Martin Kürschner als neuer Rektor der Hochschule für Musik und Theater Leipzig gewählt


12.05.15 -
Als neuer Rektor der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" (HMT) wurde heute vom Erweiterten Senat Prof. Martin Kürschner gewählt. Er konnte sich im dritten Wahlgang gegen Dr. Julia Cloot (Frankfurt) und Monika Schneidereit (Düsseldorf) durchsetzen. Seine Amtszeit beginnt nach der Bestellung durch das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK), demnach spätestens zum Beginn des Wintersemesters 2015/16.
12.05.2015 - Von PM, KIZ

Um das Amt beworben hatten sich insgesamt 15 Kandidaten. Prof. Martin Kürschner wird Nachfolger von Prof. Robert Ehrlich, der seit 2006 Rektor der Hochschule ist und nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal kandidieren konnte. Martin Kürschner studierte Schulmusik, Komposition, Mathematik, Physik und Musikwissenschaft in Frankfurt am Main und war dort bis 1995 Lehrbeauftragter für Neue Kompositionstechniken, Akustik und Elektronik. Danach lehrte er in Darmstadt und Mainz. Seine Kompositionen erfuhren mehrfach Auszeichnungen, zahlreiche Aufführungen und CD-Produktionen im In- und Ausland.

2001 nahm er einen Ruf an die HMT Leipzig an und unterrichtet in den Fächern Tonsatz, Instrumentation und Analyse. Nachdem er als Dekan und Bologna-Beauftragter der Hochschule tätig war, amtiert er seit 2010 als Prorektor für Lehre und Studium.

An der HMT Leipzig sind gegenwärtig 1050 Studierende immatrikuliert.

Themen:

Hochschule für Musik und Theater Leipzig

Wer sich über eine Institution X informieren will, der sollte nicht nur die selbstverfassten Texte dieser Institution lesen. Ein wirklichkeitsnahes Gesamtbild kann nur entstehen, wenn auch kritische “Fremdtexte” gelesen werden. Meine Erfahrungen mit der HMT in Leipzig stehen im Widerspruch zu vielen selbstlobenden Kommentaren und Ausschreibungen dieser Hochschule. Lesen Sie, wenn Sie mögen, dazu aus meiner Broschüre: Untertitel: “Beiträge zur Leipziger Musikgeschichte”
Titel: “Kurt Masur entzaubert, der Fünfzehnte nach Bach entlarvt und alles an der HMT in Leipzig den Bachelor-Studenten um die Ohren hauen”
2. Abschnitt (Seite 11 bis 15): Die Reaktion der HMT Leipzig

