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Alle Artikel kategorisiert unter »Musikgeschichte«

Pultdiktator und genialer Altmeister

17.05.17 (Michael Ernst) -
Rudolf Barschai dürfte die Gemüter bis heute entzweien: Die Einen haben ihn als diktatorischen Pultstar in Erinnerung, andere verehren ihn anhaltend als genialen Altmeister der russischen Schule. Wer ihn noch persönlich erlebt hat, mag sowohl diese als auch jene Eindrücke von ihm bestätigt bekommen und bewahrt haben. Wer ihn nur von den überlieferten Aufnahmen kennt, erhebt ihn womöglich rasch in den unantastbaren Maestro-Himmel.

Hörlust im Monteverdi-Land

17.05.17 (Christoph Vratz) -
Er hat die Musikgeschichte auf den Kopf gestellt. Aber ein eigentlicher Revolutionär war er nicht. Er stülpte nicht alles Alte um, sondern rückte seine Idee von Musik gleichberechtigt neben das, was es zur damaligen Zeit alles gab. Doch egal, ob Aufrührer oder sanfter Erneuerer: Claudio Monteverdis stilis­tische Neuerungen haben dazu geführt, dass er als Ahnvater gilt, als Erfinder der Oper und als harmonisch kühner Kopf, der, überspitzt gesagt, sogar als Vorläufer der Atonalen gelten darf. Er hat die Regeln des Tonsatzes ignoriert, um die Aussagen seiner Bühnen-Figuren authentisch und unverfälscht erscheinen zu lassen.

Glaubensbekenntnis und Theaterlust

17.05.17 (Uwe Schweikert) -
Anders als seine Zeitgenossen war Claudio Monteverdi niemals gänzlich vergessen. Dennoch ist es gerade einmal vierzig Jahre her, dass sein Name kometengleich am Musikhimmel aufging. Initialzündung war die Inszenierung des „Orfeo“, zu der sich der Regisseur Jean-Pierre Ponnelle und der Dirigent Nikolaus Harnoncourt 1975 in Zürich zusammenfanden. Viele Werke Monteverdis – einige der Madrigalbücher durch Raymond Leppard oder der Opern durch Harnoncourt selbst – lagen bereits als Schallplatteneinspielungen vor. Dennoch war es erst diese spektakuläre Bühnenaufführung, die 1977 ihre Fortsetzung mit „Il ritorno d‘Ulisse in patria“ und „L‘incoronazione di Poppea“ fand, die die eigentliche Wiederentdeckung des bis dahin nur in Spezialistenkreisen bekannten Komponisten anstieß.

Konkurrenzis belebt

13.05.17 (Martin Hufner) -
Wir erinnern uns an einen offenen Brief von 160 Dirigentinnen und Dirigenten wegen der Zwangsfusionierung der SWR-Orchester: „Kein Dirigent – und damit ausdrücklich auch keiner der Unterzeichnenden – wird in der Lage sein, auf absehbare Zeit aus den zwangsfusionierten Musikern einen Klangkörper zu formen, dessen Rang mit dem der beiden mutwillig zerstörten, traditionsreichen Sinfonieorchester auch nur im Entferntesten konkurrieren könnte.“ Keiner, außer vielleicht einer: Teodor Currentzis nämlich.

Der letzte Mohikaner – Ein Nachruf auf den Musikkritiker Joachim Kaiser von Götz Thieme

12.05.17 (Götz Thieme) -
Zum Tod von Joachim Kaiser, dem leitenden Redakteur der „Süddeutschen Zeitung“. Nach Marcel Reich-Ranicki ist nun der letzte Großkritiker der Republik gestorben, einer, der dem Publikum die Klassik erklärte.

Buch-Tipps 2017/05

10.05.17 (Michael Wackerbauer) -
Sabine Henze-Döhring/Sieghart Döhring: Oper. Die 101 wichtigsten Fragen, C.H. Beck +++ Symphonie-Rezeption in deutschsprachigen Periodika von 1798–1850. Eine Quellensammlung in drei Bänden, hg. v. Jin-Ah Kim u. Bert Hagels, Berlin, Ries & Erler 2017 +++ Gottfried Veit: Konzertführer. 100 Schlüsselwerke für Blasorchester und Bläserensembles, DVO Fachverlag für Blasmusik

Ohren und Grenzen öffnen

01.05.17 (Roland Spiegel) -
Sie schuf ein weltweit bedeutendes Forum für möglichst radikale, frei improvisierte Töne – in Schallplattenveröffentlichungen und in einem jährlichen Festival, das sich „Total Music Meeting“ nannte: Jetzt ist der Berliner „Free Music Production“ (FMP) eine aufregende Ausstellung im Münchner Haus der Kunst gewidmet: „FMP: The Living Music“(noch bis 20.8.). Töne und Dokumente für Entdeckungsfreudige.

Berührungsängste und Ansätze

09.04.17 (Andreas Hauff) -
Musikgeschichte im Musikunterricht? Eigentlich dürfte das kein so großes Problem sein. Fragt man Oberstufenschüler zu Beginn des Unterrichts nach ihren Wünschen, nennen Sie in der Regel neben viel Musikpraxis auch einen Überblick über die Musikgeschichte, der bis in die Gegenwart führen und auch die Entwicklung der Popmusik einschließen soll. So etwas gehöre zur Allgemeinbildung. Auch in der Mittelstufe heißt es: „Man sollte schon wissen, wer Mozart ist.“ Die Musikdidaktik allerdings tut sich schwer mit der Musikgeschichte, und viele Musiklehrerinnen und Musiklehrer auch. Zu stark hat sich die Musikpraxis in den Vordergrund geschoben, zu fordernd erscheint das Bedürfnis der Lernenden nach „ihrer“ Musik, zu sehr fürchtet man sich vor den Ansprüchen an musiktheoretisches Verstehen, und zu deutlich sind die Zweifel an der Selbstverständlichkeit der abendländischen Musikkultur gewachsen.

Rückblende 2017/04 (Vor 100 und vor 50 Jahren)

03.04.17 (Eckart Rohlfs) -
Vor 100 Jahren: Das Dresdner Philharmonische Orchester wird im Mai/Juni durch die Schweiz reisen +++ Vor 50 Jahren: Werk, Komponist, Anlass und Anliegen machen die Lukas-Passion des 1933 geborenen polnischen Musikers Krzysztof Penderecki zu einem Schlüsselwerk der zeitgenössischen Musik.

Die Zugabe als Abbitte an Beethoven

30.03.17 (Rainer Nonnenmann) -
Neben Kompositionen, Aufnahmen und Schriften hinterließen diese beiden außergewöhnlichen Musiker eine große Schar an Enkel- und Urenkelschülern sowie zahllose Briefe. Der Pianist und Komponist Artur Schnabel (1882–1951) und die Altistin Therese Behr-Schnabel (1876–1959) hatten sich 1900 auf einer Konzertreise kennengelernt und mehrere Jahre in Berlin als Paar gelebt, bevor sie heirateten. Allein und gemeinsam tourten sie durch zahllose Provinzen und Metropolen der Welt, gaben Sommerkurse in Tremezzo am Comer See, emigrierten in die USA und kehrten nach dem Zweiten Weltkrieg nach Europa zurück.
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