumental- und Vokalinitiativen. Für einige Unterrichtskonzepte stehen publizierte Materialien und wissenschaftliche Expertisen zur Verfügung. Sich einen Überblick verschaffen, mit den Spezialisten in Kontakt kommen, Orientierungsangebote in Breite und Tiefe durchleuchten und herausfinden, was den eigenen Bedarf sinnvoll deckt, ist das Ziel des Kongresses. Veranstalter und Referenten haben es sich zur Aufgabe gemacht, Projekte und Fachwissen interdisziplinär aufzubereiten, um den Teilnehmern ihre Urteilsbildung zu erleichtern.

Brücken bauen

Der Kongress bietet nicht zuletzt die Gelegenheit, den Blick auf den ganzheitlichen Bildungsbegriff zu richten, der das Lernen auch um die Komponente der emotionalen Bindung erweitert.

Die Formen der musikalischen Bildung sind zweifellos geeignet, die Kinder auf ihrem Weg zur Persönlichkeitsbildung zu bereichern. Wovon die Bildungswelt in unzähligen Grundsatzreden spricht, kann in die Tat umgesetzt werden. Orientierungsangebote, die die Brücke vom Elementaren Musizieren zum Lernen im instrumentalen und vokalen Anfangsunterricht bauen, sollen mit dem Lehrplan der Grundschule verwoben, mit der Musikschule gemeinsam ausgearbeitet und in den Schulalltag der Kinder eingebunden sein. Hier richtet sich der Kongress insbesondere an die Bildungsverantwortlichen in den Trägerbehörden.
Der Kongress findet an der Hochschule für Musik in Würzburg statt und wendet sich vor allem an die musikpädagogischen Fachkräfte in Musikschulen und Grundschulen.

Infos und Anmeldung unter www.musikschulen-bayern.de – Anmeldeschluss: 4. März

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