Verschollen geglaubtes Haydn-Libretto in Weimar gefunden [update, 29.11.]


29.11.09 -
Am Ende des Haydn-Jahres haben Mitarbeiter der Herzogin Anna Amalia Bibliothek offenbar das verschollen geglaubte Libretto zu Joseph Haydns (1732-1809) Marionettenoper «Der Hexenschabbas» gefunden. Bei Arbeiten zur Erschließung aller Bestände der Bibliothek seien sie auf einen Textband mit der Aufschrift «Der Hexenschabbas. Ein Marionettenfest in einem Aufzuge» gestoßen, teilte die Klassik Stiftung Weimar mit.
29.11.2009 - Von PM - kiz-lieberwirth, KIZ

Haydn hatte die Oper für das Marionettentheater am Hof des Fürsten Esterhazy komponiert. Das anonyme Werk ohne Erscheinungsvermerk umfasse zehn Blätter und enthalte zwei Holzschnitte. Das Libretto sei aber nicht von Haydn geschrieben worden, so Bibliotheksdirektor Michael Knoche. Es stamme aus der Feder von Josef Karl von Pauersbach, der am Hof des ungarischen Fürsten Nikolaus I. das Marionettentheater leitete. Von dem Textbüchlein wurden seinerzeit zwei- bis dreihundert Exemplare gedruckt. Die Bibliothek habe das Werk bereits digitalisiert und online zugänglich gemacht. In keiner andere Bibliothek konnten bisher noch erhaltene Exemplare nachgewiesen worden.

[update] - Das stimmt nicht ganz. Wie die Haydn Festspiele Eisenstadt mitteilen, wurde ein Exemplar des Textes bereits 2005 in der Wienbibliothek entdeckt.
Man teile die Freude über den Fund in Weimar, schreiben die Haydn Festspiele Eisenstadt in der Mitteilung, mache allerdings darauf aufmerksam, „dass bereits 2005 eine Ausgabe des Librettos in der Wienbibliothek entdeckt wurde und dieser Fund auch unter Haydnforschern bekannt ist. Jene Ausgabe der Wienbibliothek ist zudem durch einen handschriftlichen Vermerk „Musik von Joseph Haydn“ eindeutig zuordenbar.
Das 2005 in Wien entdeckte Opernlibretto ‚Der Hexenschabbas. Ein Marionettenfest in einem Aufzug’ wird im kommenden Jahr in einer von Prof. Dr. Klaus Pollheimer von der Universität Wien, Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft, wissenschaftlich bearbeiteten Ausgabe in der Reihe „Eisenstädter Haydn-Berichte“ als Band 8 veröffentlicht.“

 

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