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Alle Artikel kategorisiert unter »Musikgeschichte«

Vom Wunder der Reduktion

21.08.17 (Enjott Schneider) -
Wilhelm Killmayers Schaffen mahnt mit dröhnender Mächtigkeit – durch Stille, Zartheit, leise Töne, durch liebevolles Pflegen des achtlos Weggeworfenen, durch die Wunder einzelner Töne und reduzierter Gesten. Er ist ein zeitlos Unangepasster geblieben, der schon früh gegen jede Dogmatik von „Neuer Musik“ opponierte und statt internationaler Mobilität sich immer auf die Kraft und Inspiration der eigenen Verwurzelung verlassen hatte.

Buch-Tipps 2017/07

18.07.17 (Juan Martin Koch) -
Digital MUSICIANship. Digitales Klassenmusizieren. Innovative Konzepte für den Musikunterricht, hg. v. J. Steiner, Helbling +++ Felix Mendelssohn Bartholdy: Sämtliche Briefe in 12 Bänden, Bärenreiter +++ Martin Luther: Die Lieder, hg. von Jürgen Heidrich und Johannes Schilling. Reclam/Carus-Verlag

Grundlagen klären, Diskussion offen halten

18.07.17 (Juan Martin Koch) -
Neue Musik, zeitgenössische Musik, Gegenwartsmusik … Der Diskussionsbedarf über diese grundsätzlichen Benennungen – jüngst auch in dieser Zeitung – ist hoch. Ein guter Zeitpunkt also für ein Lexikon, das die zu diesem Themenfeld gehörigen Begrifflichkeiten klärt, historisch einordnet und gegebenenfalls auch problematisiert.

Neues vom Zwölfton-Gaucho

18.07.17 (Christoph Schlüren) -
Alberto Ginastera (1916–83) ist unter Kennern zwar ein bekannter Name: Angesehen als der bedeutendste Komponist Argentiniens, und zusammen mit dem Brasilianer Heitor Villa-Lobos, seinem argentinischen Landsmann Astor Piazzolla, den Mexikanern Carlos Chávez und Silvestre Revueltas und dem Kubaner Ernesto Lecuona der glanzvollste Komponistenname Lateinamerikas, wird Ginastera immer wieder genannt, und anlässlich seines 100. Geburtstags erschien eine Vielzahl CDs mit seinen Werken.

Kreativkraftwerk in personam

15.07.17 (Andreas Kolb) -
Was den Trend zur Gehaltsästhetik in der Musik unserer Tage angeht: Peter Michael Hamel war und ist schon immer diesseitig gewesen mit seiner Kunst. Das ging los mit seinem Militärdienst beim Lufttransportgeschwader in Neubiberg. Vier Semester Kompositionsstudium hat ihn das gekostet, da kann er sich fünf Jahrzehnte später noch darüber echauffieren, und schon damals sang er „Eine Armee ohne Kultur ist eine unwissende Armee“. Als Vertreter der 68er-Generation versuchte der 1947 in München geborene Musiker den Spagat zwischen der Hochkultur und den Worten des Vorsitzenden Mao Zedong. Das ging nicht immer ohne Reibungs- und Materialverluste: Stets gab es aber auch musikalischen Materialgewinn als Ergebnis dieser Konflikte.

Leuchtend über allen Schützengräben

17.06.17 (Georg Beck) -
„Es waren nicht nur die Schreibmaschinen, die in Parade den Skandal gemacht haben.“ So Francis Poulenc, Augen- und Ohrenzeuge der Uraufführung: „Alles war neu – Botschaft, Musik, Bühne. Selbst die Kenner der Ballets Russes vor 1914 haben mit Erstaunen diesen kubistischen Vorhang von Picasso hochgehen sehen, selbst für sie absolut ungewöhnlich. Das war nicht mehr der Skandal in einem strikt musikalischen Sinn wie beim Sacre du printemps. Dieses Mal war jede Kunst widerspenstig.“

Unerfüllte Träume von der „neuen Volksoper“

13.06.17 (Wolf-Dieter Peter) -
Während Museen und Kunstsammlungen inzwischen ihre „braune Vergangenheit“ unter dem Druck der Provenienzforschung langsam erhellen, haben zu viele Theater ihre Spielplan- und Personalpolitik vor und nach, speziell aber in jenen fatalen zwölf Jahren noch nicht historisch und kunstpolitisch kritisch aufgearbeitet. Ein bestechend konzipierter und dann auch sprachlich beeindruckend klar formulierter Sammelband des Instituts für His­torische Musikwissenschaft der Universität Hamburg stellt nun anhand der Bühnenwerke von Rudolf Wagner-Régeny, Norbert Schulze, Mark Lothar und Paul Graener Erfolge und Misserfolge vor – und analysiert historisch sowie soziologisch differenziert Hintergründe, Strategien und Folgewirkungen.

Der Sachse, der mehr konnte als alle anderen

13.06.17 (Dirk Klose) -
„Invero il Sassone ne sa più tutti“ – der Sassone kann einfach mehr als all die anderen, schrieb im November 1759 ein Bewunderer des Komponisten Johann Adolf Hasse nach der Aufführung von dessen Oper „Achille in Sciro“ in Nea­pel. Damit stand er nicht allein; der 1699 in Bergedorf bei Hamburg geborene, aber die meiste Zeit in Italien, Wien und Dresden und damit inmitten des dort dominierenden italienischen Kunstgeschmacks lebende Hasse galt zu seiner Zeit als einer größten Opernkomponisten. Um so erstaunlicher und bis heute kaum richtig erklärbar dann schon wenige Jahre nach seinem Tod (1783 in Venedig) der tiefe Sturz; Hasse verschwand aus dem öffentlichen Bewusstsein, erst in jüngster Zeit hat eine zaghafte Wiederentdeckung eingesetzt; von einer eigentlichen Renaissance kann man aber (noch) nicht sprechen.

Der Klang der Großstadt

13.06.17 (Michael Kube) -
Kaum mehr als nichts ist geblieben. Wären da nicht die zahlreichen Dokumente, die sich auf Fotopapier, Schellackplatte oder auch auf Zelluloid über die vernich­tende Zeit des Zweiten Weltkriegs erhalten haben. Denn geht man heute bei Tag oder Nacht halbwegs wachen Auges durch Berlin, so wird man kaum mehr eine authentische Spur finden, die dem Alltag, der (Über-)Lebenskunst oder auch der Musik jener Zeit entstammt, die mit den längst verklärten Goldenen 20er-Jahren begann, selbst unter den Augen der braunen Diktatur fortbestand und noch nach 1945 in den Ruinen der Stadt wieder auf die Füße zu kommen versuchte – ver­geblich.

Buch-Tipps 2017/06

13.06.17 (Michael Wackerbauer) -
Urs Peter Schneider: Konzeptuelle Musik. Eine kommentierte Anthologie, aart verlag +++ Andreas Swoboda: Die Anfänge der elektronischen Blasinstrumente (Wiener Beiträge zur systematischen Musikwissenschaft, Bd. 2), epOs-Music +++ Unlaute. Noise / Geräusch in Kultur, Medien und Wissenschaften seit 1900, hg. v. S. Mieszkowski u. S. Nieberle, transcript
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