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Alle Artikel kategorisiert unter »Ute Schalz-Laurenze«

Szenisches Experiment am Theater Bremen über Mozarts Entführung und Afrika

07.07.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Die Ränge sind nicht besetzt, das Orchester sitzt auf der Bühne, flankiert von Zuschauern, das Parkett ist weitgehend leergeräumt und vor dem auf dem Boden sitzenden Publikum steht ein riesiges Mischpult. Ein Bühnenbild gibt es nicht. Das Publikum soll sich bewegen, sich seine eigene Mischung und Sicht herstellen. Das klingt nach einer Inszenierung des leitenden Regisseurs des Theater Bremen Benedikt von Peter: ist es auch.

Das Dunkle in uns – Händels „Oreste“ im Theater am Goetheplatz in Bremen

26.05.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Ein Schiff? Ein Labyrinth? Eine Bar? Ein Hotel? Es kann alles sein und alles zusammen, was sich auf der Bühne dreht, im Hintergrund das Meer (Bühne von Irene Ip). Es ist die Insel Tauris in Georg Friedrich Händels Oper „Oreste“, auf der nach dem trojanischen Krieg sechs Personen versuchen, mit den Schäden ihrer Vergangenheit fertig zu werden und das durchaus Dunkle und Zerstörerische zu überwinden.

Ein Wunder an Wahlverwandtschaften: Alexander Krichel mit Mozart, Hummel und Chopin

06.05.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Sogenannte Recitals – so virtuos, interessant und schön sie auch sein mögen – haben immer den Makel, dass man häufig wenig Lust hat, viele verschiedene Stile hintereinander zu hören. Auf den ersten Eindruck ist das auch bei der neuen CD von Alexander Krichel mit der Polnischen Kammerphilharmonie Sopot unter der Leitung von Wojciech Rajski der Fall: Chopin, Mozart Hummel. Beim Hören entpuppt sich diese Zusammenstellung dann aber als ein Wunder an Zusammenhängen, Verehrungen und Wahlverwandtschaften.

Nicht Carmen, Don José ist die Hauptfigur – Anna Sophie Mahler inszeniert Bizets „Carmen“ am Theater Bremen

24.03.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Jeder Regisseur, jede Regisseurin muss den Zuschauern anbieten, wer seiner/ihrer Meinung nach Carmen ist. Der Mythos Carmen, in der Vertonung von Georges Bizet die meistgespielte Oper der Welt, wurde Grundlage für Welten: die Welt der Männer, die nur zu gerne eine solche Frau betrachten, bzw. haben wollen, die Welt der feministischen Frauen, für die Carmen der Inbegriff autonomer Freiheit ist.

„Kein Weg führt uns weiter ...“ – Die „Bluthochzeit“ von Szándor Szokolay am Stadttheater Bremerhaven

18.03.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Als 2013 an den Wuppertaler Bühnen Wolfgang Fortners 1957 entstandene Oper „Bluthochzeit“ mit überragendem Erfolg aufgeführt wurde, erinnerte man sich an einen großen Komponisten, der in das avantgardistische Denken der 60er und 70er Jahre nicht so recht mehr passen wollte. Obsolet geworden war die gute alte Literaturoper ebenso wie der Stil einer nachexpressionistischen Ausdrucksmusik. Dass sich das zurzeit wieder zu ändern scheint, beweist nicht nur die Wiederkehr vergessener Opern, es beweist auch, dass das Publikum die Musik vorurteilsfreier zu hören bereit ist.

Durchgeschüttelte Seelen, unberechenbar – Felix Rothenhäusler inszeniert Mozarts „Le Nozze di Figaro“ in Bremen

03.02.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Alle, wirklich alle Operngänger kennen Mozarts‘ 1786 geschriebene Oper „Le Nozze di Figaro“. Es geht sehr konkret um den Vorabend der Revolution, der Bürger Figaro probt mit seiner Verlobten Susanna den Aufstand gegen den Grafen, der wegen der attraktiven Susanna das Recht der ersten Nacht wieder einführen will, das er selbst gerade abgeschafft hatte. Aber in vielen Inszenierungen war es so, dass uns das soziale Problem eigentlich nichts mehr anging. Immer aber blieb die ergreifende tiefe Musik von Mozart, die auch die konservativsten Inszenierungen erträglich macht.

„Nur Gesang geht weiter“

29.11.14 (Ute Schalz-Laurenze) -
„Das kann ich auch“, so eine Zuhörerin lautstark beim Festkonzert zum 45-jährigen Bestehen der Reihe „Neue Musik in Delmenhorst“: das mit jährlich einem Konzert wohl kleinste Festival in Deutschland. Die Zuhörerin bezog sich auf einen spitzen hohen Ton, der glissandoartig herunterstürzt. Aber das ist bei der Musik von Hans Joachim Hespos kein dilettantisches Kreischen, sondern ein äußerst präzise notierter Ton mit einem äußerst präzisen Ausdruck. In „Kaps“ bilden acht „disparate“ Sänger/-innen vollkommen individuelle Gestalten, die von einem „Gelegenheitsdirigenten“ mit Leuchtstab und Frack irgendwie zusammengehalten werden: eine schöne Parodie auf die Funktion des Dirigenten. Die Ironie über den Konzertbetrieb kommt in jeder Sekunde höchst amüsant rüber, gleichzeitig und darüber hinaus gibt es richtig schöne Musik mit aufregenden Klangflächen und emotionalen Ausbrüchen. Es scheint typisch Hespos, er hat dies in vielen Werken der letzten Jahre gezeigt, wie er sich über die jahrhundertealte Gesangstradition lustig macht und sie gleichzeitg achtet, wenn nicht gar verehrt. Entgegen der Zuhörerin sind die acht Partien rein gesangstechnisch von äußerstem Anspruch. „Nur Gesang geht weiter“ heißt es in einer seiner Partituren.

Durch die Brille Verdis – Schillers bürgerliches Trauerspiel „Luisa Miller“ mit der Musik von Verdi an der Staatsoper Hamburg

18.11.14 (Ute Schalz-Laurenze) -
Vor 33 Jahren wurde an der Staatsoper Hamburg die Hamburger Erstaufführung von Giuseppe Verdis „Luisa Miller“ in einer denkwürdigen Besetzung gespielt: Giuseppe Sinopoli dirigierte und Ruggiero Raimondi, José Carreras, Leo Nucci, Katia Riciarelli und Marjana Lipovsek sangen in einer umstrittenen Inszenierung von Luciano Damiani. Alles Namen, die noch heute im Kopf jeden Opernfreundes sind.

Verletzungen zwischen Glücksanspruch und Macht – Verdis „Don Carlos“ am Stadttheater Bremerhaven

04.11.14 (Ute Schalz-Laurenze) -
Eine Welt der Spitzel, eine Welt des Eingeschlossenseins: Riesige Augen im Gartengestrüpp und Gitter zeigen das. Später kommt noch das übergroße Spinnennetz (der Inquisition) hinzu. Mehr braucht der Bühnenbildner und Regisseur Christian von Goetz auch nicht, um die Welt anzudeuten, in der fünf Menschen in schwer erträglicher Weise verletzt und getötet werden und noch immer an Ideale glauben – jeder für sich zerschellt an der Macht von Staat und Kirche.

„Endlich mal was Schönes“ am Theater Bremen – Armin Petras’ Tolstoi-Adaption von „Anna Karenina“ mit Musik von Sebastian Vogel und Thomas Kürstner

27.10.14 (Ute Schalz-Laurenze) -
Uraufführung am Theater Bremen: „Anna Karenina“ von Sebastian Vogel und Thomas Kürstner. Aber wer sich hier eine Uraufführung neuer Musik erwartete, sah sich getäuscht. „Endlich mal was Schönes“ hörte man mehrfach nach der viel umjubelten Aufführung. Was war zu hören?
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