Martin Zenck: Stille und Gewalt. Die Musik von Wolfgang Rihm +++ Roland Zag: Da Capo! Eine andere Geschichte der Klassik in 66 Erzählungen +++ Paul Simon Kranz: „Was unermesslich mir schien“. Digitale Spurensuche zwischen Tradition und Innovation in Meistersinger-Inszenierungen der Bayreuther Festspiele 1963 bis 2017
Buch-Tipps 10/2026
1
Martin Zenck: Stille und Gewalt. Die Musik von Wolfgang Rihm, Metzler/Bärenreiter, Berlin/Kassel 2025, 366 S., Abb., € 49,99, ISBN 978-3-662-70971-9
Auch wenn Zenck in einem sehr engen Austausch mit dem 2024 verstorbenen Komponisten stand, bleiben bei der vorliegenden Beschäftigung mit einer exemplarischen Auswahl an Kompositionen die zwei Bekenntnisse Rihms leitend, dass ihm zunehmend alles rätselhaft werde um den Schaffensprozess und dass das Werk immer mehr wisse, als sein Autor, was nachdrücklich den Weg für eigenständige Zugänge erzwingt – ein tiefschürfender Versuch, das eigentlich Unfassbare fassbar zu machen.
2
Roland Zag: Da Capo! Eine andere Geschichte der Klassik in 66 Erzählungen, Reclam, Ditzingen 2026, 240 S., Abb., € 22,00, ISBN 978-3-15-011589-3
In anekdotischen Schlaglichtern verknüpft der Band musikalische Preziosen mit irdischen Stories um ihre Entstehungskontexte, wobei auch Stockhausen mit den Beatles oder Orlando di Lasso mit Michael Jackson verknüpft werden – ein kurzweiliges und niederschwelliges Lektürevergnügen mit Glossar, das Manchem Neues öffnet und Wohlbekanntes neu verankert.
3
Paul Simon Kranz: „Was unermesslich mir schien“. Digitale Spurensuche zwischen Tradition und Innovation in Meistersinger-Inszenierungen der Bayreuther Festspiele 1963 bis 2017, Studio Verlag, Würzburg 2026, 292 S., Abb., € 48,00, ISBN 978-3-8260-9889-5
Insbesondere wegen der innovativen Methodik ist die Studie von besonderem Interesse, nimmt sie doch in der aktuellen Interpretationsforschung das Spannungsfeld zwischen Kontinuität und Wandel mit computergestützten Analysetools bei der Auswertung filmischer Dokumente unter die Lupe – eine objektivierende Untersuchung musikalischer und szenischer Prozesse zwischen Wieland Wagner und Barrie Kosky.
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