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Alle Artikel kategorisiert unter »Stefan Pieper«

Auszeit aus der Normalität: Die Trinkhallen-Tour Ruhr lebt weiter und wächst!

10.08.17 (Stefan Pieper) -
„Eine Trinkhalle ist ein Verkaufsstand für Wasser, alkoholische und nichtalkoholische Getränke und Dinge des sofortigen Bedarfs wie Tabak, Süßwaren (und ähnliche Genussmittel), Lebensmittel und auch Medien“ sagt Wikipedia. Die Trinkhallen-Tour Ruhr macht die kleinen Büdchen, die gerade im Ruhrgebiet lebendiges Zeugnis der Arbeiterkultur sind, zu Spielstätten der musikalischen Gegenwart. Auf Betreiben des Esseners Florian Walter und seiner Band „Die Verwechslung“ kommt hier freie, unerhörte Musik ohne Umwege zu den Menschen.

Bruch in der Komfortzone: Gregor Schwellenbachs „Dronen-Oper“ im Bonn

12.07.17 (Stefan Pieper) -
Die Vernichtung von Menschen erfolgt heute nicht selten aus der Komfortzone heraus. An einem sicheren Ort fernab vom Kriegsschauplatz erlebt der mit dem Abfeuern tödlicher Fluggeschosse beauftragte „Drohnen-Operator“ die Tragweite seines Tuns nur von Monitoren aus. Töten als „Nine to five“- Job? Die Kameras können jedes Detail ins Visier nehmen, um den Einschlagsort exakt zu berechnen. Was ist dort unten für ein Leben? Wie sehen die Menschen dort unten und ihr Alltag aus? Wie reden, schlafen, lachen, essen, beten, lieben, arbeiten sie? Der unbekannte Drohnenpilot in Lothar Kittsteins Text „Autopilot“ empfindet zumindest noch so etwas wie Neugier darauf. Lebt hier ein Restbestand von Empathie? Auch wenn diese im eigenwillig verfremdeten Sprechgesang reichlich surreal anmutet...

Frische Farben für Moers: Neuer Festival-Leiter Tim Isfort gab Debut beim Moers-Festival

09.06.17 (Stefan Pieper) -
Wie Geister in einem archaischen Initiationsritual beschworen die australischen „Snuff Puppets“ beim Presseempfang den neuen künstlerischen Leiter des Moers-Festivals Tim Isfort. Auf dass der gebürtige Moerser seine Sache gut mache! Der dritte Festival-Leiter in der Folge von Burkhard Hennen und Reiner Michalke liebt das Theater. „Moers 3.0“ will viel neue Farbe auftragen – davon zeugte die 46. Festivalausgabe.

Freihafen eröffnete den Mai beim Acht Brücken-Festival: Uraufführungen für alle

04.05.17 (Stefan Pieper) -
„Acht Brücken“ in seiner aktuellen Ausgabe ist nicht das erste Festival, welches sich der Wechselbeziehung zwischen Musik und Sprache verschreibt. Das Thema hat Dauerkonjunktur und daher gibt es dafür in Köln alles Erdenkliche zu sagen – egal ob verbal, nonverbal, in vokalen oder instrumentalen Lauten und Klängen. Ein solch vielschichtiger Mix lohnt noch bis zum 7. Mai die Anreise.

„Wohin will ich und wer passt zu mir?“

01.12.16 (Stefan Pieper) -
„In Zeiten, die leider wieder unfreier werden, brauchen wir Jazz als Symbol für Toleranz und positive Globalisierung mehr denn je“ plädierte der NRW-Landtagsvizepräsident Oliver Keymis beim Forum der Union Deutscher Jazzmusiker. Aber gerade in einer so individualisierten Kunst wie dem Jazz braucht es ein tragfähiges Miteinander. Die Union Deutscher Jazzmusiker liefert hierzu eine Infrastruktur, die im Wachstum begriffen ist.

