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Alle Artikel kategorisiert unter »Musikgeschichte«

Wie der Jazz Kulturgut wurde

Am Rand der Altstadt von Villingen stehen noch die Fabrikgebäude der SABA – Schwarzwälder Apparate Bau Anstalt –, wo einst Rundfunkgeräte hergestellt wurden. Hinter dem Gelände, etwas abseits, kommt eine Villa in den Blick: Dort wohnte Hans Georg Brunner-Schwer (1927–2004), Erbe der Firma SABA. Brunner-Schwer gründete im Jahr 1968 das erste audiophile Schallplatten-Label MPS (Musikproduktion Schwarzwald) in Deutschland, das er bis 1983, als er die Rechte wegen ungenügender Rentabilität verkaufte, zur international anerkannten Institution mit Kultstatus etablierte. Der Villa gegenüber findet man einen unscheinbaren grauen Zweckbau, Unterkunft für sein legendäres, nun einziges Studio in Deutschland unter Denkmalschutz. Heute führen sein Sohn Matthias und dessen Kompagnon Friedhelm Schulz die Arbeit im Studio unter dem Akronym des Vaters HGBS mit eigenen Projekten fort.

Als die Musik noch von der Platte kam

30.01.19 (Hans-Jürgen Linke) -
Als Manfred Eicher und Karl Egger im Jahre 1969 in München die Edition of Contemporary Music, kurz ECM, als Produktionsfirma und Schallplattenlabel gründeten, reagierten sie damit auch auf einen immer deutlicher sich abzeichnenden Bedarf, oder – anders formuliert – eine Lücke, die am Musikmarkt erkennbar geworden war.
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Höchst ambivalente Friedensoper

13.12.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Wenn der Musiktheaterfreund nach einem Vergleich sucht: der NS-Film „Kolberg“ ist ähnlich belastet – bezüglich der werkimmanenten Qualitäten wie der Top-Besetzung; die nazis­tischen Durchhalte-Intentionen beim Film sind bekannt; bei der eher unbekannten Oper machen Fakten die NS-Propagandaabsichten erkennbar.

Meilensteine der Berliner Kulturpolitik

13.12.18 (Albrecht Dümling) -
Ulrich Eckhardt bewarb sich im September 1972 um die Stelle des Geschäftsführers der Berliner Festspiele GmbH. 1934 im Münsterland geboren, hatte er Rechts- und Staatswissenschaften, Klavier und Dirigieren studiert und war nach einer Kapellmeistertätigkeit in Münster Kulturreferent der Stadt Bonn geworden. Schon hier war es sein Ziel gewesen, mit Kultur zugleich Sozialpolitik zu treiben.

Den eigenen Mythos überlebt

27.11.18 (Corina Kolbe) -
Noch bis zum kommenden März ist in Genua die Ausstellung „Paganini Rockstar“ zu besichtigen. An den großen Geigenvirtuosen und Komponisten erinnert das Label Dynamic mit der ers­ten Gesamtedition seiner Werke. Auf den Aufnahmen ist auch Paganinis Lieblingsvioline „Il Cannone“ zu hören.

Große Oper im Kalten Krieg

23.11.18 (Bojan Budisavljevic) -
Als Anfang März 1953 die Politbüro-Granden der KPdSU Stalin fünf Tage lang an den Folgen von Hirn- und Magenblutungen sterben ließen, kursierte wenig später in der KP Jugoslawiens unter der Hand die Geschichte, im Nachttischchen des Generalissimus hätte sich eine Botschaft des Genossen Tito gefunden: Stalin solle aufhören, Killer auf ihn anzusetzen, man hätte ja schon vier erwischt, andernfalls würde er, Tito, auch einen vorbeischicken, und der würde sich nicht erwischen lassen.

Lebensmut haben, Brücken bauen

21.11.18 (Georg Beck) -
Berlin, Konzerthaus am Gendarmenmarkt, im Juni – Samuel Adler hat Humor. Und Freude daran, ihn mit anderen zu teilen. Sicher, da sind diese bitteren Erfahrungen, die mit seiner Emigration aus Nazideutschland zusammenhängen. So weit das alles zurückliegt, es ist präsent, abrufbar. Wie jetzt, beim Gesprächskonzert des Berliner Geschichtsvereins musica reanimata, zu dem er als Ehrengast geladen ist. Ein hervorragend besuchter Abend, ein abwechslungsreiches Programm, exzellente Ausführende und ein Samuel Adler, Jahrgang 1928, der von der Schule erzählt, in die er nicht mehr gehen durfte, von seinem jüdischen Geigenlehrer, der ihn jeden Tag unterrichtete, weil er Hunger hatte. Diese Dinge.

Leben mit und nach Wagner

10.11.18 (Christoph Vratz) -
Des Meisters Gedankenwelt strahlt nach wie vor. Richard Wagner schillert, fasziniert, spaltet. Wie sehr er das in der Vergangenheit immer wieder getan hat, lässt sich besonders an der Zeit des Nationalsozialismus und an den Jahren danach ablesen, als „Neu-Bayreuth“ sich von alten Schlacken zwar zu lösen versuchte, aber der Neubeginn nicht automatisch mit dem Abschneiden aller alten Zöpfe verbunden war. Vielleicht auch nicht möglich war.

Sirenenstimmen und Windradquietschen

10.11.18 (Viktor Rotthaler) -
Fast sechs Jahrzehnte lang lieferte Ennio Morricone am laufenden Band Filmmusik. Rechtzeitig zu seinem 90. Geburtstag hat der Meister nun angekündigt, dass er sich vom Filmmusikgeschäft zurückziehen will. Nur für seinen Freund Giuseppe Tornatore („Cinema Paradiso“) will er noch Ausnahmen machen. Es ist typisch für Morricone, dass er einem bestimmten Regisseur noch ein letztes Privileg einräumt. Denn Morricone hat seine filmmusikalischen Freundschaften zu vielen Regisseuren sehr gepflegt: von Sergio Leone („Spiel mir das Lied vom Tod“) bis zu Quentin Tarantino. Für den Score zu Tarantinos „The Hateful 8“ hat dann Morricone 2016 auch seinen längst überfälligen „regulären“ Oscar erhalten.
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