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Alle Artikel kategorisiert unter »Anthony Pilavachi«

Tolomeo mit nassen Füßen – ein überzeugender Händel in Lübeck

14.10.20 (Arndt Voß) -
Georg Friedrich Händels „Tolomeo“ ist eine seltsame Opernschöpfung. In Teilen des Sujets, nicht in der Musik, wirkt sie wie ein Gegenstück zu Johann Chr. Pepuschs „The Beggar‘s Opera“, die drei Monate vorher mit ihrem Sensationserfolg bekanntlich der Barockoper den Garaus brachte. Händels Existenz war bedroht, und er versuchte, dem etwas entgegenzuhalten. Seine Strategie war wohl, auf die Vorliebe der Londoner für italienische Gesangskunst zu setzen.

Brittens „Rape of Lucretia“ – ergreifend inszeniert an der Musikhochschule Lübeck

19.06.18 (Arndt Voß) -
Dreierlei kam an Lübecks Musikhochschule (MHL) glücklich zusammen, ein aufrüttelndes Bühnenwerk mit brillanter Musik, eine fesselnde Regiearbeit und eine qualitativ höchst niveauvolle Darbietung. Benjamin Brittens „The Rape of Lucretia“ war erarbeitet worden. Anthony Pilavachi führte Regie und hatte die Kammeroper mit den Studenten beeindruckend szenisch realisiert (Premiere: 15. Juni 2018). Die Ausführenden schließlich waren eine junge Gesangselite, die von sehr sicheren Instrumentalisten unterstützt wurden.

(K)ein Blick aufs Meer … – Anthony Pilavachi entfesselt in Meiningen Mozarts Cosi fan tutte

20.11.17 (Joachim Lange) -
In der Rezeptionsgeschichte der letzten Jahrzehnte hat sich auf den Bühnen eine Art Konsens über die Modernität von Mozarts dritter DaPonte Oper herausgebildet. Dem prüden 19. Jahrhundert war dieses Laborexperiment über erotische Anziehungskraft, ihr Auflodern und Abebben, den beständigen Konflikt zwischen Konvention und Leidenschaft zu unmoralisch.

Gespensteropern mit Clown – Moderne, die keine ist, trifft auf ein Italien, das es so nicht mehr gibt

11.05.15 (Michael Ernst) -
Wie vertragen sich Ruggero Leoncavallo und Oscar Wilde, Verismo mit einer Uraufführung, der allbekannte „Pagliacci“ und ein Komponist namens Gordon Getty? An der Oper Leipzig wollte man's wissen.

Berlioz‘ „La Damnation de Faust“: Ein großes Finale im Zorn – Anthony Pilavachi mag nicht mehr in Lübeck inszenieren

19.01.15 (Arndt Voß) -
Es ist schon ein starkes Zeichen, wenn ein Regisseur den grandiosen Premierenbeifall, bei dem auch seine Leistung auffallend kräftig gewürdigt wird, unterbricht und ruhig, ja lächelnd verkündet, er werde weiterhin nicht an diesem Hause inszenieren. So geschah es in Lübeck am 16. Januar durch Anthony Pilavachi. Zuvor hatte er Hector Berlioz‘ „La Damnation de Faust“ fulminant abgeliefert, seine 18. Inszenierung in dem Jugendstil-Haus, umso verwirrender seine sehr allgemein artikulierte Unzufriedenheit, überraschend für das Publikum, möglicherweise auch für viele Mitarbeiter des Theaters. Zumindest brachte die Leitung des Theaters weder spontan, noch bei der Premierenfeier eine Antwort zustande. Nachfragen bestätigten nur, dass es wie häufiger schon Spannungen gegeben haben soll, die wohl keine Ausnahme im Probenprozess der immer komplexen Opernarbeit sind. Über das, was wirklich vorgefallen war, schwieg man.

Brüchiges Seelenideal: „Tristan und Isolde“ als gesungene Sprachhandlung am Theater Lübeck

„Der Pöbel ruiniert sich durch das Fleisch, das wider den Geist, und der Gelehrte durch den Geist, dem zu sehr wider den Leib gelüstet“, notierte einst der deutsche Gelehrte Georg Lichtenberg in seinen Sudelbüchern. Zwischen diese diametralen Moral-Spannungen aus der Aufklärung schob sich knapp ein Jahrhundert später das Gefühl als Erkenntnismodus der Romantik. Nicht der Geist, die Seele befindet sich nun, bürgerlicher Lebenskultur gemäß, im Widerstand zu körperlicher Lust.
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