Was müssen Sängerinnen alles beherrschen?

Das Festival des Frankfurter Tonkünstlerbundes zum Tag der Musik · Teil 3


(nmz) -
Das FTKB-Festival war auch Schauplatz eines Konzertdebuts: Das Duo flautaguitarra mit Ute-Gabriela Schneppat, Flöte und Heike Matthiesen, Gitarre gab sein erstes Konzert in der Christuskirche, Bad Homburg. In der Kritik von Frank Hoch zu diesem Konzert ist unter anderem zu lesen: „‚Streiflichter‘, so der Titel des abwechslungsreichen Programmes, waren auch die Stücke durch die Epochen und Stilrichtungen der klassischen Musik, die die beiden Musikerinnen beeindruckend für das leider nicht so zahlreiche Publikum spielten: Es spannte den Bogen von der Barockmusik bis zur Musik des 20. Jahrhunderts…
Ein Artikel von Ute-Gabriela Schneppat

Das stimmungsvolle Distribuçào de flôres von H. Villa-Lobos führte zum Höhepunkt des Konzertes: „Histoires du Tango“ von Astor Piazzolla, mit denen die beiden Musikerinnen für einen fulminanten Schluss des mitreißenden Konzertprogrammes sorgten. Eine gelungene Premiere eines Duos in einer nicht alltäglichen Besetzung, von dem man hoffentlich noch viel hören wird.“ Ein weiteres hochkarätiges Konzert war das Programm „Elements“ der international gefeierten Pianistin Lydia Maria Bader im C. Bechstein Centrum Frankfurt. Dieses von der Pianistin moderierte Programm bot Musik zu den vier Elementen Erde, Wasser, Luft und Feuer – zusätzlich visualisiert durch thematisch geordnete Bildersequenzen. Ein gelungenes Gesamtkunstwerk aus einer erfrischenden, informativen Moderation, schönen visuellen Eindrücken und herausragend gespielten Werken von Edvard Grieg, Maurice Ravel, Claude Debussy und Franz Liszt.

Hier durfte das Publikum sogar selber spielen: Das durch den Frankfurter Bürgerpreis ausgezeichnete Projekt „Freiluftklavier“ des FTKB-Mitglieds Aristo Khosrobeik war mit jeweils einem Happening an beiden Standorten am FTKB-Festival beteiligt!

In der Taunusstadt Friedrichsdorf begann der Festivaltag mit einem Open-Air-Konzert mit Schülern der Klassen Szymanski-Köhr, van Gunsteren, Schimmelschmidt, Bartl, Schönwälder und Höger-Loesch sowie einer wunderbaren kammermusikalischen Kostprobe der Lehrkräfte. Bettina Höger-Loesch moderierte die gelungene Veranstaltung, bei der Spenden für die Fahrradwerkstatt der Friedrichsdorfer Flüchtlingshilfe gesammelt wurden. Anschließend konnten Interessierte sich bei Schnupperstunden der Musikpädagogen einen Eindruck vom Unterricht mit den Instrumenten machen und auch bei den fortgeschrittenen Schülern von Sibylle Szymanski-Köhr bei einer öffentlichen Probe des Streicherensembles sehen, welche wunderbaren Stücke man nach ein paar Jahren Unterricht schon spielen kann.

Eine Unterrichtspräsentation der besonderen Art konnte man durch die Klavierpädagogin Marzena Brawanski in der ESG Kirche am Campus erleben. Frau Brawanski zeigte an Beispiel von Klangbildern, wie eindrucksvoll es ist, Musik in Bildern zu erleben. Sie erarbeitete mit zwei Schülerinnen im Alter von acht und elf Jahren Klangbilder ihres Zyklus „Sommerträume“, eine musikalische Geschichte von Erlebnissen eines Sommertages, die das Erlernen von pianistischen Bewegungsabläufen zum Ziel haben. Die Spieltechnik Tremolo erinnert zum Beispiel durch die im Handgelenk rotierende Bewegung an den Flügelschlag eines Schmetterlings. Durch die Assoziationen mit Bildern konnten die Schülerinnen so leichter auch komplexe Bewegungsabläufe erlernen.

Zum Abschluss dieses ereignisreichen Tages trafen sich die beteiligten Künstler und ihr Publikum bei einem Sektempfang im C. Bechstein Centrum.

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