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Alle Artikel kategorisiert unter »Jonathan Winell«

„Die geile Herzogin“ – „Powder Her Face“ von Adés am Theater Magdeburg

02.04.18 (Roland H. Dippel) -
Im Magdeburger Theater am Jerichower Platz brachten Mathias Husmann und Anja Sündermann „Powder Her Face“ („Ihre letzte Maske“) 1996 ein Jahr nach der Weltpremiere zur deutschen Erstaufführung. Im Schauspielhaus dort erlebt das seither zu einem Hit der jüngsten Operngeschichte gewordene Opus über die 1963 in einem Sensationsprozess geschiedene Margaret Camphell, Herzogin von Argyll, eine Neuinszenierung. Am Pult steht der Komponist Hans Rotman und Leiter des IMPULS Festivals, dessen Zukunft derzeit zur Diskussion steht. Der große Applaus am Ende zeigt den Bedarf an mehr Musik der Gegenwart in Sachsen-Anhalt, selbst wenn die Darstellung der „Sex-Queen“ etwas eindimensional gerät.

Wie Balsam ins Ohr geträufelt – Franco Faccios „Hamlet“ bei den Bregenzer Festspielen

21.07.16 (Peter P. Pachl) -
Eine Wiederaufführung, die beinahe einer Uraufführung gleichkommt, erwartet die Besucher der Bregenzer Festspiele in diesem Jahr im Festspielhaus: Seit 1871 wurde diese Oper des Verdi- und Wagner-Dirigenten Franco Faccio in Europa nicht mehr gespielt; damals fiel sie an der Scala durch, da der Sänger der Titelpartie erkrankt und die Zeit für einen „Hamlet ohne Hamlet“ offenbar noch nicht reif war. Nach diesem Fiasko soll der frustrierte Komponist keine Note mehr geschrieben haben. Aber seine zweite Oper, der 1865 in Genua uraufgeführte „Amleto“, geisterte als Kuriosum weiter durch die Musikliteratur.

Ein Musiktheatercoup – Strauss’ „Ariadne auf Naxos“ an der Staatsoper im Schillertheater

15.06.15 (Peter P. Pachl) -
Die vier männlichen Komödianten der Truppe um die schöne Zerbinetta legen lange schwarze Gummi-Phallusse an, die sie zur Verzweiflung des Komponisten („In mein Heiligtum hinein ihre Bocksprünge! Ach!“) rhythmisch schwingen lassen. Im verklingenden Vorspiel tritt Ariadne in die Mitte der Bühne. Aber nicht, wie sonst üblich, beginnt umgehend der Opern-Akt. Stattdessen lässt Stückezertrümmerer und Bühnenprovokateur Hans Neuenfels im Hintergrund Kultur-Felsbrocken herabpoltern, und – nach nur 45 Minuten – gibt es eine ausgiebige Opernpause.

Ein großes Missverständnis – Ernst Kreneks „Tarquin“ in der Werkstatt der Staatsoper Berlin

22.04.15 (Peter P. Pachl) -
Die Staatsoper Berlin im Schillertheater, die in ihrer Werkstatt-Reihe mit Opern des 20. und 21. Jahrhunderts im Vorjahr Ernst Kreneks „Vertrauenssache“ herausgebracht hat, versuchte sich nun in der Revitalisierung von dessen Kammeroper „Tarquin“ aus dem Jahre 1940. Das als Pendant zu Chaplins „Großer Diktator“, Lubitschs „Sein oder Nichtsein“ und Brechts „Arturo Ui“ angekündigte Werk, mit „eine[r] grimmige[n] Karikatur Adolf Hitlers“ erweist sich als großes Missverständnis: ein verquastes, langatmiges Libretto mit wenig inspirierter Zwölftonmusik, szenisch langweilig umgesetzt.

Psychoreise in menschliche Abgründe – Birtwistles „Punch and Judy“ in der Werkstatt der Staatsoper

17.05.14 (Peter P. Pachl) -
Den bevorstehenden 80. Geburtstag des britischen Komponisten Harrison Birtwistle feiert die Staatsoper Berlin, die im Jahre 2000 bereits dessen „Last Supper“ herausgebracht hat, mit dem einstens aufmüpfigen Opernerstling „Punch and Judy“ in einer musikalisch stimmigen, szenisch überaus kurzweiligen Inszenierung.
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