Bayreuther Dirigentin Lyniv: Klassik-Branche ist sehr konservativ


28.07.21 -
Bayreuth - Die Klassik-Branche ist nach Einschätzung der ersten Bayreuther Dirigentin Oksana Lyniv sehr konservativ. «In vielen renommierten Orchestern hat in den 80er-Jahren noch keine Frau mitgespielt. Etwa in Wien oder in Leipzig. Das ist unmöglich», sagte sie im Interview des «Nordbayerischen Kuriers».
28.07.2021 - Von dpa, KIZ

Die 43-Jährige hatte am Sonntag die Festspielpremiere der Richard-Wagner-Oper «Der fliegende Holländer» dirigiert - als erste Frau in 145 Jahren Festspielgeschichte. «Es ist toll, dass die Bayreuther Festspiele jetzt dieses Zeichen setzen», sagte sie. «Es ist schon längst Zeit. Aber die Klassik-Branche ist sehr konservativ.» Bayreuth sei zwar spät dran - «aber immer noch früher als bei den Wiener Philharmonikern».

 

(nmz-bl) - Im Fall des Frauenanteils des Gewandhausorchesters irrt Frau Lyniv: Im Jahr 1891 wurde mit der Harfenistin Marie Hofmann erstmals eine Frau im Orchester angestellt. Auch in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts spielen unter Kurt Masur zahlreiche Frauen. Heute beträgt der Anteil der Musikerinnen ca. 27 Prozent.

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