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Alle Artikel kategorisiert unter »Musikgeschichte«

Berührungsängste und Ansätze

09.04.17 (Andreas Hauff) -
Musikgeschichte im Musikunterricht? Eigentlich dürfte das kein so großes Problem sein. Fragt man Oberstufenschüler zu Beginn des Unterrichts nach ihren Wünschen, nennen Sie in der Regel neben viel Musikpraxis auch einen Überblick über die Musikgeschichte, der bis in die Gegenwart führen und auch die Entwicklung der Popmusik einschließen soll. So etwas gehöre zur Allgemeinbildung. Auch in der Mittelstufe heißt es: „Man sollte schon wissen, wer Mozart ist.“ Die Musikdidaktik allerdings tut sich schwer mit der Musikgeschichte, und viele Musiklehrerinnen und Musiklehrer auch. Zu stark hat sich die Musikpraxis in den Vordergrund geschoben, zu fordernd erscheint das Bedürfnis der Lernenden nach „ihrer“ Musik, zu sehr fürchtet man sich vor den Ansprüchen an musiktheoretisches Verstehen, und zu deutlich sind die Zweifel an der Selbstverständlichkeit der abendländischen Musikkultur gewachsen.

Rückblende 2017/04 (Vor 100 und vor 50 Jahren)

03.04.17 (Eckart Rohlfs) -
Vor 100 Jahren: Das Dresdner Philharmonische Orchester wird im Mai/Juni durch die Schweiz reisen +++ Vor 50 Jahren: Werk, Komponist, Anlass und Anliegen machen die Lukas-Passion des 1933 geborenen polnischen Musikers Krzysztof Penderecki zu einem Schlüsselwerk der zeitgenössischen Musik.

Die Zugabe als Abbitte an Beethoven

30.03.17 (Rainer Nonnenmann) -
Neben Kompositionen, Aufnahmen und Schriften hinterließen diese beiden außergewöhnlichen Musiker eine große Schar an Enkel- und Urenkelschülern sowie zahllose Briefe. Der Pianist und Komponist Artur Schnabel (1882–1951) und die Altistin Therese Behr-Schnabel (1876–1959) hatten sich 1900 auf einer Konzertreise kennengelernt und mehrere Jahre in Berlin als Paar gelebt, bevor sie heirateten. Allein und gemeinsam tourten sie durch zahllose Provinzen und Metropolen der Welt, gaben Sommerkurse in Tremezzo am Comer See, emigrierten in die USA und kehrten nach dem Zweiten Weltkrieg nach Europa zurück.

Die transatlantische Neuvermessung der klingenden Welt

27.03.17 (Anna Schürmer) -
„Eine [...] Schule, bewegend und in sich bewegt, wird ungewollt zum Gradmesser der Erschütterungen [...] der Zeit [...]. Eine Umwertung der Werte, Wechsel von Standpunkt, Name und Begriff erlaubt das Gegenbild, den nächsten Glauben. Dada, Hofnarr in diesem Reiche, spielt Ball mit Paradoxen und macht die Atmosphäre frei und leicht. Amerikanismus auf Europa übertragen, die neue in die alte Welt gekeilt, [...] so schreitet mit Eroberergeste die Gegenwart einher.“

Musikalische Autorität, moralische Institution

25.03.17 (Dieter David Scholz) -
Er hatte Giuseppe Verdi persönlich noch kennengelernt, denn er wohnte der Uraufführung von Verdis Otello bei, 1887 in der Mailänder Scala. Arturo Toscanini war damals zwanzig Jahre alt.

Musik und „Drittes Reich“ ganz aus der Nähe

13.03.17 (Ulrich Drüner) -
Die Karriere von Frida Leider (1888–1975), einer der berühmtesten Sängerinnen des 20. Jahrhunderts, kam bereits während des Ersten Weltkrieges in Gang und hielt bis in die späten 1950er-Jahre an. In dieser ers­ten Grundlagenbiografie beschreibt die Autorin Eva Rieger den Lebensweg Leiders als paradigmatisch für die Musikerexistenz zwischen den zwei Weltkriegen und in der frühen Nachkriegszeit, für eine Epoche, in der Wegsehen und Nichterinnern weit praktizierte Lebens- und Überlebensstrategien sein konnten.

Fünf plus eins als vokale Glücksformel

08.03.17 (Juan Martin Koch) -
„Once upon a time“: Es war einmal, vor 25 Jahren, eine Gruppe fünf ehemaliger Regensburger Domspatzen, die mit Jazz­arrangements aus dem gewohnten Chorrepertoire ausscherte. Mit einer Sopranistin zum Sextett komplettiert gewannen sie 1994 den Deutschen Musikwettbewerb. Der Rest ist Singer-Pur-Geschichte.

Oper in Dresden, das ist mehr als Semperoper und Sempers Opern

27.02.17 (Michael Ernst) -
Vor 350 Jahren wurde das erste Opernhaus in Dresden eröffnet. An Semper war damals noch lang nicht zu denken. Die heutige Semperoper feiert denn auch keine Jubiläumsspielzeit, richtete nun aber immerhin ein Kolloquium zum Thema aus.

Ü-Musik entsteht in den Grenzbereichen

20.01.17 (Anna Schürmer) -
U + E = Ü: Aus der linguistischen Formel lässt sich leicht eine klingende Hypothese bilden: Aus U- und E- wird Ü-Musik. Mehr als nur ein Sprachspiel, kann die Verschiebung der kategorischen Umlaute als Gedankenmodell dienen, um aus der belastenden Sezession der analogen Musikkultur auszubrechen und diese in Richtung der hybriden Klangformen der digitalen Klangzeit zu aktualisieren.

Neue Musik zwischen Euphorie und Nervosität

09.01.17 (Dirk Wieschollek) -
Das Selbstverständnis und die Bedeutung zeitgenössischer Musik stehen momentan so stark im Fokus ästhetischer Diskussion wie schon lange nicht mehr. Welche Inhalte kann sie noch transportieren? Welcher Medien und Begrifflichkeiten bedient sie sich, um unter den veränderten Wahrnehmungs- und Produktionsbedingungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts künstlerische Relevanz zu behaupten? Einer derjenigen, die den Diskurs intensiv mit vorangetrieben haben, ist der Philosoph Harry Lehmann.
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