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Grundschulkinder im Musikunterricht. Foto: San Giorgio

Grundschulkinder im Musikunterricht. Foto: San Giorgio

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Bayerische Kunsthochschulen fordern: Musik- und Kunstunterricht als innovative Kraft uneingeschränkt erhalten!

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Der Verbund Kunsthochschule Bayern ist bestürzt ob der Entscheidung des Bayerischen Kabinetts, den Unterricht in Musik, Kunst und Werken an den Grundschulen ab nächstem Schuljahr zusammenzulegen und signifikant zu reduzieren. Mit seiner Entscheidung möchte das Kabinett die Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen stärken. Die geplante „Flexibilisierung der Stundentafel“ bedeutet eine fundamentale Kürzung der künstlerisch-kreativen Fächer für alle Kinder in Bayern mit weitreichenden Folgen:

  • Musik- und Kunstunterricht spielt in der Entwicklung von Grundschulkindern eine zentrale Rolle. Mit und in Musik und Kunst lernen Kinder zentrale soziale Kompetenzen, sich emotional auszudrücken und kreativ zu erproben. Kognitive Fähigkeiten werden umfassend durch Kunst und Musik geschult: Positive Effekte auf die Sprachentwicklung sind ebenso belegt wie Effekte auf mathematische Fähigkeiten. Beide Fächer – Musik und Kunst – tragen wesentlich zur ganzheitlichen Bildung der Kinder bei, die in der geplanten „PISA-Offensive Bayern“ explizit gefordert wird. Kreatives Arbeiten fördert Neugier, Innovationswillen und Flexibilität – Zukunftskompetenzen, die in einer Welt, die schwer prognostizierbar ist, dringend gebraucht werden.
  • Kunst und Musik sind ein wichtiger Hebel in der Inklusion und Integrationsarbeit. Die PISA-Studie 2022 zeigt, dass Schulen zu wenig auf stark heterogene Klassen reagieren. Musik und Kunst fördern interkulturellen Austausch und Verständigung nicht nur von Kindern und Jugendlichen. Wer eine lebendige Gesellschaft und eine aktive Demokratie haben will, braucht einen festen Platz von Musik und Kunst im bisherigen Umfang im Lehrplan.
  • Wird Musik- und Kunstunterricht an Grundschulen wie geplant reduziert, werden Kinder die Grundschulen mit sehr heterogenen Wissens- und Kompetenzständen verlassen. Das bedroht auch die Nachwuchsförderung der Laienkultur in Bayern – vom Kinderchor bis zur Jugendblaskapelle. Das wird insbesondere die ländlichen Räume, in denen die kulturelle Infrastruktur mehr dezentral ausgeprägt ist als in urbanen Zentren, empfindlich treffen. Pläne wie diese gefährden den Freistaat Bayern als „Kulturstaat“.

Die Kunsthochschulen Bayerns fordern, die vom Bayerischen Kabinett gefällte Entscheidung im Dialog mit den bayerischen Bildungsinstitutionen und Kulturverbänden zu überarbeiten und Kunst- und Musikunterricht ob ihrer gesamtgesellschaftlichen Bedeutung einen prioritären Platz in der Lehrplangestaltung, gerade in Grundschulen, einzuräumen.

 

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