Der Rektor
Die Hochschule für Musik und Theater (HMT) Leipzig hat gegenwärtig kein Interesse an einem die einseitige Biographie „Kurt Masur – Zeiten und Klänge“ (Johannes Forner, List-Verlag, München 2003) ergänzenden Text. Vom ehemaligen Rektor Professor Robert Ehrlich, jetzt Rektor der Musikhochschule HANNS EISLER Berlin, und dem Kanzler bekam ich 2014 während eines Gespräches auf meine Frage zum Umgang mit der Broschüre „Wahrheit über die Vergangenheit der Zukunft zuliebe“ keine Antwort, wenig später aber eine Mail mit der kurzen Information „als zeitgeschichtliches Dokument in das Archiv der HMT aufgenommen“ (und nicht wunschgemäß in die Bibliothek).
Der Rektor Professor Martin Kürschner hatte die neue Gesprächsrunde am 23.02.16 aufgerüstet: Vor dem Kanzler und einem Vertreter des Personalrates teilt er mir nach Kritik an den fehlenden Fußnoten mit, dass er meine Broschüre mit dem Aufsatz über Kurt Masur „den Bachelor-Studenten um die Ohren hauen“ würde. Über eine bevorstehende Verlagsveröffentlichung hatte ich die Herren im Gespräch informiert.
Wenn ein Text prominent veröffentlich wird, dann sollte dieser vom HMT-Rektor den Studenten nicht um die Ohren gehauen werden. Der auf Basis dieser wahren Implikationsaussage vorhandene Widerspruch wurde mir nachträglich verständlich, als ich vermittels Internet über das Forschungsgebiet „Machen Tiere Musik?“1 des Rektors Kenntnis bekam. Vor Ort stand ich im Februar 2016 zunächst vor der unlösbaren Frage: Was war das für eine Mathematik und Physik, die der Rektor (entsprechend seiner Ausschreibung) auch studiert hatte? Aktuell ist es an der HMT Leipzig aussichtslos zu vermitteln, dass es auch Wissenschaften gibt, die stückweise auf Indizes verzichten können und (deshalb) „harte“ Wissenschaften genannt werden.
Das Debakel aus den Jahren 2010/11 an der Universität Bayreuth um die zunächst mit „summa cum laude“ beurteilte, später verworfene Doktorarbeit des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg mit einem „Fußnoten-Salat“ in der Größenordnung einer Briefmarkensammlung (ca. 1500) war vermutlich einigen Wissenschaftlern der weichen Wissenschaften nur zum aktuellen Zeitpunkt peinlich. (Zu Guttenberg ist keinesfalls „zu dumm“ für die Selbstanfertigung „seiner Arbeit“ – im Gegenteil: Er ist im vorangeschrittenen Alter zu klug für die elementaren Mühen der Doktorarbeit in einer verbalen Wissenschaft. In den „harten“ Wissenschaften ist alles anders!)

