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Alle Artikel kategorisiert unter »Johannes Leiacker«

Der Ritter von der angehaltenen Zeit – Eine Händeloper der Extraklasse zu Pfingsten in Salzburg

04.06.17 (Joachim Lange) -
Die Salzburger Pfingstfestspiele sind immer auch eine Cecilia-Bartoli-Show. Seit sie dort (programmatisch) das Sagen und vor allem das Singen hat. Seit sechs Jahren steht sie für eine gut durchdachte Programmpolitik. Und funkelt selbst als Koloratur-Brillant und Erzkomödiantin unter lauter vokalen Edelsteinen und leuchtendem Klanggeschmeide. In diesem Jahr als der Ritter Ariodante in Georg Friedrich Händels gleichnamiger Oper aus dem Jahre 1735. In der jagt nicht nur ein Bravourstück das nächste. Hier ist sogar die Handlung für barocke Libretto-Verhältnisse vergleichsweise gradlinig und durchschaubar. Die Prinzessin Ginevra und der Ritter und Vasall ihres Vaters, Ariodante, steuern auf ihr Eheglück und das schottische Thronerbe zu.

Wer lernt schon aus der Geschichte? – Verdis „Attila“ im Theater Lübeck

24.05.16 (Arndt Voß) -
Vor nur knapp drei Jahren berichtete Jörn Florian Fuchs in der nmz von einem „zünftigen“ Theaterskandal im Theater an der Wien. Dort hatte ein Teil des Publikums lautstark und empört auf Peter Konwitschnys Interpretation von Verdis „Attila“ reagiert. Jetzt brachte eine Koproduktion mit dem Theater Lübeck die Inszenierung noch einmal auf die Bühne, nun aber mit spektakulären Erfolg.

Mit dem Sprenggürtel inszeniert – Jacques Fromental Halévys „La Juive“ in Mannheim

12.01.16 (Frieder Reininghaus) -
Wurden nicht erst vor einigen Tagen in einem mit der Bundesrepublik gut befreundeten Land etliche Menschen einzig aus dem Grund hingerichtet, dass sie nicht der in ihrer Wohnregion mehrheitlich gepflegten Glaubensgemeinschaft angehörten? Das zentrale Problem der 1835 an der Opéra in Paris uraufgeführten „Jüdin“ ist unmittelbar aktuell.

Meer und Mehrwert – Christof Loy präsentiert Brittens „Peter Grimes“ im Theater an der Wien

16.12.15 (Frieder Reininghaus) -
Die Besucher des Küstenstädtchens Aldeburgh in Suffolk erleben, wenn sie nicht eitel Sonnenschein erwischen, die von Osten an die Küste brandende aufgewühlte Nordsee. Trotz der Deichbaumaßnahmen hat sie in der Neuzeit die Hälfte der Ortschaft weggespült. In den letzten Jahrzehnten fand, nicht zuletzt dank des von Benjamin Britten und Peter Pears 1948 ins Leben gerufenen Musik-Festivals, eine kräftige Touristifizierung der Region statt und mit ihr ökonomische Aufwertung.

Prosit der Gemütlichkeit –Eröffnung der Salzburger Festspiele mit Rüdiger Safranski und Wolfgang Rihms „Eroberung von Mexico“

27.07.15 (Frieder Reininghaus) -
Vorsätzlich verzichten die Salzburger Festspiele seit Jahren auf konzeptionelle Ideen und künstlerische Absichtserklärungen. Die Behauptung, es wäre mit den Begriffspaaren „Herrschen und Dienen, Macht und Ohnmacht“ so etwas wie ein Roter Faden bekanntgegeben worden, lässt sich bei Überprüfung des ausgesendeten und in Salzburg ausliegenden Werbematerials nicht bestätigen.

Mit Schönklang übergossen und verzuckert – Puccinis „La Rondine“ an der Deutschen Oper Berlin

10.03.15 (Peter P. Pachl) -
Vor exakt 100 Jahren komponierte Giacomo Puccini jene „Lyrische Komödie“, die – 1917 in Monte Carlo uraufgeführt – in der Aufführungsgeschichte der späten Bühnenwerke dieses Komponisten ein Schattendsein fristet. Schließlich wurde sie rezipiert als missglückte Operette oder „schlechter Lehár“, wie Puccini selbst seinen Verleger Ricordi zitiert. An der Deutschen Oper Berlin inszenierte der Startenor Rolando Villazón „La Rondine“ als einen überaus farbintensiven, bunten Wirbel mit einer kleinen, surrealistischen Schluss-Pointe.

Ein Leidens- und Hoffnungsmahnmal - Janáčeks „Jenůfa“ in Augsburg

05.10.14 (Wolf-Dieter Peter) -
Als die Frankfurter Polizei im Rhein zwischen Ludwigshafen und der holländischen Grenze nach einer Kindsleiche suchen ließ, fanden die Behörden 38 tote Babys im Wasser. Das war 1899. Gewiss ist nach über 100 Jahren ein uneheliches Kind kein ausschließliches Mordmotiv mehr. Doch inhumane Moralvorstellungen gewisser Religionen oder staatliche Ein-Kind-Politik lassen das Thema nicht „vorgestrig“ werden - also eine „Jenůfa von Heute“ möglich.

Schon wieder „Casa Verdi“ – Christoph Loys „Falstaff“-Inszenierung an der Deutschen Oper Berlin

18.11.13 (Peter P. Pachl) -
Im Verdi-Jahr richtet sich der Blick beim Spätwerk des Komponisten bevorzugt auf dessen „bestes Werk“, das Altersheim „Casa di riposo per musicisti“. Bereits Damiano Michieletto hatte „Falstaff“ bei den diesjährigen Salzburger Festspielen im Seniorenheim angesiedelt, auch Tanztheater-Altmeister und Provokateur Hans Kresnik hat in der Volksbühne eine „Villa Verdi“ dramatisiert und auch Dustin Hoffman ließ sich für sein Regie-Debüt „Quartett“ von der „Casa Verdi“ inspirieren. Christoph Loy kommt mit der Idee, wenn es denn seine eigene ist, zumindest arg spät.

Die Wucht der Historie: Guy Joosten inszeniert Donizettis „Lucrezia Borgia“ in Brüssel

21.02.13 (Frieder Reininghaus) -
Es gab Zeiten, in denen das Musiktheater zeitnah auf Entwicklungen oder Ereignisse im Bereich des literarischen und allgemeinen „geistigen“ Lebens reagierte. Die Veroperung von Victors Hugos Drama „Lucrèce Borgia“ (Paris 1833) gehört dazu – Gaetano Donizettis Oper kam noch im Dezember desselben Jahres an der Scala in Mailand heraus und habe dort, so steht in den Annalen, ein positives Resultat erzielt.
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