Orchestervereinigung fordert Rücktritt von Dorgerloh


23.07.14 -
Die Deutsche Orchestervereinigung hat vor der geplanten Unterzeichnung des letzten von neun Theaterverträgen in Sachsen-Anhalt den Rücktritt von Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) gefordert. «Dorgerloh sollte die Konsequenzen ziehen und für seine sachlich wie menschlich völlig verfehlte Kulturpolitik zurücktreten», sagte Vize-Geschäftsführer Andreas Masopust am Mittwoch in Berlin.
23.07.2014 - Von dpa, KIZ

Besonders kritisierte er Äußerungen Dorgerlohs, wonach Diskussionen um die Theater immer ein groß inszenierter Prozess seien. An diesem Donnerstag soll der Vertrag des Landes für die Förderung der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle unterzeichnet werden. Der jährliche Landeszuschuss sinkt dort von rund zwölf auf neun Millionen Euro.
  

Pressemeldung der DOV

Sachsen-Anhalt: Land der Frühaufsteher verschläft kulturelle Bildungschancen

23.07.2014 15:54

DOV fordert Rücktritt von Kultusminister Stephan Dorgerloh

Mit der Unterzeichnung des letzten von insgesamt neun Theaterverträgen am morgigen Donnerstag in Halle, sind die Weichen für die Kultur in Sachsen-Anhalt endgültig in eine kulturärmere Zukunft gestellt. Der letzte Vertrag sieht vor, dass die Theater, Oper und Orchester GmbH Halle künftig nur noch neun statt zwölf Millionen Euro vom Land erhält. Eine ähnlich massive Einsparung musste bereits das Anhaltische Theater in Dessau hinnehmen. Insgesamt wird das Land Sachsen-Anhalt bis 2018 jährlich nur 30 statt wie bislang 36 Millionen Euro für die Theater aufwenden.

„Die Äußerung von Kultusminister Stephan Dorgerloh, dass das Land den Kultureinrichtungen keine künstlerischen Konzepte vorgeben will, sind mehr als zynisch“, so Andreas Masopust, stellvertretender DOV-Geschäftsführer. „Das Land streicht den Theatern und Orchestern Millionen und spricht gleichzeitig von der ‚Freiheit der Kunst’, meint damit aber offensichtlich nur eine Vogelfreiheit“, so Masopust weiter.

„Besonders empörend sind die Äußerungen, mit denen Dorgerloh im Nachrichtenmagazin ‚focus’ zitiert wird, wonach die ‚Theaterdiskussionen (…) ein groß inszenierter Prozess’ seien. Den Künstlern steht das in Sachsen-Anhalt schmerzlich bekannte (Hoch-)Wasser bis zum Hals und der feine Herr Dorgerloh bezeichnet die verzweifelten Protestaktionen als Theaterdonner. Es fehlt dem Minister offensichtlich jedwede Empathie für die Künstler des Landes. Dorgerloh sollte die Konsequenzen ziehen und für seine sachlich wie menschlich völlig verfehlte Kulturpolitik zurücktreten“, so Masopust abschließend.

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