Institut für Musikwissenschaft und Theaterhochschule
Der Direktor des Institutes der Musikwissenschaft, Prof. Dr. Christoph Hust, hatte für das Semester 2014/15 das Thema „Leipziger Musikinstitutionen aus den Jahren 1989 und 1990“ ausgeschrieben. Im Internet hieß es in einer Kurzcharakteristik:
„Das Hauptseminar soll einen Überblick darüber erarbeiten, wie verschiedene Leipziger Institutionen auf die Ereignisse der Jahre 1989 und 1990 reagiert haben, u. a. sollen Gewandhaus, HMT, Oper und Verlage in den Blick genommen werden. Die Teilnehmer werden Archive und Zeitzeugen befragen. Ziel ist auch ein exemplarischer Einblick in die Methoden der musikwissenschaftlichen DDR-Forschung. Eine öffentliche Vorstellung der Ergebnisse ist vorgesehen.“
Christoph Hust wollte ursprünglich (nach einem Telefonat mit mir) seine Studenten auf meine Veröffentlichungen und mich als Interview-Partner hinweisen. Als er meinen Aufsatz „Ein amerikanischer Irrglaube: Dirigent und Revolutionär“ gelesen hatte, wurde sofort der letzte Satz seiner Internetausschreibung bezüglich Vorstellung der Ergebnisse gestrichen. Zu einer Zusammenarbeit mit mir als Zeitzeuge und Interview-Partner ist es nicht gekommen.
Im HMT-Flyer „Konzerte / Veranstaltungen, April 2016“ wurde das Symposium „Musik und Nationalsozialismus“ vom 08./09.04.16 öffentlich ausgeschrieben, veranstaltet von Studierenden des Masterstudiengangs Musikwissenschaft. Das erste Thema „Die Erneuerungsbewegung der evangelischen Kirchenmusik in den Jahren 1933-45“ hat nahe gelegt, sich mit der eigenen HMT-Vergangenheit selbstkritisch auseinanderzusetzen. Wie von mir befürchtet erwähnte die Referentin den Namen des ersten Rektors der Hochschule aber nur beiläufig. In der anschließenden Diskussion hat kein Teilnehmer auf diesen Defekt hingewiesen oder die von mir geäußerte Kritik aufgegriffen.
Der österreichisch-deutsche Komponist Johann Nepomuk David (1895-1977) ist im Jahr 1934 dem Diktator Adolf Hitler von Wien nach Deutschland quasi nachgereist. Für ihn „war nicht die Berufung nach Leipzig entscheidend, sondern der Auftritt beim Kongress für evangelische Kirchenmusik 1937 in Berlin, als von Oskar Söhngen eine Trias präsentiert wurde: David neben Distler und Pepping“ – so aufgeschrieben in der Österreichischen Musikzeitschrift ÖMZ 06/2015 unter „Davids Dilemma“. Und an gleicher Stelle ist zu lesen: „In der evangelischen Kirchenmusik gab es eine Richtung, die sich an das NS-Regime anlehnte, man kann auch sagen, angebiedert hat. David ist da hineingezogen worden, hat aber auch mitgemacht.“ David wurde 1942 erster Rektor der Leipziger Musikhochschule (vorher Konservatorium); hatte u. a. im gleichen Jahr einen Chorsatz auf Worte von Adolf Hitler komponiert und den HMT-Masterstudenten eine Fülle an Material zur Aufarbeitung hinterlassen. Wenn aber die Hochschullehrer dazu keine Vorgaben machen, dann klammern selbstverständlich auch die Studenten die eigene Hochschule bei so viel Vergangenheits-Dilemma in ihren Vorträgen kurzerhand total aus und begeben sich nicht in die Gefahr, dass ihnen der Rektor die Texte „um die Ohren haut“.
Steffen Georgi schreibt am 28.06.2016 in der LVZ unter der Überschrift „Dialog ist nicht nur Konsens, sondern auch Streit“ und dem Untertitel „Starke Beiträge, aber wenig Resonanz von Seiten der Theaterhochschule: Viel Unmut beim ersten Leipziger Dramaturgie-Festival „Intro““ über den (leisen, weil aus Angst anonymen) Aufschrei der Studenten, die viel Leere in der Lehre erkennen. Im Text ist zu lesen: „Ganz offensichtlich gibt es da von Seiten der Studierenden einigen Gesprächsbedarf. Den der Lehrkörper indes wohl nicht teilt.“ Eine Studentin: „Was ich hier erlebt habe, ist zwei Jahre Begrenzung.“ Und Georgi berichtet von „Mangel an Vernetzung“ und „Angst der Hochschule vor Veränderung, durch die Dramaturgie zum U-Boot der Tradition“ werde. Dieses nach innen gerichtete Festhalten am bequemen Alten verdeutlicht die Notwendigkeit eines Eingriffs von außen (durch die Medien). Die Leipziger Zeitung berichtete darüber in der Ausgabe 34/2016 (Seite 10) unter der Überschrift „Ein Aufruf: Stehen Sie den Studenten der HMT bei!“

