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Messiaen-Tage: Festival erinnert an Uraufführung im Gefangenenlager
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Messiaen-Tage: Festival erinnert an Uraufführung im Gefangenenlager

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Görlitz-Zgorzelec (dpa/sn) - Zwischen Europas Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft: Unter dem Titel «sounding colours» lädt die Europastadt Görlitz-Zgorzelec vom 15. Januar an zur vierten Auflage der Internationalen Messiaen-Tage ein.

Wie Festivalsprecherin Magdalena Zielinska-König am Donnerstag mitteilte, greift das fünftägige deutsch-polnische Festival die Geschichte des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag VIII A in Görlitz auf und beleuchtet dabei das musikalische Schaffen des Komponisten Olivier Messiaen (1908 - 1992). Der Franzose geriet 1940 in deutsche Kriegsgefangenschaft. Im Stammlager Görlitz vollendete er seine «Quatuor pour la fin du temps» - eines der wichtigsten kammermusikalischen Werke des 20. Jahrhunderts - und brachte es dort mit Gefangenen zur Uraufführung.

Seit zwölf Jahren erinnern der Verein «Meetingpoint Music Messiaen» und die polnische Stiftung «Erinnerung, Bildung, Kultur» am historischen Ort an die außergewöhnliche Uraufführung. Seit 2017 setzen die Messiaen-Tage die alljährliche Aufführung des Quartetts in den Kontext eines mehrtägigen Festivals, zu dem neben Konzerten, Workshops für Jugendliche, Vorträge und Führungen zum ehemaligen Kriegsgefangenenlager und Lesungen gehören.

Das Stalag VIII A wurde 1939 errichtet. Nach Schätzungen wurden bis 1945 bis zu 120 000 Gefangene verschiedener Nationalitäten in dem Lager festgehalten. 2015 wurde auf dem Gelände das Europäische Zentrum Erinnerung, Bildung, Kultur eröffnet.

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