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Alle Artikel kategorisiert unter »Musikgeschichte«

„Denn wir wissen, was wir sollen“

15.02.18 (Martin Hufner) -
„Wieder revolutionieren wir. Auf der ganzen Erde aber diesmal. Setzen wir uns jetzt das höchstmögliche Ziel: eine Bewußtwerdung, daß die ganze Menschheit auf dem Spiel steht.“ Das schrieb 1968 Karlheinz Stockhausen in seinem „Freibrief an die Jugend“, veröffentlicht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 22. August 1968. „Nehmen wir also an der großen Revolution der Menschheit teil, denn wir wissen, was wir sollen. Es lohnt sich, das Leben einzusetzen, wenn es ums Ganze geht. Ja!“ Solche Emphase ist selbst unter Nichtmusikern selten. Was war passiert?

Historisch und emotional vermintes Musiktheater

14.02.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Anlässlich einer Neuinszenierung von Fromental Halévys „La Juive“ veranstaltete Antwerpens Opera Vlaanderen ein Symposium, bei dem Einflüsse jüdischer Kultur und Opernkunst multiperspektivisch betrachtet werden sollten. Entsprechend international war das Podium mit Wissenschaftlern und Künstlern besetzt. Der zweisprachige Band fordert das Englisch des deutschen Lesers fachspezifisch und nuanciert zu Musik, Kunst und Psychologie heraus.

Ästhetischer Aktionismus

07.02.18 (Anna Schürmer) -
In den 1960er-Jahren waren sich die gesellschaftlichen und die ästhetischen Avantgarden nahe wie nie – es kam zu einem charakteristischen ‚Querstand‘ von Kunst und Politik: In der kontrapunktischen Musiklehre zählt der Querstand zu den ‚verbotenen‘ Fortschreitungen einer Einzelstimme, die Reibungen in der kollektiven Harmonie erzeugen. Diese Dissonanz berührt den ‚querständigen‘ Geist, der durch die konfliktreiche Dekade mit ihrem chiffregewordenen Symboljahr ‚1968‘ spukte und sich auch klingend bemerkbar machte: „Unter der Gunst zeitpolitischer Vermittlungen und Kontaktsprünge“, so bemerkte Ulrich Dibelius, „standen sich plötzlich Staatsmoral […] und Kunstmoral […] als Exponenten eines offenen Konflikts frontal wie nie einander gegenüber“1.

Der hellwache Verwandlungskünstler

31.01.18 (Christoph Schlüren) -
Am 24. Januar beging Wien den 100. Geburtstag von Gottfried von Einem (1918–96). Die meisten kennen Einem als höchst erfolgreichen Opernkomponisten („Dantons Tod“ nach Büchner, „Der Prozess“ nach Kafka, „Der Zerrissene“ nach Nestroy, „Der Besuch der alten Dame“ nach Dürrenmatt und „Kabale und Liebe“ nach Schiller), doch die wenigsten kennen seine Musik. Nicht nur, dass seine späteren, weniger aufsehenerregenden Opern keineswegs uninteressanter wären („Jesu Hochzeit“, „Tulifant“ und „Lucifers Lächeln“, allesamt auf Libretti seiner Frau Lotte Ingrisch), man hat ihn – der einst in den Konzertsälen der Welt rauf und runter gespielt wurde als Schöpfer von Orchester- und Kammermusik komplett vergessen. Und auch die 19 feingeistigen Liederzyklen sind kaum noch irgendwo zu hören. Insofern hat ein Jubiläum, auch wenn es meist nur den Jublern dient, etwas Gutes, da es zu erneuter Beschäftigung anstoßen kann.

Rückblende 2018/02 (Vor 100 und vor 50 Jahren)

31.01.18 (Eckardt Rohlfs) -
Vor 100 Jahren: Vermischte Nachrichten +++ Vor 50 Jahren: U-Musik als Ausbildungsfach.

Museum für Moderne Elektronische Musik kommt - aber temporär

24.01.18 (dpa) -
Frankfurt/Main - Nach mehrjährigen Vorbereitungen ist es amtlich: Frankfurt, das sich als Urzelle des Techno-Sounds rühmt, erhält ein «Museum of Modern Electronic Music». Die Stadt stellt für das MOMEM in den kommenden Jahren Räume an der Hauptwache mitten in der Innenstadt zur Verfügung.

„Reiz naiver Geistigkeit und keine Rezepte“ – Zum 100. Geburtstag von Gottfried von Einem

24.01.18 (Christoph Schlüren) -
Wer kennt heute Gottfried von Einem? Ja, der Name ist Kennern geläufig, und erfahrene Musiktheater-Routiniers werden sofort seine zu Lebzeiten sensationell erfolgreichen Opern aufzählen: ‚Dantons Tod‘ nach Büchner, ‚Der Prozess‘ nach Kafka, ‚Der Zerrissene‘ nach Nestroy ‚Der Besuch der alten Dame‘ nach Dürrenmatt, ‚Kabale und Liebe‘ nach Schiller – das ist in der Tat eine in der Nachkriegszeit einmalige, erstaunliche Erfolgsserie höchst gelungener, für den Kenner wie für den Belcanto-Liebhaber ergiebiger Würfe, die von 1947 bis 1976 über drei Jahrzehnte den Namen des Komponisten als stets für Überraschungen guten Erfolgsgaranten auf den großen Bühnen repräsentierten.

Jubiläumsausstellung 275 Jahre Gewandhausorchester öffnet

22.01.18 (dpa) -
Leipzig - 275 Jahre Gewandhausgeschichte sind von Montag an in Leipzig zu erleben. Eine Ausstellung in einem grafisch gestalteten Säulengang des Konzerthauses am Augustusplatz widmet sich 55 Persönlichkeiten, die den Erfolg des Orchesters mitbegründet haben. Dazu zählen Musiker, Kapellmeister, Kantoren und Komponisten, aber auch Kaufleute, Verleger und Stifter, wie das Gewandhaus mitteilte.

«Archaeomusica»: Der Klang vergangener Jahrtausende

17.01.18 (dpa) -
Brandenburg/Havel - Wie klingen Schwirrhölzer? Welche Klänge entlockten Menschen der Jungsteinzeit Rasseln aus Ton? Eine Ausstellung im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg informiert über Musikinstrumente der Vorfahren. Gezeigt werden 500 zum Teil spielbare, rekonstruierte Musikinstrumente.

Bemühungen um eine deutsch-tschechische Kulturgemeinschaft

30.12.17 (Albrecht Dümling) -
Nach dem Ende der Habsburger Monarchie kam es 1918 zur Gründung der Tschechoslowakischen Republik, in der damals neben knapp 9 Millionen Tschechen und Slowaken über drei Millionen Deutsche lebten. Deren Sprache und Kultur wurde allerdings benachteiligt und verdrängt. Schon im Jahr 1923, noch vor den Nachbarländern Deutschland und Österreich,­ führte die junge Republik einen in tschechischer Sprache sendenden Rundfunk ein.
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