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Alle Artikel kategorisiert unter »Stefan Pieper«

Wir alle sind eins: Sasha Waltz „Exodus“ bei der Ruhrtriennale

17.09.18 (Stefan Pieper) -
Jeder Mensch ist ein Individuum. Aber wir alle teilen gleiche Sehnsüchte und einen Planeten, dessen künftige Bewohnbarkeit ungewiss ist. Niemand kann ausweichen, wenn Menschengruppen ihre Lebensräume verlassen müssen. „Exodus“ ist ein Wort für solche Vorgänge, die so alt sind wie die Menschheit selbst. Die Ruhrtriennale verhandelt in diesem Jahr dieses Thema – und auch die Choreografin Sasha Waltz mischt sich mit ihrer aktuellen Produktion dazu ein.

Brigitta Muntendorfs „Plug and Play me“ bei der Ruhrtriennale

02.09.18 (Stefan Pieper) -
Clubkultur? Neue Musik? Improvisation? Videokunst? Die rigide Trennung künstlerischer „Referenzsysteme“ ist wohl kaum Sache von Brigitta Muntendorf. Die vielseitig begabten Ausführenden in dem von ihr gegründeten „Ensemble Garage“ können vieles – und folgerichtig „konnte“ ein Abend bei der Ruhrtriennale auch sehr viel! Zumal dieser durch die Wiener DJ-Künstlerin Electric Indigo eine mächtige Verstärkung erfuhr. Vereint zum audiovisuellen Projekt „Plug and Play Me“ entstand ein dreistündiger Flow jenseits von Raum und Zeit.

Ruhrtriennale: Portraitkonzert Rebecca Saunders mit dem Ensemble Modern

27.08.18 (Stefan Pieper) -
Brodelnde Flächenklänge, die die Weite des Raumes erobern. Ein grollender Subbass, aus dem jähe Eruptionen hervorgehen, sei es fauchende Klaviercluster oder peitschende Perkussionsschläge. Sinustöne verändern sich, lassen Schwingungskurven mutieren. Ja, wir sind hier nah dran an der Ursubstanz von Klang. Rebecca Saunders will augenscheinlich „die Musik“ wieder auf derartige Zustände zurückbesinnen, wo nichts mehr zweck- oder formal-gebunden scheint. Die Konsequenz, mit der sie ein solches Anliegen mit einer sehr persönlichen „Handschrift“ aufzuladen weiß, hat die gebürtige Britin zur gefragten Gegenwartskomponistin werden lassen.

„Ich mag es, in Ideen einzutauchen“

26.05.18 (Stefan Pieper) -
Luise Volkmann ist Bandleaderin, Komponistin, Arrangeurin, Saxofonistin, Flötistin und – künstlerisch betrachtet – eine junge Wilde, die ernsthaft arbeitet und der es doch eigentlich „nur“ darum geht, ehrliche Empfindungen in Musik zu kleiden. Nach dem Studium in Leipzig zog es die gebürtige Bielefelderin nach Paris. Seitdem saugt die 25-Jährige die Energie einer internationalen Musikmetropole begierig auf und legt in ihren Projekten eine schwindelerregende Dynamik an den Tag. Ihr 12-köpfiges Ensemble „Eté Large“ ist gerade groß genug, um alle Ideen zum Ausdruck zu bringen!

Erlebnispfade und Verjüngung: Das Moers Festival 2018

25.05.18 (Stefan Pieper) -
Auf „Lester Mitchells Starship Orchestra“, wo der Bandleader die Trompete und das Saxofon angeblich gleichzeitig bläst, wartete man beim Moers Festival vergeblich. Wer dennoch zum angegebenen Zeitpunkt in der Eishalle kam, dem wurde zum Trost ein Freibier ausgegeben. Auch die im September 2001 gegründete „Botox Family mit Stef Flops und Bill Geiz“ gehört zum Spektrum der Fake News, welche das Programmheft verbreitete.

