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Alle Artikel kategorisiert unter »Krzysztof Warlikowski«

Ruhrtriennale: Erik Saties „Socrate“ mit Barbara Hannigan und Reinbert de Leeuw

22.08.17 (Georg Beck) -
Ein bukolischer Frieden liegt über dieser Performance. Ein alter Mann am Klavier, ein Junge als Umblätterer, eine Sopranistin als Sokrates-Nachruferin. Alles glüht. Dazu ein milde gestimmter, freilich nicht unironischer Komponist. Mit Erik Saties „symphonischem Drama in drei Teilen“, charmante Übertreibung für eine zurück­genommene kammermusikalische Abschiedsmusik, kehrte in die Bochumer Jahrhunderhalle nach einer kräfteraubenden Debussy-Oper wieder die Stille ein.

Ruhrtriennale: Krzysztof Warlikowski und Sylvain Cambreling machen aus Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“ ein spannendes Kammerspiel

20.08.17 (Joachim Lange) -
Dass der aktuelle Intendant der Ruhrtriennale Johan Simons die letzte Jahresscheibe seiner Intendanz mit Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“ einläutet, hat auch etwas von einer Referenz an den Erfinder dieser alljährlichen kulturellen Frischzellenkur für das Ruhrgebiet Gerard Mortier. Die Bochumer Jahrhunderthalle, in der diese Eröffnung mit einer vorgeschalteten Rede von Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller zelebriert wurde, hat sich längst als Herzstück der Ruhrtriennale etabliert. Dieses Industriearchitektur-Erbstück verdankt Mortier damit eine respektable Alterskarriere!

Ruhrtriennale startet mit Debussys „Pelléas et Mélisande“

18.08.17 (dpa) -
Bochum - Die Ruhrtriennale startet am Freitag (19.30 Uhr) mit der Oper «Pelléas et Mélisande» von Claude Debussy in die dritte und letzte Spielzeit unter Intendant Johan Simons. Die Neuinszenierung der Oper hat Simons in die Hände des polnischen Regisseurs Krzysztof Warlikowski gelegt. Die musikalische Leitung hat Sylvain Cambreling.

Der Komponist ist anwesend: Franz Schrekers „Die Gezeichneten“ bei den Münchner Opernfestspielen

02.07.17 (Juan Martin Koch) -
Franz Schrekers Oper „Die Gezeichneten“ von 1918 ist eigentlich eine Steilvorlage für das Regietheater. Triebsublimation, Außenseitertum, künstlerische Selbstreflexion – allein schon die Hauptfigur, der missgebildete Alviano Salvago, gäbe Stoff genug für subtile Tiefenbohrungen, für das Sichtbarmachen von Schrekers komplexer Gedankenwelt. Eigentlich.

Verquastes Paradies – Franz Schrekers „Die Gezeichneten“ bei den Münchner Opernfestspielen II

02.07.17 (Wolf-Dieter Peter) -
Bruno Walter dirigierte 1919 die Münchner Erstaufführung des sensationellen Frankfurter Erfolgswerkes vom Vorjahr, Franz Schrekers „Die Gezeichneten“. Im zur „Hauptstadt der Bewegung“ stilisierten „braunen“ München dann natürlich kein Schreker-Werk – doch auch nach 1945 und selbst im Zuge der Schreker-Renaissance durch die maßstäbliche Frankfurter Produktion 1979 des Teams Gielen-Neuenfels-Bodisco-Zehelein setzte keine Münchner Intendanz das wichtige Werk auf den Spielplan. Entsprechend hoch waren jetzt, nach über 95 Jahren, die Erwartungen.
k.A.

Wahrheitserkundungen – La 68ème édition du Festival d’Aix-en-Provence

06.07.16 (Frieder Reininghaus) -
Im vergangenen Jahr gab es beim Festival d’Aix-en-Provence Ärger und Zensureingriffe wegen vier Köpfen und Osmins Rache-Orgie „erst geköpft und dann gehangen“. Martin Kušejs Inszenierung der „Entführung aus dem Serail“ wollte zeigen, dass von religiösen Fanatikern auch 2015 enthauptet wird. Um Wiederholungsfälle weiträumig zu vermeiden, schien Festivaldirektor Bernard Foccroulle heuer auf Nummer sicher gehen zu wollen.

Kühl und bestechend

26.11.15 (Frieder Reininghaus) -
Esa-Pekka Salonen und Krzysztof Warlikowski präsentieren Béla Bartóks „Barbe-bleue“ und Francis Poulenc „La Voix humaine“ an der Pariser Oper. Frieder Reininghaus hörte eine herausragende Barbara Hannigan.

Fleischwolf als Steinbeißer – „The Rake's Progress“ an der Berliner Staatsoper neu einstudiert

16.05.15 (Peter P. Pachl) -
Die 1951 in Venedig im Rahmen des XIV. Internationalen Festivals für zeitgenössische Musik uraufgeführte und damals zwiespältig aufgenommene Oper von Igor Strawinsky ist zu einem Klassiker geworden. Ob der Komponist vorausahnen konnte, dass das Publikum 64 Jahre später in seinen Kantilenen schwelgen und der Handlung dieser Opera buffa mit merklicher Rührung folgen würde? So bei der vom Publikum umjubelten Neueinstudierung an der Staatsoper im Schillertheater.

Nymphomaniac III oder der verschwundene Charme der Bourgeoisie – In Brüssel inszeniert Krzysztof Warlikowski Mozarts Don Giovanni wie ein Nachwort auf eine übersexualisierten Welt

06.12.14 (Joachim Lange) -
Dieser „Don Giovanni“ beginnt zunächst im Theater. Der Komtur hat mit einer jungen Begleitung in der einen Seitenloge platzgenommen. In der Loge vis a vis serviert die aufgedrehte und aufgetakelte Donna Anna erst Don Ottavio ab und schaut sich dann gemeinsam mit Don Giovanni und Leporello und uns allen, einen Softporno an, in dem ein Don Giovanni in der Metro einen Kontakt knüpft, der mit Gruppensex im Hotel endet. In der Loge gibt es dazu einige, von Donna Anna ausgehenden erotischen Handgreiflichkeiten. Inklusive einer wie für zusätzlichen Nervenkitzel gezückten Pistole. Der Schuss, der sich löst, trifft den Komtur, der inzwischen empört die Loge gewechselt hatte.
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