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Alle Artikel kategorisiert unter »Oliver Hochkeppel«

Zugängliche Avantgarde – Das Progressive Chamber Music Festival in München

22.11.19 (Oliver Hochkeppel) -
Der Geiger Gregor Hübner wollte sich noch nie festnageln lassen. Weder auf Klassik oder Jazz; weder auf Tradition oder Avantgarde; weder auf Spaß oder Ernst; weder auf München, wo er eine Professur hat, noch auf New York, wo er wohnt. Also hat er einfach immer alles zu seiner Zeit und am passenden Ort gemacht. War eine solche Bandbreite zu den Jugendzeiten des heute 52-Jährigen noch rar, so liegt Crossover und die Beherrschung aller möglichen Musikstile heute bei den jungen Musikern im Trend.

Und der Zukunft zugewandt

31.10.19 (Oliver Hochkeppel) -
Die Analogie ist etwas gewagt, aber vielleicht ist es kein Zufall, dass die ostdeutsche Jazz-Hauptstadt Leipzig zum Ausgangspunkt der friedlichen Revolution von 1989 wurde. Ihr Flair war und ist weltoffener, individualistischer und kulturbewusster als in den meisten anderen Städten der neuen Bundesländer. Die vitale Musik-Szene trägt wesentlich dazu bei – mit dem Gewandhaus, der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“, mit dem seit 1973 existierenden Jazzclub und seinen „Jazztagen“ als Aushängeschild.

Der Jazz-Verkäufer

27.09.19 (Oliver Hochkeppel) -
Bis heute leidet der Jazz darunter, dass er nach der Swing-Ära gewissermaßen in den „Underground“ ging, zur elitären Nischenmusik wurde. Denn selbst heute, wo er als zweite Klassik, als innovativstes Kunstmusik-Genre anerkannt ist, fehlt ihm weitgehend die Lobby. So waren und sind es vor allem Fans, die den Jazz unters Volk bringen. Leute wie der 1939 im ostpreußischen Hardteck geborene Manfred Scheffner. Früh erfasste ihn die Leidenschaft für improvisierte Musik. „Bei uns zu Hause lief nur Jazz, ausschließlich“, erinnert sich sein Bruder Jan. Doch im Gegensatz zu den meisten anderen Jazzfans wurde bei Scheffner aus der Leidenschaft ein Beruf. Er wurde sozusagen der „Jazzverkäufer“ der Republik.

Spannende Balance

18.07.19 (Oliver Hochkeppel) -
So dehnbar der Genre-Begriff heute auch sein mag, vom Pop unterscheidet sich der Jazz meist noch dadurch, dass man ihn nicht nur als Musiker, sondern auch als Hörer lernen muss. Was mehr denn je eine schlechte Voraussetzung für ein Massenpublikum ist. Und so sind Jazzfestivals eben auch kein Geschäftsmodell wie im Pop, sondern ein Akt der Kulturvermittlung, der ohne Sponsoren oder öffentliche Förderung selten möglich ist.

Der Druck des Jubiläums

22.05.19 (Oliver Hochkeppel) -
Zum 50. Mal wurde Burghausen, das schon etwas abseits an der österreichischen Grenze gelegene 18.000-Einwohner-Städtchen, eine Woche lang wieder zu einer Metropole. Zu einem fast schon kultischen Versammlungsort für Jazzmusiker, -enthusiasten und Szenebegleiter aus Nah und Fern nämlich. Das außergewöhnliche Jubiläum der „Internationalen Jazzwoche Burghausen“ – die damit eines der ältesten Jazz-Festivals Europas ist – mobilisierte nicht nur die veranstaltende IG Jazz und die Stadt mit ihrem langgedienten, das Fes­tival stets antreibenden Bürgermeister Hans Steindl besonders, sondern auch das Publikum. Nahezu alle Konzerte waren ausverkauft, und da es auch noch mehr waren als sonst, gab es standesgemäß einen neuen Zuschauerrekord.

Rettung durchs Rahmenprogramm?

03.05.19 (Oliver Hochkeppel) -
Wer lange nicht mehr auf der Musikmesse Frankfurt war, hat sie dieses Jahr kaum wiedererkannt. Schon weil die riesigen Hallen 3 und 4 deutlich luftiger gefüllt waren als früher. Bei „Europas größter Messe für Musikinstrumente und Noten, Musikproduktion und -vermarktung“ sucht man Stände der europäischen und vor allem der heimischen Hersteller inzwischen vergebens – kein Meinl oder Sonor bei den Schlagzeugen, kein Bechstein oder Blüthner bei den Klavieren, kein Kühnl oder Weimann bei den Blechblasinstrumenten.

Ene, Mene, Benelux

07.09.17 (Oliver Hochkeppel) -
Es war vielleicht das bezeichnendste Konzert des Südtirol Jazzfestivals: Nach der Premiere im vergangenen Jahr versammelten sich auch dieses Jahr mehr als ein Dutzend der besten jungen europäischen Jazzmusiker unter dem Titel „JazzLabs“ in der Messe Bozen, um in wechselnden, oft erstmals so zusammenspielenden Kombinationen, jeweils siebeneinhalb Minuten lang nach Herzenslust zu improvisieren. Bezeichnend deshalb, weil dieses Festival tatsächlich eine Art Messe des jungen europäischen Jazz geworden ist, und man es generell mit dem Titel „JazzLabs“ überschreiben könnte.

Bildfüllende Klänge

02.04.17 (Oliver Hochkeppel) -
Vorab war das Thema der 48. Internationale Jazzwoche Burghausen der Ausstieg des Fernsehens nach 36 Jahren, ein weiteres Armutszeugnis der öffentlich-rechtlichen Sender. Wundersamer Weise standen dann doch Kameras, wenn auch kleinere, in der Wackerhalle: Die Kollegen der Hörfunkredaktion von BR Klassik sprangen sozusagen in die Bresche, kümmerten sich, obwohl mit den Radiosendungen und dem Blog bereits gut beschäftigt, auch noch um Live-Streams im Internet.

Der Menschenfischer

07.03.17 (Oliver Hochkeppel) -
Vor vielen Jahren führte der Autor dieser Zeilen sein erstes Interview mit Al Jarreau, am Telefon. Nach der Vorstellung meldete sich Jarreau fast euphorisch: „Yes, we met in Ingolstadt, so nice to talk to you again.“ Auch auf die Replik, leider sei man sich noch nicht begegnet, beharrte er: „But I know you. I remember your voice.“ Man fühlte sich umarmt, das Eis war gebrochen, noch bevor die Temperatur überhaupt sinken konnte.

Wie man in die Jahre gekommene Festivals verjüngt

05.09.16 (Oliver Hochkeppel) -
Ein Konzert allein, das ist heute meist zu wenig. Bei der immer stärkeren Konkurrenz der Kulturangebote muss es schon ein Event sein. Und ein Festival bürgt immer noch für Event-Charakter. Dementsprechend nimmt die Zahl der verschiedensten Festivals nach wie vor zu, weswegen wiederum manch alteingeführtes Jazzfestival unter Druck gerät. Wie also gleichzeitig die Tradition hochhalten und das Publikumsinteresse neu wecken? Dafür kann man von Burghausen über Moers bis JazzBaltica verschiedene Rezepte finden, zwei interessante Neuansätze seien hier kurz beleuchtet.
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