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Alle Artikel kategorisiert unter »Nikolaus Brass«

Kreative Ergänzungsleistungen

02.02.15 (Nikolaus Brass) -
„Das imperative Werk“ – gibt es das noch? Gab es das je? Das Musikstück, das gänzlich aus der Imagination des Autors entsteht, ohne „Mithilfe“ eines Interpreten? Wobei Mithilfe ja auch allein im Gewärtigen und Erfahren der Fähigkeiten von ausführenden Musikern liegen kann, Erfahrungen, die dann bewusst oder unbewusst abgespeichert in den Kompositionsprozess eines Werkes einfließen. Auch wenn nicht alles gleich „auf den Leib geschrieben“ sein muss (welch schöne Vorstellung eigentlich), sind wohl alle Kompositionen irgendwie „Gemeinschaftswerk“ zwischen erfindender und darstellender Intelligenz.

Zukunftsfähigkeit als zentrales Anliegen

28.08.14 (Nikolaus Brass) -
Mit Bernd Redmann hat die Münchener Hochschule für Musik und Theater einen ausgewiesenen Ausbildungs-Fachmann, aber auch einen anerkannten Komponisten als Nachfolger von Siegfried Mauser gewählt. Mauser hat in seiner Amtszeit vieles an der Hochschule in Bewegung gesetzt. Wie wird es weitergehen? Für die nmz sprach Nikolaus Brass von der Münchner Gesellschaft für Neue Musik (MGNM e.V.) mit dem frisch gebackenen Hochschulpräsidenten.

Sterben soll, was lebt?

31.10.12 (Nikolaus Brass) -
Hamburg – Die Stadt hatte einmal einen Namen für die Neue Musik. Als Ligeti an der dortigen Hochschule lehrte, wirkte sein Geist weit über die Stadt hinaus, Geist zog Geist an, eine lebendige Kultur der Unruhe machte sich breit und eine neue Beweglichkeit charakterisierte für eine Weile die Verkehrsregeln des ästhetischen Diskurses und nicht nur des ästhetischen. Das scheint lange her. Nach dem Schub die Stagnation.

Neue Musik in der Rechtfertigungsfalle

04.10.11 (Nikolaus Brass) -
Wenn das „Progressive“ zwar registriert aber abgelehnt wird – geschenkt, gehört dazu. Wenn es nicht verstanden wird – o.k., Ausweis eben seiner Fortschrittlichkeit. Wenn es attackiert wird und verfolgt: scheußlich, aber „irgendwie“ verständlich. Aber wenn das „Progressive“ als solches überhaupt nicht mehr wahrgenommen wird und in einem öffentlichen Diskurs für seine „Daseinsberechtigung“ erst kämpfen muss unter der Rechtfertigung, doch eigentlich von großer gesellschaftlicher Relevanz zu sein und an diese Behauptung Forderungen anschließt, es seien ihm Schutzräume zu reservieren, um überhaupt wahrgenommen zu werden und in seiner gesellschaftlichen Bedeutung zur Geltung kommen zu können – da ist doch einiges zumindest „dumm“ gelaufen, wenn nicht sogar schief, grundschief.

Warum es Sinn macht, keine Angst zu haben: die Hamburger Klangwerktage 2010

07.12.10 (Nikolaus Brass) -
Dort, wo in der Pause das Pils ausgeschenkt wird, im Foyer von Kampnagel stehen vier Schlagzeuger hinter dem Tresen und schieben die Gläser auf dem Tresen hin und her. Reiben auf und an Gläsern. Sie schlagen ganz vorsichtig die Gläser aneinander. Sie finden Gegenstände mit denen sie hantieren. Besen, Schraubenschlüssel, Feilen. Man sieht fast nichts. Was man hört ist Geheimnis.

Untrügliches Gespür für Stimmigkeit

27.08.09 (Nikolaus Brass) -
Am 29. Juli 2009 nahm der Komponist und nmz-Kolumnist Nikolaus Brass den Musikpreis der Stadt München entgegen. Neben der Würdigung des Preisträgers geriet die Verleihung auch zu einer Gedenkfeier für den einige Tage zuvor verstorbenen Musikpublizisten und nmz-Redakteur Reinhard Schulz. Der hatte die Laudatio auf Brass verfasst, wohl wissend, dass er sie wahrscheinlich nicht selber würde vortragen können. Auszüge daraus lesen Sie auf Seite 5. Nikolaus Brass wiederum verband seinen Dank für den Münchner Musikpreis mit einer Würdigung des Verstorbenen:

a tempo (2009/07)

08.07.09 (Nikolaus Brass) -
In der derzeitigen Krise hätten „sanfte“ Gesellschafts- und Wirtschaftsutopien Konjunktur, so unlängst die Süddeutsche Zeitung in einem Feuilleton. Zitiert wurden Stimmen, die im Überzeugungston der Marktliberalen abschätzig meinten, nun würde wieder unter der Decke des ach so schlechten Großen Ganzen hingebungsvoll im Kleinen „gekuschelt“, statt sich damit abzufinden, dass der Kreislauf des globalen Kapitalismus eben mal Opfer verlange. Schick sei jetzt das Kleine und Überschaubare, defensive Sinnstiftung eher gefragt als aggressives Problemlösen.

a tempo (2009/06)

29.05.09 (Nikolaus Brass) -
Beliebt ist die Bedeutsamkeit.
In den 60er-Jahren gab es den „Phonoklub“. Monat für Monat kam eine Platte ins Haus, Mozart, Mendelssohn, Beethoven, … und wenn ich mich recht entsinne, stand – jedenfalls in den ersten Jahren – irgendwo auf der Plattenhülle ein durchlaufendes Spruchband, eine Ermunterung, die ich damals sehr ernst nahm: „Weihet mit Musik hohe Lebensstunden … Weihet mit Musik hohe Lebensstunden …“

a tempo (2009/05)

03.05.09 (Nikolaus Brass) -
Der einzige Ort, an dem im öffentlichen Raum kenntlich um Diskretion gebeten wird, ist – neben dem katholischen Beichtstuhl – der Bankschalter. Galt die Ehrfurchtsbezeugung des Abstands traditionell dem Heiligen (Altarstufen bitte nicht betreten) , so ist unser heiliger Ort heute – der Schalter. Früher: Der Mensch vor Gott. Heute: Der Mensch vor dem Geld.

a tempo (2009/04)

26.03.09 (Nikolaus Brass) -
Es gab einmal eine Sendereihe im Hessischen Rundfunk unter dem Titel: Für wen komponieren Sie eigentlich? Interviews mit Henze, Kagel, Nono, Schnebel etc ... Ich hatte mir als Student die Buchveröffentlichung aus der „Reihe Fischer“ gekauft, Anfang der 70er-Jahre. Hansjörg Pauli war der Sammler und Frager. Ich weiß die Antworten nicht mehr, in der Erinnerung geblieben ist mir aber ein besonderer Beiklang dieser Frage. Bemerkenswert an der Frage ist das hinten angestellte: „eigentlich“. Für wen komponieren Sie eigentlich? Der ganze Zwang der Rechtfertigung eines fragwürdig luxuriösen Tuns konzentrierte sich (für mich) in diesem „eigentlich“.
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