Spielstättenprogrammprämie NRW

Auszeichnungen auch in der Pandemie vergeben


(nmz) -
Es war nur ein Häuflein Menschen um Moderator Carsten Schumacher, das der Vergabe der Spielstättenprogrammprämien am Abend des 14. Januar im Kölner Loft analog beiwohnte. Die meisten Interessierten folgten dem Geschehen an Smartphones und Notebooks. Mit der Prämie zeichnen das Ministerium für Kultur und Wissenschaft und der Landesmusikrat NRW alljährlich kleine und mittlere Bühnen für Jazz und Popmusik aus, die regional wirksamen Bands und Nachwuchskünstlern Auftritte bieten. Doch 2020 war es für Spielstätten corona-gemäß schwierig, Konzerte zu organisieren. Mit Hygienekonzepten und digitalen Alternativen ist es vielen gelungen.
Ein Artikel von Robert von Zahn

Dafür dankte Reinhard Knoll, Präsident des Landesmusikrats, den Spielstätten. Und er dankte den Hausherren. Der Verein Second Floor des Kölner Lofts hat von Krisenanfang an auf den Stream gesetzt und die Regie zu abwechslungsreichen Präsentationen weiterentwickelt. Die pandemische Routine kam dem kleinen Festakt zugute. Und seiner Musik.

Annette Maye ist Klarinettistin und Jurorin der Prämie. Mit dem Gitarristen Johannes Behr bot sie eindrucksvolle sephardische Musik abseits des Klezmer. „Es ist für mich der zweite Streaming-Auftritt“, sprach sie ihr verborgenes Publikum an, „es fühlt sich noch etwas seltsam an, aber ich weiß, ihr seid da“. 

Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, gab die Auszeichnungen bekannt: Das Loft erhält die Höchstprämie in Höhe von 25.000 Euro. 20.000 Euro gehen an den Bunker Ulmenwall (Bielefeld) und das Loch (Wuppertal), 15.000 Euro erhalten die Black Box (Münster) und das domicil (Dortmund), eine Prämie in Höhe von 10.000 Euro gilt der Jazzschmiede (Düsseldorf) und Prämien in Höhe von 5.000 Euro erhalten jeweils das Gdanska (Oberhausen), die Jazz Initiative (Dinslaken), In Situ Art Society (Bonn), der „Ort“ (Wuppertal), die GZM Klangbrücke (Aachen), der Jazzkeller (Krefeld) und der Steinbruch (Duisburg). 

Ein weiteres Duo beschloss den Abend: Saxophonistin und Jurorin Christina Fuchs und Akkordeonist Florian Stadler improvisierten in einem energetischen Fluss, einander Motive und Rhythmusfragmente zuwerfend, gelegentlich Raum für melodische Soloausflüge lassend, um dann wieder musikalisch kreisend zusammenzufinden – faszinierend. Damit war dann auch wieder klar, wofür die Spielstätten diese ganze Mühe eigentlich auf sich nehmen.

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