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Alle Artikel kategorisiert unter »Christian Miedl«

Melange aus Realität und Fantasie – Peter Eötvös‘ „Angels in America“ am Theater Münster

Als das Theaterstück „Angels in America“ 1991 am Broadway uraufgeführt wurde, wurde sein Autor Tony Kushner damit über Nacht berühmt. Wenig später war das Stück auf vielen internationalen Bühnen zu erleben und erhielt mehrfach Auszeichnungen, darunter 1993 den Pulitzer-Preis. Dreizehn Jahre später beendete der Komponist Peter Eötvös die Arbeit an seiner Oper, die sich am Inhalt von Kushners „Angels in America“ orientiert und 2004 im Pariser Théâtre de Châtelet erstmals auf der Bühne zu sehen und zu hören war.

Aufforderung zum Kampf – In Bonn inszeniert Peter Konwitschny Othmar Schoecks selten gespielten Einakter „Penthesilea“

18.10.17 (Joachim Lange) -
Wenn es gerecht zuginge, dann müsste man gemeinsam mit „Salome“ und „Elektra" auch Othmar Schoecks (1886-1957) „Penthesilea“ nennen. Neuerdings auch Aribert Reimanns „Medea“. Alles Frauen-Monumente des Musiktheaters von erheblicher Wucht. Die ersten drei wurden in der Dresdner Semperoper uraufgeführt. Doch nur die beiden Strauss-Einakter haben sich im Kernrepertoire gehalten. Schoecks Kleist-Oper ist dort erst 2008 in einer grandiosen Inszenierung von Günter Krämer dort wieder in Erinnerung gebracht worden. Die 2010 in Wien uraufgeführte „Medea“ von Aribert Reimann müsste es, schon weil sie eine Verlängerung dieser Reihe in die zeitgenössische Moderne ist, künftig auch mal auf den Dresdner Spielplan schaffen.

Machtmissbrauch und bunter Kinderbilderbogen – Kölner Erstaufführung von Walter Braunfels’ „Jeanne d'Arc“

16.02.16 (Peter P. Pachl) -
In der Messehalle Staatenhaus, wo sich die Oper derzeit interimistisch eingerichtet hat, erfolgte die späte Kölner Erstaufführung jenes Komponisten, der hier kurz vor der Machtergreifung der Nazis und im Nachkriegsdeutschland die Hochschule für Musik geleitet hat. Der von Hitler geschätzte, für eine NS-Hymne vorgesehene jüdische Walter Braunfels (1882-1954) überlebte bei Überlingen am Bodensee den Terror in der inneren Emigration. Hier komponierte er seine letzte Oper „Jeanne d’Arc – Szenen aus dem Leben der heiligen Johanna“. Ohne Aussicht darauf, sie irgendwann noch hören oder auf der Bühne erleben zu können, versuchte der Komponist mit seinem mystisch-katholischen Bekenntniswerk Wagners „Parsifal“ zu überbieten.
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