unüberhörbar 2014/05


(nmz) -
Theodor von Schacht: Symphonies Vol. 1 +++ Kalevi Aho: Kontrabasskonzert, Symphonie Nr. 15, Minea +++ Karl Amadeus Hartmann: Symphonien 1–8
Ein Artikel von Hanspeter Krellmann, Mátyás Kiss, Wolf Loeckle

Theodor von Schacht: Symphonies Vol. 1. Evergreen Symphony Orchestra, Gernot Schmalfuss. CPO 777 737-2

Schachts Leben (geb. 1748 Straßburg) und Wirken als Hofmusik-Intendant entfaltete sich in Regensburg. Bis dorthin reichte der Schattenwurf der Klassikertrias Haydn, Mozart, Beethoven. Sie blieb Schacht wegen seiner hofmusikalischen Arbeitsverpflichtungen, aber auch für sein eigenes Schaffen stets gegenwärtig. Benachbarter Kollegeneinfluss lag in der Luft. Das widerspiegeln seine hier präsentierten Sinfonien. Schmalfuss, kompetent und befeuernd, hat das vorzüglich reagierende taiwanesische Evergreen Symphony Orchester zu einer stilgenauen, klangschönen Ausführung inspiriert.
Hanspeter Krellmann

Kalevi Aho: Kontrabasskonzert, Symphonie Nr. 15, Minea; Eero Munter, Kontrabass; Lahti SO, J. Kuusisto, D. Slobodeniouk & O. Vänskä. BIS-1866 SACD

Ein so reiches Kammermusikschaffen wie Hindemith, bald mehr Sinfonien als Schostakowitsch, dazu 20 Konzerte – der Finne Kalevi Aho (Jg. 1949) ist ein fleißiger Mann. Und er vermag zu fesseln: „Minea“ und die Symphonie Nr. 15 hat er als verkappte Konzerte für Perkussion und Orchester angelegt, aus deren pseudo-orientalischen Vorlagen sich an- und wieder abschwellende Rhythmuskurven emporbäumen.
Mátyás Kiss

Karl Amadeus Hartmann: Symphonien 1–8. Netherlands Radio Philharmonic Orchestra, div. Dirigenten. Challenge Classics CC 72583  (3 SACDs)

Wer sich aktuell mit dem großen Sinfoniker Karl Amadeus Hartmann einlässt, der meint aufs Erste reiner Emotion zu begegnen. Dem erschließt sich dann aber auch, dass Hartmann sich in all seiner Distanz zu den Nazi-Schergen in eine Art innere Emigration zurückgezogen hatte. In seiner Sinfonik ist das (auch) politisch reflektiert. Zum 125. Concertgebouw-Jubiläum das zugleich Teil eines Hartmann-Gedenkjahres war, haben die Niederländer die acht Sinfonien in Super-Audio veröffentlicht. Diese Edition sollte in keiner Sammlung fehlen.
Wolf Loeckle

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