Hoff: Kultur-Lockerungen von lokalen Entwicklungen abhängig machen


11.02.21 -
Erfurt - Thüringens Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) hat sich für behutsame Öffnungen im Kulturbereich ausgesprochen. Hoff betonte am Donnerstag, dass ihm länderübergreifende Regelungen dafür lieb wären.
11.02.2021 - Von dpa, KIZ

Bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch konnte sich Thüringen allerdings mit der Forderung nach einem bundesweiten Stufenplan mit langfristigen Perspektiven für den Umgang mit der Pandemie nicht durchsetzen. «Wenn wir dazu nicht kommen, müssen wir eigene Thüringer Regeln treffen», sagte Hoff.

Ihm sei es wichtig, Lockerungen nicht an Kalenderdaten, sondern an der tatsächlichen Infektionsentwicklung festzumachen. Dabei sollte die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage je 100 000 Einwohner, die Auslastung vor allem der Intensivbetten in den Krankenhäusern und der Fortschritt beim Impfen berücksichtigt werden. Das bedeute auch, Lockerungen regionalen Gegebenheiten anzupassen. «In einem Landkreis mit einer Inzidenz von 400 wäre es unverantwortlich, Museen zu öffnen oder Theaterveranstaltungen anzubieten.» Wenn es daneben aber 14 Landkreise mit einer Inzidenz unter 25 gebe, könne man diese nicht gleich behandeln. «Dort, wo die Zahlen hochgehen, muss man lokal sofort reagieren.»

Zudem sollten Öffnungen im Kulturbereich, wenn möglich, langsam vonstattengehen. «Um einen Jojo-Effekt zu vermeiden», sagte Hoff mit Blick auf möglicherweise wieder steigende Zahlen, wenn es zu Lockerungen kommt.

Für Theater halte Thüringen weiter daran fest, diese bis zum 31. März für Publikum geschlossen zu lassen. Damit seien Träger und Intendanten einverstanden gewesen, sagte Hoff. Für Musik- und Jugendkunstschulen solle der Stufenplan wie für die Öffnung von Schulen allgemein gelten. Abhängig von der Infektionsentwicklung könnten dann etwa bei Lockerungen wieder Einzelunterricht, ab einem deutlich entspannten Pandemiegeschehen auch wieder Gruppenunterricht angeboten werden.

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