Mit Worten in der Welt wirksam sein

01.12.16 (Stefan Pieper) -
Mit der Ursonate fing alles an: Kurt Schwitters vermählte in den 1920er-Jahren sprachliche Zeichen mit musikalischen Formelementen. Laute und Silben, schließlich ein rückwärts-zitiertes Alphabet wurden einer konsequent durchdachten Sonatenform einverleibt. Das Ergebnis wirkte humoristisch, verfolgte aber auch ein tiefernstes künstlerisches Anliegen. Und so gehörte Kurt Schwitters’ Meilenstein für die Dada-Bewegung zu den unverzichtbaren, am letzten Tag aufgeführten Bezugspunkten auf dem Essener NOW-Festival. Unter dem Motto „Word up!“ wurde zwei Wochen lang gezeigt, wie die musikalische Avantgarde mit zum Teil ungeahnten Beziehungen zwischen Worten und Musik landläufige ästhetische Konnotationen gerne hinter sich lässt.

Herrschaftsfrei Kultur veranstalten: Das Kölner Klaeng-Festival 2016

29.11.16 (Stefan Pieper) -
Herrschaftsfrei geht es zu beim Klaeng-Kollektiv, das in Köln zu einer Marke in Sachen lebendiger Jazzkultur geworden ist. Sieben ambitionierte Musiker, die etwas bewegen wollen, formen in Köln seit dem Jahr 2009 einen gemeinsamen Pool für Ideen, Skills und kreative Energie. Eben was man so braucht, um Musik zu kreieren, zu veranstalten und aufzunehmen und was gemeinsam besser als im künstlerischen Einzelkämpferdasein geht.

Mit Worten in der Welt wirksam sein – Das Essener NOW-Festival im Rückblick

16.11.16 (Stefan Pieper) -
Mit der Ursonate fing alles an: Kurt Schwitters vermählte in den 1920er Jahren sprachliche Zeichen mit musikalischen Formelementen. Laute und Silben, schließlich ein rückwärts-zitiertes Alphabet wurden einer konsequent durchdachten Sonatenform einverleibt. Das Ergebnis wirkte humoristisch, verfolgte aber auch ein tiefernstes künstlerisches Anliegen. Und so gehörte Kurt Schwitters Meilenstein für die Dada-Bewegung zu den unverzichtbaren, am letzten Tag aufgeführten Bezugspunkten auf dem Essener NOW-Festival. Unter dem Motto „Word up!“ wurde zwei Wochen lang gezeigt, wie die musikalische Avantgarde mit zum Teil ungeahnten Beziehungen zwischen Worten und Musik landläufige ästhetischen Konnotationen gerne hinter sich lässt.

Futurismus auf der Überholspur – Andrew Normans „Gran Turismo“ in Berlin

09.11.16 (Stefan Pieper) -
Wenn der amerikanische Komponist Andrew Norman sein Stück für acht Violinen „Gran Turismo“ nennt, gibt es dafür ein Schlüsselerlebnis: Im Jahr 2003 war der gerade 24jährige in die Lektüre der Manifeste des italienischen Futurismus vertieft, als er auf ein Autorennspiel für die Playstation stieß. Alles, was die Futuristen zu Beginn des 20. Jahrhunderts begeistert stilisierten, schien im Spiel „Gran Turismo“ wie selbstverständlich verkörpert: Geschwindigkeit und röhrende Motoren. Dynamische Interaktionen und hellwaches Reagieren sind gefragt. Wie beim Musikmachen auch.

Das Ereignis ist immer größer als man selbst

05.10.16 (Stefan Pieper) -
„Was produzieren Musikerinnen und Musiker überall auf der Welt an neuen, spannenden Ideen?“ – lautet eine Lebensfrage für Reiner Michalke, der von 2006 bis 2016 das Moers-Festival künstlerisch programmierte. Im August 2016 hat er vorzeitig die Leitung abgegeben. Der Grund: Zwar agierten er und sein fleißiges Team während der Festivals nach außen mit einer bewundernswerten Gelassenheit. Hinter den Kulissen sei es nach eigenem Bekunden aber oft weit „über die Schmerzgrenze“ hinaus gegangen. Gemeint sind vor allem die ständigen Querelen ums Finanzielle und ein ebensolcher Dauerkonflikt zwischen den Festivalmachern und der Lokalpolitik.
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