Die Soldaten sind wir alle: Zum Kölner Acht-Brücken-Festival

07.05.18 (Stefan Pieper) -
Bei der Kölner Uraufführung von Bernd Alois Zimmermanns Oper „Die Soldaten“ im Jahr 1969 hatte der damalige Dirigent Michael Gielen mit starken Widerständen seitens des Orchesters zu kämpfen. Zu nachhaltig sprengte diese vielschichtige und in ihrer Aussage radikale Oper alle Traditionen und Gewohnheiten im Nachkriegs-Konzertbetrieb. Beim Kölner „Acht Brücken Festival“ im Jahr 2018 stehen heute umso mehr Musiker und Ensembles bereit, sich mutig in alle Klangabenteuer zu stürzen – und für die liefern Bernd Alois Zimmermanns Kompositionen nach wie vor unverbrauchtes Notenmaterial.

Rituale ohne Dogmen: Die 50. Wittener Tage für Neue Kammermusik

01.05.18 (Stefan Pieper) -
„In Räumen sein, wo noch nie jemand war“, so formulierte der Klarinettist Jörg Widmann jenen Idealzustand der ästhetischen Belebung, welche bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik seit nunmehr fünf Jahrzehnten Programm ist. So etwas wollen regelmäßig die angereisten Protagonisten herbeiführen und dafür reist eine internationale Zuhörerschaft an. Im Jahr 1969 wurde das Wittener Festival in seiner heutigen Form geboren. Einen verlässlichen Rahmen liefert hier der Westdeutsche Rundfunk, der sich in einer Zeit einklinkte, in der die Sicherstellung öffentlicher Bildungsaufträge auch für „Minderheiten“ noch ein Kerngeschäft war. In Witten lebt so etwas fort. Also wurde auch am Festivalwochenende 2018 abendfüllend Neue Musik in den Äther gestrahlt.

Winter-Jazz

31.01.18 (Stefan Pieper) -
Das lässt hoffen: Da stehen junge Menschen einmal nicht für das neueste ­iPhone Schlange, sondern für Jazz! Beim Winterjazz in Köln mutiert das hole Wörtchen „Hype“ endlich mal wieder zu so etwas wie „Ausstrahlung“. Auf jeden Fall dabei sein wollte das Publikum im Kölner Stadtgarten, um handgemachte, ehrlich empfundene Musik hautnah zu erleben. Dass Jazz wieder „sexy“ ist, dafür möchte die Kölner Saxofonistin Angelika Niescier ihren Beitrag leisten. Sie lernte in New York das Vorbild für den Kölner Winterjazz kennen, bei dem die freie Szene der Stadt zu einem „free concert“ zusammen kommt.

„Heute möchten alle mitspielen“

30.11.17 (Stefan Pieper) -
Wenn der Festival-Macher Uli Bär von der Jugendkunstschule Unna mit dankbaren Zuhörern ins Gespräch kommt, muss er oft korrigieren: Das berühmte Fünfvierteltakt-Stück „Take 5“ ist nicht original von Dave Brubeck, sondern von Paul Desmond. Aber „Take 5“ steht in der Region zwischen Hamm, Soest und Unna ohnehin für noch viel mehr: Nämlich für die Vielfalt des Jazz. Alle zwei Jahren laden mittlerweile fast 40 Spielstätten zum Konzertmarathon in Jazzclubs, Theater, Konzertsäle, Brauereien oder auch mal auf einem ausgedienten Förderturm – insgesamt 50 Jazzkonzerte in 50 Tagen in 20 Städten.

Das Unsichtbare spricht zu uns: NOW-Festival in Essen bot Grenzerfahrungen

09.11.17 (Stefan Pieper) -
„Grenzüberschreitung“ hatten die Macher von Essener Philharmonie und Folkwang-Musikhochschule als aktuelles Festival-Motto gewählt. Dieser inflationär überstrapazierte Begriff mutete fast wie Tiefstapelei an - den das zweiwöchige Essener Festival rund um die musikalische Gegenwart inklusive etlicher benachbarter Disziplinen eigentlich gar nicht nötig hat.
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