Rüdiger Dannemann: I Shall Be Free No. 10. Bob Dylans Songphilosophie, Bertz + Fischer +++ Gustav Mahler: Vom Elend eines Genies. Unbekannte Briefe, Dokumente, Erinnerungen, hg. v. Franz Willnauer, Zsolnay +++ Musik im Ritual. Rituale in der Musik, hg. v. Julian Caskel/Jana Weißenfeld, Königshausen & Neumann
Buchtipps 2026/05
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Rüdiger Dannemann: I Shall Be Free No. 10. Bob Dylans Songphilosophie, Bertz + Fischer, Berlin 2026, 136 S., Abb., € 14,00, ISBN 978-3-86505-351-0
Nicht im Sinne einer akademischen Abhandlung, eher gemäß Dylans philosophierender Reise über Erfahrungshorizonte hinweg sieht Dannemann seinen Weg durch das unerschöpfliche Werk, das er in sechs existenziellen Stadien durchschreitet von der frühen Welterfahrung über die Selbstfindung in der Tradition, den Weg in die Transzendenz, den Absturz in die Leere bis zur Suche nach Erlösung und Freiheit im Spätwerk – Welterkundungen entlang eines gewaltigen Songkosmos.
2
Gustav Mahler: Vom Elend eines Genies. Unbekannte Briefe, Dokumente, Erinnerungen, hg. v. Franz Willnauer, Zsolnay, Wien 2026, 335 S., Abb., € 30,00, ISBN 978-3-552-07592-4
Die recht heterogene Sammlung bietet zum einen kurze Texte aus Mahlers eigener Feder – etwa „zur Rechtfertigung von Retuschen an Beethovens Neunter Symphonie“ – und einen umfangreichen Briefwechsel mit den Sängern Willi Birrenkoven und Theodor Reichmann sowie dem Agenten Norbert Salter, zum anderen Würdigungen von Zeitgenossen und aus der Phase der Mahler-Renaissance nach dem Zweiten Weltkrieg – ein aufschlussreiches Pasticcio stets willkommener O-Töne.
3
Musik im Ritual. Rituale in der Musik, hg. v. Julian Caskel/Jana Weißenfeld, Königshausen & Neumann, Würzburg 2025, 377 S., Abb., Notenbsp., € 48,00, ISBN 978-3-8260-8898-8
In dem weit gefächerten Tagungsband, der einen Bogen vom Mittelalter bis zur Avantgarde in unterschiedlichen Kulturen spannt, wird der Ritualbegriff sehr offen im Austausch diverser Disziplinen wie der Musikethnologie, der Kirchenmusik- oder der Konzertforschung umkreist – ein Augenöffner zum kulturell bedeutsamen Wechselspiel zwischen performativer Dynamik und formaler Strenge.
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