unüberhörbar 2016/06

Felix Mendelssohn Bartholdy, Antonin Dvorák und Erik Satie


(nmz) -
Felix Mendelssohn Bartholdy: Sinfonien 3 & 4. Freiburger Barockorchester, Pablo Heras-Casado. Harmonia mundi +++ Antonin Dvorák: Symphonie Nr. 8. Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons. BR-Klassik +++ Erik Satie: Mélodies et Chansons. Holger Falk, Steffen Schleiermacher. MDG
Ein Artikel von Hanspeter Krellmann, Mátyás Kiss, Wolf Loeckle

Felix Mendelssohn Bartholdy: Sinfonien 3 & 4. Freiburger Barockorchester, Pablo Heras-Casado. Harmonia mundi

Dramatisch-viril, nicht klassizistisch geordnet geht Heras-Casado seine Darstellung der Mendelssohn-Sinfonien an. Er überschreitet die Abgrenzung gegenüber beschaulicher Gelassenheit manchmal durchaus, bindet dafür den Ablauf der Musik in einen hinreißenden Klangfluss ein. Welch eine Musik tut sich da auf! Nicht auszudenken, wenn sie nicht existierte, nicht gespielt werden dürfte… Geniestreiche sind zu bewundern! [Hanspeter Krellmann]

Antonin Dvorák: Symphonie Nr. 8. Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons. BR-Klassik

Dvoráks achte Sinfonie erlebt aktuell ein Top-Ranking. Wer im sinfonischen Bereich auf sich hält, hat sie im Angebot, auf CD, im Netz – im Konzertsaal zumal. Da gibt es die rein virtuose Variante, die alles zeigt, was man so drauf hat. Oder die emotionale, die verkitschte, die Filmmusikversion. Wer freilich eine Aufnahme sucht, die dem, was der Komponist gemeint haben könnte, nahe kommt, wohl wissend, dass Werktreue an sich ein Traum bleiben muss, der hat sich an Mariss Jansons zu halten und sein wahrhaft unvergleichliches BR-Symphonieorchester. Das ist ein in die Realität geholter Traum. [Wolf Loeckle]

Erik Satie: Mélodies et Chansons. Holger Falk, Steffen Schleiermacher. MDG

Das Duo Falk/Schleiermacher, einzeln durch Gesamtaufnahmen der Baritonlieder von Poulenc beziehungsweise der Klavierwerke von Satie bestens auf diese Aufgabe vorbereitet, hat den 150. Geburtstag zum Anlass genommen, eine lang überfällige Totale aller greifbaren Kabarett- und Kunstlieder Saties vorzulegen, die zu einem ewigen Mauerblümchendasein verdammt scheinen. Spätromantischer Schwulst und hohles Pathos finden sich da höchstens in parodistischer Absicht, aber zartes Gefühl („Tendrement“) und eindeutige Absichten („Je te veux“) hat Satie in zeitlose Formen gegossen. Erfrischend! [Mátyás Kiss]

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