Kunst als Tochter der Freiheit
Die Musik im 21. Jahrhundert wird erneut missbraucht werden, wenn die konkrete Aufarbeitung der Vergangenheit mit schonungsloser personenbezogener Fehleranalyse nicht stattfindet. Die Studenten der HMT in Leipzig müssen sich auch mit den folgenden exemplarisch historischen Fakten auseinandersetzen (dürfen):
Der erste Rektor der Hochschule (1942-1945), Professor Johann Nepomuk David, schrieb eine Motette nach einem Führerwort, die in Leipzig im Jahr 1942 uraufgeführt wurde.
Der dritte Hochschulrektor (1948-1973), Professor Rudolf Fischer, wurde durch seine vom SED-Parteibuch gestützte Machtfülle in den peinlichen Wahn versetzt, ein guter Pianist zu sein. Er war Leiter der ersten Meisterklasse für Klavier, obwohl er hinter vorgehaltener Hand in Fachkreisen statt Fischer „Pfuscher“ genannt wurde. Ich habe erlebt, wie er Ende der 1960er Jahre nach einem total verpfuschten Klavierkonzert mit dem Orchester allein auf der Bühne stand, vom französisch-italienischen Stardirigenten Roberto Benzi während des letzten Tones verlassen. (Mein älterer Bruder, der nicht an die SED-Diktatur angepasste Konzertpianist und Weberpreisträger Gerhard Mey, der in Weimar „nur“ die Schulmusiker unterrichten durfte, konnte am 18. Oktober 1957 im Nationaltheater die Situation retten und im Sinfoniekonzert unter dem berühmten Leningrader Dirigenten Arvid Jansons für den kurzfristig absagenden Rudolf Fischer erfolgreich einspringen; siehe Internet unter „Zweites Sinfoniekonzert – Digitales Archiv der Thüringischen Staatsarchive“.)
Der letzte DDR-Rektor (1987-1990), Prof. Dr. Werner Felix, den ich persönlich kannte, war ein amusischer SED-Manager, der ebenso wie Kurt Masur im Jahr 1970 in der Leipziger Oper Ehrenwache am aufgebahrten Leichnam eines Mörders hielt (dazu Seite 10). Im Rahmen der Evaluierung, bei der auch die Aufdeckung inoffizieller Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Staatssicherheit ein wesentliches Anliegen war, verlor Werner Felix Anfang der 1990er Jahre alle seine Ämter.
Der Rektor Professor Martin Kürschner (seit 2015) diffamiert Beiträge zur jüngsten Leipziger Musikgeschichte, die von Verlagen und wissenschaftlich anerkannten Zeitschriften veröffentlicht werden (dazu S. 23 unter Veröffentlichungen).
Bei dieser hochbrisanten Problemlage müssten das Symposium an der Hochschule FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY baldmöglichst öffentlich wiederholt, auf Realsozialismus erweitert und zunächst die Fehlentwicklungen im eigenen Haus offengelegt und aufgearbeitet werden, bevor „NS und Norwegen“ (2. Vortrag des Symposiums vom 08./09.04.2016) thematisiert wird.
In den nachfolgend aufgeführten Publikationen habe ich im Sinne von „Kunst als Tochter der Freiheit“ (Schiller) am Fallbeispiel der Hochschule FRANZ LISZT Weimar die Notwendigkeit institutioneller Veränderungen gesellschaftspolitischer Verhaltensweisen beschrieben, die grundsätzlich auch an der HMT in Leipzig realisiert werden sollten.
- Weiße Flecken in der Musikgeschichte. Das Fallbeispiel Weimar, Zeitschrift des Forschungsverbundes SED-Staat der Freien Universität Berlin, ZdF 35/2014
- Demokratische Erneuerung aus der Ferne, ZdF 38/2015
- Vorankündigung der Veröffentlichung „Beiträge zur Weimarer Musikgeschichte - Die Hochschule für Musik“ (Arbeitstitel) von Günter Knoblauch und Roland Mey, Herausgeber Christian Dietrich
Für das Studium der (wirklichen) Physik ist die Kenntnis der Aussagenlogik elementarste Voraussetzung (dazu die Seiten 11 und U3). Die mathematisch durch Wahrheitsmatrizen in der Eindeutigkeit exakt definierte Logik sollte zukünftig auf den Gymnasien Bestandteil des Lehrplanes im Fach Deutsch sein. Weil diese Fähigkeit den meisten Menschen nicht angeboren ist, muss das gegenwärtig auch in einer sprachlichen Hochschulausbildung (nach)gelehrt werden. Dann und nur dann – mit der Äquivalenz wird die „notwendige und hinreichende Bedingung“ mathematisch exakt definiert - können triviale, sprachbedingt vorprogrammierte Defekte im Kommunikationsbereich, wie ich sie an der HMT in Leipzig erfahren habe, vermieden werden.
Die Broschüre wird gegenwärtig (kommerzfrei) für 3,- € in Leipzig von der Lehmann-Buchhandlung in der Grimmaischen Straße zum Kauf angeboten.


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