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Alle Artikel kategorisiert unter »Karen Leiber«

„The american dream“ – in Schwerin auf Deutsch geträumt

30.09.20 (Arndt Voß) -
Man kommt nicht umhin, Corona zu erwähnen, auch wenn viele Häuser inzwischen routiniert damit umgehen. Glück hat Schwerin. Sein altehrwürdiges Haus hatte schon zur Eröffnung 1886 eine wirksame Entlüftung bekommen. Folge allerdings: der Raum kühlt stark ab und das begrenzt damals wie heute eine Aufführung auf anderthalb Stunden, die dann jedoch bei gesunder Frischluft erfolgt (und die scheut nicht nur Covid-19). Vorausweisend zudem, dass alle Bereiche im Zuschauerraum eigene Zugänge bekamen, steil und zugig zwar, doch geeignet zur Rettung vor Feuer damals, heute vor dem Virus. Da erweist sich auch die Maßnahme, die Garderoben zu schließen, als Vorteil, entledigt man sich doch der Garderobe erst am Platz und hat sie dann griffbereit neben oder vor sich. Sind alle Auflagen erfüllt, kommen die ca. 170 Opernenthusiasten schnell hinein und wieder heraus.

Das „ist so ein sonderbar Ding“ – Der „Rosenkavalier“ in Schwerin

16.04.19 (Arndt Voß) -
Eigentlich gehört das, was die Überschrift zitiert, der Feldmarschallin Fürstin Werdenberg, der Grande Dame in Richard Strauss‘ Komödie für Musik, wenn sie im ersten Akt des „Rosenkavaliers“ nach rauschender Liebesnacht über die Zeit räsoniert, über sich und die Vergänglichkeit. Wunderbar ist das, dramaturgisch fein ausgedacht in Hugo von Hofmannsthals vitaler Komödie. Von Melancholie zeugt es, auch von tapferem Verbeugen vor der tyrannischen Herrschaft des Unvermeidbaren. Aber in Schwerin muss die Marschallin in einer sterilen Kulisse, die ihr so gar nicht hilft, ihren Seelenkater streicheln. Das Ausgewogene des Librettos, auch der Musik, zwischen Derbheit der Komödie, die ihr Vetter in Gestalt von Baron Ochs von Lerchenau vertritt, und dem Seelendrama mit all den Facetten der Liebesnot, kippt dort ganz gehörig, meint unser Kritiker Arndt Voß.

Jenseits von Afrika – An der Oper in Halle geht die „L’Africaine“ in die dritte Runde

01.04.19 (Joachim Lange) -
Nicht ganz glücklich ist unser Kritiker Joachim Lange mit Teil 3 der Meyerbeer-Adaption von „L’Africaine“ an der Oper Halle. Er meint, „dass Meyerbeers Grand opéra, an sich klüger ist, als diese Art von dazwischen grätschender Dekonstruktion.“

Strangulation erspart die Guillotine – Giordanos „André Chénier“ in Schwerin

22.01.19 (Arndt Voß) -
Drastisch in der Handlung und schrill in den Farben serviert das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin Umberto Giordanos „André Chénier“ (Premiere: 18. Januar 2019). Die spektakuläre, zugleich ungewöhnlich üppige Inszenierung, die Roman Hovenbitzer erarbeitete, packt den Zuschauer. Expressiv und temporeich, dabei oft sinnlich überbordend, werden die chaotischen Zustände vor und während der Französischen Revolution vorgeführt, ein Zeitbild der besonderen Art! Dazwischen geraten die privaten, idealisierten Gefühle der drei Protagonisten unvermeidlich in die Nähe des Kitsches.

Ralph Benatzkys „Weißes Rössl“ – Schweriner im Salzkammergut

26.10.18 (Arndt Voß) -
Etwas neugierig lugt ein gebogener Trichter zwischen dem einen Spalt offenen Vorhang heraus, hinter sich ein dunkler Gebirgshang. Ganz aufgezogen zeigt sich eine Landschaft mit Kirche, ein Alphorn davor. Einer kommt und bläst darauf. A Bua schleicht sich in einen Stall, a Madel folgt lustvoll verschämt. Und dann geht’s krachend los aus dem Orchestergraben. Der Besucher ist im „Weißen Rössl“ angekommen, mit dem das Mecklenburgische Staatstheater in Schwerin gleich im Doppelpack Premiere feiert, am 23. Oktober und am 2. November, im Abstand von zehn Tagen.

Glühender Orchesterbrand in Schwerin – „Salome“ von Richard Strauss

27.04.16 (Heinz-Jürgen Staszak) -
Eine Frau lässt einen Mann töten, seinen Kopf auf einer Silberschüssel reichen, damit sie ihn endlich küssen kann. Die Frau ist die judäische Prinzessin Salome. Sie ist, als Teil der Heilsgeschichte von Johannes, dem Täufer, zu einem Mythos der europäischen Kultur geworden. Oscar Wilde machte sie 1891 zu einem Symbol des verderblichen Zusammenhangs von dämonisierter Sexualität und Tötungslust, woraus Richard Strauss 1905 seine erfolgreiche und damals skandalumwitterte Oper „Salome“ machte.
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