Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Musikgeschichte«

Künstlerin mit „Musik in sich selbst“

14.07.19 (Dirk Klose) -
Am 8. Dezember 1957 gab Clara Schumann in Zürich ein Konzert mit Werken von Beethoven, Mendelssohn-Bartholdy und Robert Schumann. Eine Zeitung schrieb darüber: „Es wird gleich nach einigen Akkorden schon zur Evidenz gewiss, dass Frau Schumann zu der kleinen Zahl jener Künstlernaturen zählt, die in der That ,Musik haben in sich selbst‘.“ Dieser Lobeshymne könnte man unzählige andere anschließen; mehr als sechzig Jahre hat Clara Schumanns Bühnenkarriere gedauert, die von Anfang an von Erfolgen und Beifallsstürmen begleitet war.

Buch-Tipps 2019/07

14.07.19 (Michael Wackerbauer) -
Erinnerung stiften. Helene Berg und das Erbe Alban Bergs, hg. v. D. Ender u.a., Universal Edition, Wien 2018 +++ Nicole Schwindt: Maximilians Lieder. Weltliche Musik in deutschen Landen um 1500, Bärenreiter/Metzler, Kassel/Stuttgart 2018 +++ Franz Grothe, hg. v. Th. Henkel/F. Messmer (Komponisten in Bayern, Bd. 64), Allitera, München 2019

Der Meister des musikalischen Lachens

20.06.19 (Georg Beck) -
Köln hat ein Offenbachjahr ausgerufen. Eine Kölner Offenbach-Gesellschaft, von der man glaubte, es habe sie eigentlich immer schon gegeben, wenn nicht geben müssen, (in Wahrheit gibt es sie seit Dezember 2015) hat unter weitgehender Ausschöpfung ihrer Möglichkeiten die Kultur- wie die Politikschaffenden der Domstadt und des Bundeslandes mit dem Offenbachvirus infiziert. Was schon mal als Erfolg gewertet werden darf. Sehr beachtlich, was aus der Flüstertüte da alles herausschallt. Es regnet Veranstaltungen. Eine Offenbach-Ausstellung wandert. Es wird choreographiert, debattiert und konferiert (in Köln und in Paris), promeniert („Wandeln Sie nachts durchs Museum und genießen Sie kammermusikalische Leckerbissen.“), und, ja, musiziert wird auch. Ganz viel sogar.

„Auf’s zärtlichst von mir geliebt“

18.06.19 (Dirk Klose) -
Von der Parteien Gunst und Hass verwirrt schwankt sein Charakterbild in der Geschichte. Was Schiller über seinen Dramenheld Wallenstein sagt, trifft auch auf Constanze Mozart (1762–1842) zu; die Urteile über sie reichen von liebender Gattin bis zu egoistischer, raffgieriger und geistloser Frau, ja manche Urteile gaben ihr indirekt eine Mitschuld am Tode Mozarts. Der Schriftsteller Wolfgang Hildesheimer beispielsweise attes­tierte ihr eine „bestürzende Banalität“. Der Geniekult um den Komponisten duldete ganz offensichtlich keine bedeutende Partnerin neben ihm.

Seismograph seiner Zeit

30.05.19 (Albrecht Dümling) -
Dass Georg Katzer einmal eine der wichtigsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen Musik in Deutschland werden würde, war zunächst nicht zu erwarten gewesen. Aus Schlesien, wo er 1935 geboren wurde, musste die Familie bei Kriegsende in Richtung Westen fliehen. In den von ihm besuchten Schulen gab es keinen Musikunterricht.

Das kosmische Kreisen der Tropen

01.05.19 (Hans-Jürgen Schaal) -
Bei seinem Vater, einem autodidaktischen Zitherspieler, erlernte er die Musik. Das Stimmen der Zither im zwölftönigen Quintenzirkel und der schlanke Ton des Instruments prägten dauerhaft Josef Matthias Hauers Musikempfinden. Die Wiener Klassik hielt er für „Lärm“. Stattdessen entdeckte er den schwerelosen Zauber der Zwölftonmelodie.

Eine ruhespendende Herrin – Gedanken über Victor Hugos Roman „Notre Dame de Paris“ und seine Vertonungen

21.04.19 (Wolfgang Molkow) -
Das war fast vorauszusehen: der Brand der Pariser Kathedrale Notre Dame hat nicht nur eine weltweite Anteilnahme und Spendenbereitschaft ausgelöst, sondern als kleinen parallelen Nebeneffekt Victor Hugos Notre Dame de Paris über Nacht zu neuem Sensationsglamour verholfen. Noch während der Löscharbeiten avancierte der Schauerroman in Frankreich zum meistverkauften Buch und führte weltweit die Bestsellerlisten an, gefolgt von der trivialen Disney-Verfilmung des Stoffs.

Wie aus Hans Jochanan wurde – Ein Konzertprojekt zum jüdischen Komponisten Hans Samuel

17.04.19 (Georg Beck) -
Essen, im April. Verwüstet, verschüttet, verloren – die jüdischen Künstlerbiographien treiben uns um. Unterhalb der Schwelle von Exzellenz mit den bekannten, den gut erforschten Namen wird die Überlieferungslage schnell prekär, gehen die Vorkenntnisse gen Null. Wie jetzt wieder, als im Rahmen der Jüdischen Kulturtage Rhein-Ruhr einer dieser im Geschichtsschutt Begrabenen ans Licht trat. Das heißt: So richtig eigentlich nicht. Bis in die Zielgerade kämpfte ein ambitioniertes Konzertprojekt an zwei Fronten: Wer war Hans Samuel? Und: Was sagt uns die Musik des Hans Samuel? Georg Beck mit Antworten und neuen Fragen.

Duke Ellington zum 120. Geburtstag

11.04.19 (Marcus Woelfle) -
Am 29. April jährt sich der Geburtstag Duke Ellingtons zum 120. Mal – kein besonders rundes Jubiläum zwar, doch eines, das sich im Vorfeld durch eine Reihe von Veröffentlichungen der letzten Monate ankündigte (auch wenn der Hinweis auf den Gedenktag vermutlich nicht einmal in der Intention der Plattenfirmen lag).

Akustische Reise in eine Metropole

11.04.19 (Johannes Mundry) -
Im Oktober 1821 bricht der 17-jährige Hector Berlioz aus seinem Geburtsort La Côte-Saint-André bei Lyon zum Medizinstudium nach Paris auf. Vier Tage und Nächte in der Postkutsche dauerte dies. 46 Jahre später, am 11. September 1867, reist der Komponist aus Vienne südlich von Lyon in die Hauptstadt. Mit dem Nachtzug PLM dauert dies nur noch elf Stunden. Das sind die beiden Fixpunkte für Volker Hagedorns Buch „Der Klang von Paris“, ein knappes halbes Jahrhundert voller musikalischer Ereignisse in der Metropole an der Seine. Kein anderer Ort auf der Welt, ausgenommen allenfalls Wien, hatte in jener Zeit ein derart dichtes Musikleben.
Inhalt abgleichen

Das könnte Sie auch interessieren: