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Alle Artikel kategorisiert unter »Musikgeschichte«

Überragende Theaterbegabung

09.09.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Giacomo Puccini? Eine Säule weltweiter Spielpläne, dazu eine Vielzahl populärer Werkführer, speziell zu den fünf meistgespielten Opern – dafür kaum profunde Analysen in deutscher Sprache: dieses Missverhältnis moniert Herausgeber und Mitautor Richard Erkens – und behebt es mit dem neuen, gewichtigen Handbuch.

Vor der Reglementierung

09.09.18 (Andreas Wehrmeyer) -
Die Musikwissenschaft als institutionalisierte Disziplin entwickelte sich in Russland erst in den 1920er-Jahren unter den Voraussetzungen und Bedingungen des neuen Sowjetstaates. Sie zeigte sich dabei nicht in erster Linie als eine historisch-philologische Disziplin, sondern war offen für gesellschaftswissenschaftliche Fragestellungen aller Art. Letztere bestimmten als „musiksoziologisches Forschungsparadigma“ das Fach bis zirka 1930. Das rief sowohl Forschungen von beachtlichem Reflexionsniveau auf den Plan als auch eher „vulgärsoziologische“ Zugänge, die darauf aus waren, Phänomene der Musik mechanisch auf gesellschaftlich-ökonomische Verhältnisse zurückzuführen, das heißt als deren Widerspiegelung.

Buch-Tipps 2018/09

09.09.18 (Michael Wackerbauer) -
Christof Meueler/Franz Dobler: Die Trikont-Story. Musik, Krawall & andere schöne Künste, Heyne, München 2017, 461 S., Abb., € 30,00, ISBN 978-3-453-27135-7 +++ Mathias Löffler: Rock & Jazz Harmony. Die Klangwelt der Rock- und Jazzmusik verstehen, AMA, Brühl 2018, 782 S., Abb., Notenbsp., € 39,95, ISBN 978-3-89922-239-5 +++ Anna Magdalena Bredenbach: Geschichten vom Umbruch. Musikhistorische Darstellungen der Jahrzehnte um 1900 in narratologischer Perspektive, Schott, Mainz u.a. 2018, 282 S., Abb., € 36,00, ISBN 978-3-7957-1288-4

Tischtennis-Doppel und andere prägende Erfahrungen

07.09.18 (Corina Kolbe) -
Mehr als 20.000 Zuschauer drängen sich an jenem Abend auf den steilen Rängen der Berliner Waldbühne. Im Orchester zückt jemand eine Kamera und fotografiert dieses schier unendliche Menschenmeer, wie man auf einem privaten Schnappschuss sehen kann. „Es war ein gigantisches Erlebnis, wir befanden uns alle in einer Art Ausnahmezustand“, beschreibt der in Ost-Berlin aufgewachsene Bratscher Thomas Selditz seine Eindrücke vom Freiluftkonzert des Gustav Mahler Jugendorchesters am 6. August 1988.
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Der Guru der Musikethnologie

28.08.18 (Hans-Jürgen Schaal) -
Eine der größten Sammlungen globalmusikalischer Tondokumente befindet sich heute im Ethnologischen Museum in Berlin. Den ältesten Teil dieser Tonaufnahmen bilden Edison-Walzen aus der Zeit um 1900. Sie stehen heute auf der Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes.

Zwischen Jetlag und Rosh Hashana

24.08.18 (Michael Jenne) -
Leonard Bernstein zählt zweifellos zu den Genies des 20. Jahrhunderts. Die Vielfalt seines musikalisch-künstlerischen Schaffens war gesteuert durch eine besonders enge Verbindung von Intellekt, Empfindungskraft und Kommunikationsfähigkeit, je auf höchstem Niveau. Dabei war sein Wirken über ziemlich genau ein halbes Jahrhundert geprägt von drei ineinander verschlungenen Identitätsmerkmalen: Leonard Bernstein war Musiker, Amerikaner und Jude, vor allem aber war er, was amerikanische Juden häufig als deutsch-jiddischen Begriff verwenden, „Mensch“.

Der unverwechselbare Eklektiker

23.08.18 (Juan Martin Koch) -
Eine opulente CD-Box der Deutschen Grammophon und eine Buchpublikation im Laaber Verlag laden dazu ein, vor lauter Jubel über den Interpreten und Musikvermittler den Komponisten Leonard Bernstein nicht zu vergessen.

„He took the elitism out of music, made it for everyone“

23.08.18 (Constanze Wimmer) -
Leonard Bernstein wirkt mit seiner überragenden Begeisterungsfähigkeit als Musiker wie als Musikvermittler ungebrochen in unsere Gegenwart hinein. Generationen von jungen Menschen wurden durch seine „Young People’s Concerts“ live und im Fernsehen geprägt, erfahrene Konzertbesucher schätzen seine Bücher „The Joy of Music“ oder die Veröffentlichung seiner legendären Harvard-Vorlesungen „The Unanswered Question“. Er war der Inbegriff des gebildeten und leidenschaftlichen Musikers zugleich, dem es ein Anliegen war, sein Publikum auf vielfältigen Wegen zu erreichen und zum Kern der Musik zu führen.

Die Bedeutung liegt in der Musik selbst

Als Leonard Bernstein am 18. Januar 1958 sein erstes „Young People’s Concert“ dirigierte – Bernstein sollte im selben Jahr seinen 40. Geburtstag feiern – konnte er bereits auf beträchtliche Erfolge als Dirigent und Komponist zurückschauen. Zudem hatte er in der Kultursendung „Omnibus“ Erfahrungen als Musikvermittler vor der Kamera gesammelt. Sieben der Skripte zu Omnibus brachte er 1959 als seine erste Buch-Publikation heraus: „The Joy of Music“ (dt.: Freude an der Musik, 1961). Als Vorwort stellte er dem Band seinen geringfügig überarbeiteten Essay „Speaking of music“ voran, den er 1957 in der Zeitschrift The Atlantic Monthly veröffentlicht hatte. Darin legte er einige grundsätzliche Überlegungen zu seinem Selbstverständnis als Musikvermittler dar. [1]
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